Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Google+
Sicherheitsfirmen suchen dringend Leute

Flüchtlingskrise und Terrorangst: Sicherheitsfirmen suchen dringend Leute

Private Sicherheitsdienste in Mitteldeutschland suchen händeringend neue Mitarbeiter. Die Absicherung von Flüchtlingsunterkünften und die zunehmende Unsicherheit seit den Terroranschlägen in Paris habe die Nachfrage nach privatem Wachschutz enorm angeheizt.

Quelle: Archiv

Dresden. Private Sicherheitsdienste in Mitteldeutschland suchen händeringend neue Mitarbeiter. Die Absicherung von Flüchtlingsunterkünften und die zunehmende Unsicherheit seit den Terroranschlägen in Paris habe die Nachfrage nach privatem Wachschutz enorm angeheizt, teilte der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft mit. Etwa jedes dritte der bundesweit 900 Mitgliedsunternehmen sei in den zurückliegenden Tagen angefragt worden, doch die Firmen sind meist überfordert.

"Der Markt für geeignete Mitarbeiter ist praktisch leergefegt", konstatierte Harald Meßner. Der Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes, der drei Viertel der Firmen mit insgesamt 12 000 Sicherheitsleuten in Sachsen vertritt, spricht von bundesweit 5000 offenen Stellen. Rund 500 sind derzeit in Sachsen und Thüringen unbesetzt. Selbst Quereinsteiger aus anderen Berufen könnten sich jederzeit über die Arbeitsagentur oder direkt bei den Unternehmen bewerben.

Durch den Flüchtlingszustrom seien die Anforderungen in der Ausbildung und im Dienst enorm gestiegen. "Die Verdienstaussichten hinken dieser Realität leider hinterher", nennt Meßner einen möglichen Grund für den Personalmangel. Um die neun Euro Stundenlohn winken angehenden Objektschützern. "Das deckt den Aufwand in keiner Weise", betonte Sachsens Verbandschef. Deeskalationstraining, Einweisung in soziale und kulturelle Besonderheiten der Flüchtlinge, Schutzimpfungen, doppelt besetzte Schichten, Stichschutzwesten und ähnlicher Mehraufwand kosteten Geld. Meßner appellierte an Landkreise und Kommunen, nicht nach den billigsten Angeboten Aussschau zu halten. "Stattdessen sollte die Qualität, die eine Sicherheitsfirma bietet, den Ausschlag geben."

Gleichzeitig sprach sich der Branchenverband für eine gründlichere Überprüfung aller Mitarbeiter aus, um "schwarze Schafe" mit ausländerfeindlichen oder radikalen Einstellungen auszufiltern. "Dabei sind wir auf die Zuarbeit von anderen Behörden wie dem Verfassungsschutz angewiesen", so Meßner. Im Frühjahr will sich der Bundesverband in Dresden mit weiteren Jobvoraussetzungen wie interkultureller Kompetenz oder Fremdsprachenkenntnissen der Mitarbeiter befassen, um beispielsweise bei religiösen Streitigkeiten effektiver eingreifen zu können.

Wegen der anhaltenden Zuwanderung will Sachsens Landesregierung 550 zusätzliche Wachpolizisten einsetzen. Diese werden laut Innenministerium vom Frühjahr an beim Objektschutz und der Personenbewachung in den 45 Erstaufnahmeeinrichtungen eingesetzt. Die Kosten für die Wachpolizei, die bis 2020 existieren soll, liegen für die Erstausstattung rund vier Millionen Euro, die Einsatzkräfte selbst kosten dann rund 23 Millionen pro Jahr.

Winfried Mahr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr