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Kultur Weltweit Aus Liebe zur Musik – das Bandporträt „Silly“
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00:15 19.11.2017
Legende des Ostrock: Nach dem Tod ihrer Sängerin Tamara Danz erlebte Silly (hier bei der Echo-Verleihung 2016 in Berlin) mit Anna Loos (2. v. l.) einen zweiten Frühling. Quelle: picture alliance / dpa
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Das Publikum in der DDR liebte sie, die Politiker beäugten sie skeptisch. Die 1978 gegründete Band Silly verpackte ihre Gesellschaftskritik in poetische Texte und war dadurch fast unangreifbar, auch wenn die Musiker mit dem Feuer spielten. „Und ich tanz, frei von Angst, ja ich tanz durch die verkehrte Welt“, heißt es im titelgebenden Lied zu diesem Film – das trifft die Philosophie der Musiker.

Nach dem Tod von Danz geriet die Band aus dem Tritt

Regisseur Sven Halfar gelingt ein persönlicher Film über Ritchie Barton, Jäckie Reznicek, Uwe Hassbecker (alle seit den 80er Jahren dabei) und Schauspielerin und Sängerin Anna Loos. Nach dem Tod der charismatischen Frontfrau Tamara Danz geriet die Band aus dem Tritt, jeder ging eigene Wege. Mit der neuen Frontfrau Loos startete sie vor zehn Jahren durch und begeistert seitdem mit Auftritten in Ost und West. Keyborder, Bassist und Gitarrist sind zwar noch nicht so betagt wie die Rolling Stones, aber auch nicht mehr ganz taufrisch.

Was den Charme des Dokumentarfilms ausmacht: Da sprechen Kerle mit Narben auf der Seele. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es um die emotionale und berufliche Achterbahn im Lauf der Jahrzehnte geht, um Eifersucht und Beziehungsdramen. Der Regisseur kommt seinen unprätentiösen Protagonisten nahe. Immer wieder blickt er in die Vergangenheit mit ihren prägenden Stationen. Ein Stück deutsche Geschichte kristallisiert sich heraus. Vier starke Charaktere raufen sich aus Liebe zur Musik immer wieder zusammen. Proben, Privates, Konzerte: ein unterhaltender Mix. Auf den 40. Geburtstag dieser für Überraschungen immer guten Band im nächsten Jahr darf man gespannt sein.

Von Margret Köhler / RND

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