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Dresden massiv von Brandanschlägen auf Bahn betroffen

Zugverkehr teilweise noch gestört Dresden massiv von Brandanschlägen auf Bahn betroffen

Auf zahlreiche Signalanlagen und Kabelschächte der Deutschen Bahn im Bundesgebiet sind in der vergangen Nacht Brandanschläge verübt worden – unter anderem in Leipzig. In Dresden ging zunächst gar nichts. Jetzt rollen die ersten Züge wieder.

Am Dresdner Hauptbahnhof geht derzeit gar nichts mehr.

Quelle: DNN

Dresden. Auf zahlreiche Signalanlagen und Kabelschächte der Deutschen Bahn im Bundesgebiet sind in der vergangen Nacht Brandanschläge verübt worden – unter anderem in Leipzig. In Dresden fuhr während des frühen Vormittages kein Zug. Gegen Nachmitag rollten die ersten Züge wieder.

Wie die Dresdner Bundespolizei mitteilt, hat es in der Landeshauptstadt keine Brandanschläge gegeben. Die massiven Ausfälle im Zugverkehr seien durch die Vorfälle in Leipzig zu erklären. Das elektronische Stellwerk am Bahnhof Neustadt und am Hauptbahnhof seien ausgefallen. Bundespolizisten hätten am morgen mehrere Züge evakuieren müssen, die nicht komplett in den Dresdner Hauptbahnhof einfahren konnten. Wie die Bahn mitteilt, bemühe man sich in Dresden um ein Ersatzverkehr durch Busse. Züge, die aus Tschechien kommen, mussten am Montagvormittag vor der Grenze warten.

Aufgrund mehrerer Brandanschläge auf Bahnanlagen im Raum Leipzig fällt der Bahnverkehr am Montagmorgen komplett aus.

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Neben den Bahnanlagen in Leipzig griffen die unbekannten Täter unter anderem auch in Hamburg, Berlin sowie auf Strecken in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Technik der Deutschen Bahn an und legten so den Verkehr teilweise lahm. Wie die Bundespolizei erklärte, konnten in einigen Fällen Brandvorrichtungen auch noch unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten. Mit einem Hubschrauber werde aus der Luft auch nach weiteren Brandorten gesucht. Insgesamt sollen an mindestens zwölf Strecken Schäden aufgetreten sein, hieß es.

Störungen ziehen sich eventuell bis Dienstag hin

Wie ein Bahnsprecher am späten Montagabend sagte, könnten sich einzelne Störungen im Zugverkehr noch bis Dienstag hinziehen. Am Montagabend waren immer noch Teile des Regional- und Fernverkehrs in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von Ausfällen und Verspätungen betroffen. Es werde weiter mit Hochdruck an der Behebung der Schäden gearbeitet, so der Bahn-Sprecher. Noch sei unklar, ob zum Berufsverkehr am Dienstagmorgen wieder ein normaler Bahnverkehr möglich ist. Mit genaueren Informationen wird erst in den frühen Dienstagmorgenstunden gerechnet. Fahrgäste sollten sich möglichst über das Internetportal Bahn.de über einzelne Zugverbindungen informieren.

G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg

Wie OAZ-Sprecherin Kathleen Doetsch am Montag erklärte, sollen die Unbekannten an den vier Streckenabschnitten rings um Leipzig zwischen 1 Uhr und 4.30 Uhr Feuer gelegt haben. Nach Angaben der Bundespolizei konnte in einigen Fällen verhindert werden, dass sich die Flammen ausbreiteten. Aktuell suche ein Hubschrauber nach weiteren betroffenen Signalanlagen und Kabelschächten. Aufgrund der parallel auch in anderen Bundesländern stattgefundenen Attacken gehen die Ermittler von einer koordinierten Aktion aus, halten dabei einen Bezug zum anstehenden G20-Gipfel in Hamburg für möglich, so OAZ-Sprecherin Doetsch.

Entsprechende Vermutungen wurden am Montagvormittag von einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben bestätigt. Darin schreibt die sich selbst „Shutdown G20 – Hamburg vom Netz nehmen!“ nennende Aktivisten-Gruppe unter anderem: „Heute Morgen haben wir die Kabelstränge entlang mehrerer Hauptstrecken der Bahn in Brand gesetzt. Die Bahn nutzt die Kabelkanäle neben den Gleisen nicht nur für die interne Signalübermittlung sondern vermietet die Schächte auch an andere Datennetz-Betreiber. Wir unterbrechen die alles umfassende wirtschaftliche Verwertung. […] Wir werden die Maschinisten nicht aufhalten, noch nicht. Aber wir zeigen auf, wie es möglich ist, die Maschine zum Stottern zubringen, obwohl wir selbst Teil der Maschine sind und immer tiefer in sie eingepasst werden sollen.“

Am 7. und 8. Juli treffen sich die Führungskräfte der 20 mächtigsten Industrieländer zum G20-Treffen in Hamburg. Mehrere Initiativen und Gruppen haben bereits seit Monaten Proteste angekündigt, es wird mit Zehntausenden Gegendemonstranten in der Hansestadt gerechnet.

Matthias Puppe, hh, DNN

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