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Unter Strom: E-Bikes werden in Sachsen immer beliebter

Steigende Verkäufe Unter Strom: E-Bikes werden in Sachsen immer beliebter

Die Lust am Radeln wächst – auch dank des oft schon eingebauten Rückenwindes. Fahrräder mit Elektromotor sind der Renner, der ganze Wirtschaftsbranchen antreibt. 560 000 E-Bikes wurden laut Prognose des Zweiradindustrieverbands (ZIV) 2016 verkauft, das war fast ein Viertel mehr als im Rekordjahr zuvor.

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Quelle: dpa

Leipzig.  Die Lust am Radeln wächst – auch dank des oft schon eingebauten Rückenwindes. Fahrräder mit Elektromotor sind der Renner, der ganze Wirtschaftsbranchen antreibt. 560 000 E-Bikes wurden laut Prognose des Zweiradindustrieverbands (ZIV) 2016 verkauft, das war fast ein Viertel mehr als im Rekordjahr zuvor. Damit sind allein in Mitteldeutschland an die 150 000 Elektroräder unterwegs, bundesweit stieg ihre Zahl auf über drei Millionen. Bereits jedes 20. der fast vier Millionen Drahtesel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist ein flotter Stromer.

„Neben Stadt- und Trekkingrädern sind vor allem sportliche E-Bikes begehrt“, erklärt ZIV-Sprecher David Eisenberger. „Schon jedes fünfte Mountainbike tankt an der Steckdose Kraft für kommende Anstiege.“ Auch Lasten-, Renn- und Kinderräder lassen sich elek-
trisch beschleunigen.

„Der individuelle Spaß auf zwei Rädern ist gelebte Elektromobilität“, sagt Ines Kurze vom Dresdner Messeveranstalter Ortec, der von heute bis zum Sonntag im Ostrapark an der Elbe bei den sechsten E-Bike-Days die neuesten Trends vorstellt. „E-Bikefahrer müssen nicht mit Förderprämien gelockt werden – sie stimmen mit den Füßen ab.“

Rund 100 000 Arbeitsplätze hängen bundesweit direkt oder indirekt vom E-Bike ab, schätzt der Branchenverband VSF. „Das sind gut 35 Prozent aller Arbeitsplätze in den einschlägigen Branchen“, sagt Geschäftsführer Albert Herresthal. Mindestens jedes vierte im Radtourismus genutzte Fahrrad sei ein E-Bike. „Sachsen und Thüringen sind aufgrund der schönen Landschaft und der beliebten Flussradwege für Radtouristen besonders attraktiv“, lobt der Experte. „E-Bikes sind hier ideal für Menschen, die es etwas bequemer haben möchten, oder auch im sportlichen Bereich für Reisen in bergiger Topografie.“

Auch in Ostdeutschland, wo Little John Bikes die meisten seiner 25 Filialen betreibt, steigen die Verkaufszahlen jedes Jahr an. „Das Umweltbewusstsein wächst, und steigende Einkommen wecken die Neugier auf hochwertige Räder“, erklärt Medienmanager Stefan Lozowik. Im Schnitt kostet ein E-Bike, das bis Tempo 25 mitkurbelt, rund 2750 Euro. Nach oben gibt es kaum Grenzen. Ein Haibike Xduro FullSeven Carbon schlägt schon mit 14 999 Euro ins Kontor. Noch abgefahrenere Einzelanfertigungen reichen bis in sechsstellige Sphären.

Rund 15 Prozent der bei Little John Bikes verkauften Fahrräder waren im vorigen Jahr E-Bikes, „fast doppelt so viele wie in den Jahren zuvor. Dieser Trend wird sich auch 2017 fortsetzen“, prognostiziert Radexperte Lozowik. Neben immer kleineren und potenteren Akkus und Motoren gehe es um mobile Vernetzung zum Smartphone, Tracking, Routenexporte und Notruf-Funktionen. Zudem werden Elektroantriebe immer unauffälliger, da Komponenten zunehmend mit Rahmen und Tretlagern verschmelzen.

Allerdings hat der Trend auch eine Kehrseite: Allein von Januar bis September letzten Jahres waren Pedelec-Fahrer bundesweit in 3214 Unfälle verwickelt, bei denen 46 Menschen starben, das waren 39 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Von Winfried Mahr

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