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Kultur Weltweit Das Wort-Spiel: “Decrypto“ im Spieletest
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07:31 30.09.2018
Möglichst mysteriös, aber nicht zu abgedreht: So arbeiten Teams in “Decrypto“ zusammen. Quelle: Handout
Leipzig

Die Spieler bilden zwei Teams, die einander gegenübersitzen. Für jede Seite gibt es einen Sichtschirm, darin vier Karten mit Schlüsselwörtern, die man – der alte Trick mit der roten Folie – erst entziffern kann, wenn man sie hineingesteckt hat. So ist gewährleistet, dass die Gegenseite auch aus Versehen nichts lesen kann.

Auf den Karten steht dann zum Beispiel, von links nach rechts zu lesen: “1. Renaissance. 2. Fenster. 3. Würfel. 4. Fest.“ Das sind die Begriffe, die es fortan zu verschlüsseln gilt. Denn erraten werden sollen hier nicht die Begriffe, sondern Codes. Abwechselnd ein Spieler pro Team ist der Verschlüsseler. Er bekommt eine Codekarte, auf der vielleicht “3.4.2.“ steht.

Erraten werden sollen in “Decrypto“ nicht die Begriffe hinter der Geheimfolie, sondern ihre Verschlüsselungscodes. Quelle: Hersteller

Seine Aufgabe in diesem Fall: Er soll – in dieser Reihenfolge und in diesem Beispiel – die Begriffe “Würfel“, “Fest“ und “Fenster“ beschreiben – und zwar so, dass sein eigenes Team die korrekte Reihenfolge erkennt und das gegnerische Team möglichst nicht; denn das gewinnt die Partie, wenn es ihm zweimal gelingt, den Code zu knacken.

Der Verschlüsseler notiert also und liest laut vor: “Werfen“ (für die Würfel), “Lose“ (als Gegensatz zu Fest; hier wäre natürlich auch so etwas wie “Party“ möglich) und “Prag“ (weil er in der Schule aufgepasst hat und den dortigen Fenstersturz kennt). So geht es Runde für Runde, Team für Team weiter. Man kennt zwar nicht die Begriffe der Gegenseite – kann sich diese aber mit jedem Hinweis, den der Verschlüsseler dort gibt, besser zusammenreimen.

Viel Gefühl in einem unscheinbaren Spiel

Möglichst mysteriös, aber nicht zu abgedreht sollten die Umschreibungen also sein, sonst macht man es seinem Team unnötig schwer. Das Kryptischste an “Decrypto“ ist leider das Regelheft. Die Mitspieler müssen es vermutlich recht lange und ausführlich studieren, bis sie endlich spielen können. Das Erklärungsvideo unter decrypto.info im Netz macht es leichter. Doch wer erst einmal losgelegt hat, wird fasziniert sein, wie viel Gefühl in diesem unscheinbaren Spiel steckt.

Insgesamt aber ist “Decrypto“ nicht ganz so schlüssig wie Vorgänger und Genre-Primus “Codenames“, das ebenfalls eine Agententhematik auf ein Spiel weniger Worte stülpt, dafür aber viel besser in kleinen Gruppen zu spielen ist. Und wem es nur ums Raten geht und nicht um Siegpunkte, der kann auch leicht eine Version für zwei dazuerfinden.

Decrypto Quelle: Handout

Thomas Dagenais-Lespérance: “Decrypto“. Le Scorpion Masqué (Vertrieb: Asmodee), für drei bis acht Spieler ab zwölf Jahren, etwa 18 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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