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Nachrichten Übergriffe auf deutsche Kommunalpolitiker

Übergriffe auf deutsche Kommunalpolitiker

Köln, Oktober 2015: Henriette Reker hat am Tag vor der Oberbürgermeisterwahl in Köln einen Auftritt an einem CDU-Informationsstand. Die Beigeordnete für Soziales, Integration und Umwelt tritt als Stadtoberhaupt an – und wird am 17. Oktober von einem 44-jährigen Neonazi aus Köln-Nippes mit einem Messer angegriffen. Neben Reker werden vier weitere Menschen schwer verletzt. Als Grund für das Attentat nennt der Täter die Flüchtlingspolitik der Parteilosen, die von CDU, Grünen und FDP unterstützt wird. Einen Tag später wählen die Kölner Henriette Reker, noch im Krankenhaus, zur Oberbürgermeisterin.

Quelle: dpa

Heidenau, August 2015: Zuerst greifen Rechtsextreme in diesem Sommer Flüchtlinge, Polizisten und Unterkünfte in Heidenau an. Dann wird Jürgen Opitz, CDU-Bürgermeister der Kleinstadt bei Dresden, zur Zielscheibe der Ausländerfeinde. Seine Familie wird mit Gewalt bedroht. Opitz lässt sich nicht unterkriegen. Als im Frühjahr 2017 die Spannungen zwischen Migranten und Fremdenhassern wieder steigen, appelliert er an die Bürger: „Lassen Sie sich nicht von Hetze oder von Aufrufen zu Gewalt verführen oder verunsichern!“

Quelle: dpa-Zentralbild

Oersdorf, September 2016: Joachim Kebschull, Bürgermeister des schleswig-holsteinischen Oersdorf, ist auf dem Weg zu einer Sitzung des Bauausschusses, als er von hinten mit einem Knüppel niedergeschlagen wird. Der Täter flüchtet, Kebschull erleidet eine Gehirnerschütterung. Der Politiker der Wählervereinigung Oersdorf engagiert sich für Flüchtlinge, hat deshalb mehrfach Drohbriefe erhalten – zuletzt am Tattag mit den Worten „Wer nicht hören will, muss fühlen“ und „Oersdorf den Oersdorfern“. Genau ein Jahr später tritt Kebschull „aus gesundheitlichen Gründen“ von allen Ämtern zurück.

Quelle: OeWV
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