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Kultur Weltweit „A Summer’s Tale“: Sommermärchen in der Lüneburger Heide
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18:13 03.08.2018
Sommermärchen in der Lüneburger Heide Quelle: Agnieszka Krus
Luhmühlen

Es ist fast ein bisschen zu hübsch, um wahr zu sein, was die Macher des „A Summer’s Tale Festival“ da mitten im Niemandsland der Lüneburger Heide aufgezogen haben. Ein kleines Märchenland inmitten von Heidekraut und Mischwäldern - der Name Summer’s Tale, also Sommermärchen, ist hier definitiv Programm.

Schon vom Parkplatz aus sieht man die Zinnen des riesigen Zirkuszelts, oder dem Zeltraum, wie es eigentlich heißt. An diesem Tag wird hier unter anderem der deutsche Liedermacher Gisbert zu Knyphausen meist sanfte Töne anschlagen.

Während gut 100 Kilometer weiter Richtung Norden Metallgrößen wie Judas Priest und In Extremo beim Wacken Open Air die Massen in Bewegung bringen, überwiegen hier in der Heide die sanften Töne. So erzählt der britische Singer-Songwriter Passenger sichtlich entspannt von seiner Musikerkarriere, die als Straßensänger begonnen habe. Und von einer einzigen Hit Single, die er habe. Ob es für die Leute okay wäre, wenn er die nun rauf und runter spiele. Das ist es ganz offenbar, denn schon nach dem Einsetzen der erste Gitarrenakkorde strömen die Massen zur Hauptbühne, um die One-Man-Show des Briten in der Nachmittagshitze mitzunehmen. Wer auf eine Riesenband warte, den müsse er enttäuschen. Aber Songs wie „Let her go“, Passengers Megahit aus dem Jahr 2012 von besagter Hit Single „All the Little Lights“, kennt dann doch auch der letzte auf dem Festivalgelände.

Summer’s Tale ist eine Alternative zu den großen Festivals

Es sind vor allem junge Paare und Familien, die es nach Luhmühlen zieht. Eben jene, die Festivals wie dem Hurricane oder Southside entwachsen sind und nun trotz kleiner Familie nicht auf das Gefühl von langen Partyabenden und einem Hauch Freiheit verzichten wollen.

So wie Julia und Anne aus Berlin. Die beiden Frauen sind bereits zum dritten Mal mit Männern und ihren Kids samt Zelt und Bulli nach Luhmühlen gereist. Obwohl es im letzten Jahr so viel geregnet habe, hat der „Weihnachtsmann wieder Karten für das ‚A Summer’s Tale’ gebracht“. Die entspannte Atmosphäre und das großartige Freizeitprogramm für die ganze Familie spreche einfach für sich. Ob Kanufahren, Yoga, Handwerken mit Holz oder Trommelworkshops, langweilen muss sich hier keiner.

Von der Waldbühne wehen derweil meditative Didgeridoo-Klänge herüber. Sie passen in die Szenerie aus mit bunten Ballonketten geschmückten Bäumen und einem Schwarm Metallgänsen, die als Riesenmobiles aus den Baumkronen herabhängen. Selbst die Mülltonnen auf dem Festivalgelände sind ästhetisch als Eistüten verpackt.

Die Stimmung ist friedlich

Auf der Hauptbühne bereitet sich am frühen Abend die schottische Indie-Band Belle and Sebastian auf ihren Gig vor. Vor den Bühnen haben sich schon etliche Familien auf Decken niedergelassen, junge Leute tanzen zu der Musik aus den Boxen und auch einige ältere Paare haben es sich ein wenig abseits auf den raren Schattenplätzen an diesem heißen Tag gemütlich gemacht. Kinder spielen im Sand des Turnierplatzes, auf dem sich sonst die Elite der Vielseitigkeitsreiter trifft. Die Stimmung ist friedlich, geradezu lieblich, könnte man sagen.

Und so schlagen auch die Schotten auf der Bühne direkt versöhnliche Töne an. Sie wollten sich für den Brexit entschuldigen, sagt Frontman Stuart Murdoch. Der sei absolut nicht in ihrem Interesse gewesen. Die Masse dankt’s ihm mit lauten Applaus. Und dann wird wieder getanzt.

Ein wahrlich bezauberndes Sommermärchen, das sich da derzeit in der Lüneburger Heide unweit von Hamburg abspielt. Mit der schwedischen Rockband Mando Diao wird es dann am Abend doch noch mal richtig laut. Selbst ein paar tapfere Kids halten kurz vor Mitternacht noch die Stellung und sehen wie ein sichtlich gut gelaunter Bandleader Björn Dixgard mit Hits wie „Dance with Somebody“ und „Gloria“ die Massen zum Tanzen bringt. „Ihr seid wunderschön heute Abend“, ruft er den Massen vor der Bühne zu. Lieblichkeit in Reinform eben.

Der Mond steht inzwischen hoch über dem Festivalgelände, das mit unzähligen bunten Lämpchen und Lampions in warmes Licht gehüllt ist. Das Sommermärchen geht weiter. Noch bis Sonnabendabend rocken Bands wie Tocotronic, New Model Army, Madness und Fury in the Slaughterhouse das Festival.

Mehr Infos, das Programm und Tickets unter: www.asummerstale.de

Von RND/Carolin Burchardt

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