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Tempo 30 soll Autos vor Schulen und Krankenhäusern ausbremsen

Geschwindigkeitsbegrenzung Tempo 30 soll Autos vor Schulen und Krankenhäusern ausbremsen

Fuß vom Gas! Vor allem vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Seniorenheimen heißt es in sächsischen Städten immer öfter Tempo 30. Seit fast einem Jahr dürfen die Kommunen auf Hauptverkehrsstraßen vor solchen Einrichtungen die Geschwindigkeit eigenständig herabsetzen.

Symbolbild

Quelle: Andreas Doering

Dresden . Fuß vom Gas! Vor allem vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Seniorenheimen heißt es in sächsischen Städten immer öfter Tempo 30. Seit fast einem Jahr dürfen die Kommunen auf Hauptverkehrsstraßen vor solchen Einrichtungen die Geschwindigkeit eigenständig herabsetzen. Und sie haben reichlich von der neuen Regelung Gebrauch gemacht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den großen Städten Sachsens ergab. Die Fahrer müssen sich oft noch umstellen.

Im September wurde auf der Fetscherstraße in Dresden Tempo-30-Schilder aufgestellt. Da gibt es am Universitätsklinikum ein Herzzentrum sowie auf der anderen Straßenseite ein Pflege- und Seniorenheim. Die Autofahrer waren von der neuen Regelung auf der großzügig ausgebauten Straße mit vier Fahrspuren und Straßenbahngleisen in der Mitte offensichtlich überrascht. Bei einer ersten Kontrolle war von rund 200 Fahrzeugen etwa jedes vierte zu schnell. Etwa eine Woche später war es jedes dritte von rund 1800 Fahrzeugen.

Eigenen Angaben zufolge haben jedoch weder das Herzzentrum noch das DRK, der Träger des Pflegeheimes, von der Stadt Tempo 30 vor der Haustür gefordert. Dem Pflegeheim war die neue Geschwindigkeitsregelung noch nicht einmal aufgefallen. Eine Veränderung sei nicht zu spüren.

Etwa 90 Standorte hat die Straßenverkehrsbehörde in Dresden von Amts wegen sowie auf Grund von Anfragen von Dresdnern auf Tempo 30  untersucht. Für 34 sei die Prüfung abgeschlossen, hieß es. An 16 wurde Tempo 30 erlassen.

Viele Eltern hätten mitgemacht und Ideen geliefert, sagt der Vorsitzende des Landeselternrates Sachsen, Michael Becker. „Aber wir haben deutlich mehr als nur ein stupides Aufspannen von Tempo 30 Strecken vor Schulen gefordert.“ Das sei nur die Reaktion auf ein Symptom, das ändere das Verhalten der Autofahrer nicht. „Hier helfen möglicherweise unangekündigte Kontrollen, vor denen nicht im Radio gewarnt wird oder die auf der Blitzer-App zu finden sind. Auch Kampagnen könnten helfen, dass Menschen ihr Verhalten im Straßenverkehr überdenken.“

In Chemnitz wurden laut Stadt etwa 100 Einrichtungen ermittelt, an denen Tempo 30 in Frage kommen könnte - darunter 25 Schulen und Horte sowie 31 Kindertagesstätten. Im März wurden die ersten Tempo 30-Schilder aufgestellt. Jetzt seien die Straßen vor allen Grundschulen in der Stadt so beschildert. Bis Jahresende sollen die Prüfung komplett abgeschlossen sein.

Von 146 Schulen in Leipzig gab es laut Stadt schon vor der Neuregelung 113 mit Tempo 30. Für weitere 29 seien inzwischen eine Anordnung erlassen worden oder laufe ein Anhörungsverfahren. Ähnlich sieht es bei den 246 Kitas aus. Dort hatten schon 176 Tempo 30. „Für weitere 15 wurde eine Anordnung entsprechend der Neuregelung erlassen“, sagt der Leiters des Verkehrs- und Tiefbauamtes, Michael Jana.

„Es muss jeder die Vernunft haben zu akzeptieren, dass an diesen Stellen langsamer gefahren werden muss“, sagt Markus Löffler vom ADAC in Sachsen. „Die neue Regelung ist vernünftig und es wird verantwortungsvoll damit umgegangen.“ Er habe noch nicht erlebt, dass die Kommunen „mit der Gießkanne“ Tempo 30 verteilt hätten. Das werde alles genau geprüft.

dpa

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