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Hells Angels nach tödlichen Schüssen in Leipzig vor Gericht

Attacke auf der Eisenbahnstraße Hells Angels nach tödlichen Schüssen in Leipzig vor Gericht

Nach tödlichen Schüssen im Leipziger Rockermilieu müssen sich ab Montag vier Rocker der Hells Angels wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Einer von ihnen sollmehrere Schüsse auf Mitglieder des verfeindeten Rocker-Clans United Tribuns abgegeben haben.

Trauermarsch für das getötete Mitglied der United Tribuns am 10. September 2016 in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Nach tödlichen Schüssen im Leipziger Rockermilieu müssen sich ab Montag (11.00 Uhr) vier Rocker der Hells Angels wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Einer von ihnen soll am 25. Juni vergangenen Jahres in der als Kriminalitäts-Hotspot berüchtigten Eisenbahnstraße mehrere Schüsse auf Mitglieder des verfeindeten Rocker-Clans United Tribuns abgegeben haben. Ein 27-Jähriger starb, zwei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.

Die anderen drei Angeklagten sollen sich beteiligt haben, heißt es. Bis Januar 2018 sind 36 Gerichtstermine angesetzt. Bei dem Prozess soll es verschärfte Sicherheitsvorkehrungen geben.

Was sich genau am 25. Juni 2016 im Leipziger Osten abgespielt hat, ist immer noch unklar. Die Staatsanwaltschaft wollte Details bis zum Prozessbeginn unter Verschluss halten. Klar ist bisher nur: Ein damals 30-jähriger Hells Angel soll Schüsse auf mehrere Mitglieder des Rocker-Clans United Tribuns abgegeben haben. Die anderen Angeklagten sollen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit „Gewalttätigkeiten“ beteiligt haben. Ihr Ziel: den Tötungsplan vollenden. 

Laut Staatsanwaltschaft suchten die Hells Angels wahrscheinlich gezielt die Auseinandersetzung, um sich für einen früheren Übergriff der United Tribuns zu rächen. Das sächsische Innenministerium warnte nach den Schüssen vor weiteren Racheakten. Es bestehe „ein erhöhtes Vergeltungsrisiko durch die United Tribuns“, zudem könne es zu wechselseitigen Machtdemonstrationen kommen.

Der mutmaßliche Schütze wurde noch am Tag der Tat festgenommen, kam unmittelbar darauf in U-Haft. Die drei weiteren Angeklagten folgten in den Tagen und Monaten darauf und sitzen bis heute ohne Unterbrechung im Gefängnis - bis auf einen. Ausgerechnet der Chef der Leipziger Hells Angels kam zwischenzeitlich frei - nur um dann im Winter mit neuem Haftbefehl erneut international gesucht zu werden. Einem Großaufgebot von 100 Polizisten gelang es schließlich in Wien, den Mann wieder festzunehmen. 

LVZ

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