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Schallschutzwände und Flüsterbremsen – die Bahn will leiser werden

Sonderprogramm fürs Elbtal Schallschutzwände und Flüsterbremsen – die Bahn will leiser werden

Die Bahn wird leiser: Von 2017 bis 2020 werden der Bund und die Deutsche Bahn insgesamt über 600 Millionen Euro in den Lärmschutz investieren – vordringlich in die Umrüstung der Wagen, in Streckensanierung und Lärmschutzwände. Allein im Oberen Elbtal seien für rund 60 Millionen Euro insgesamt 35 Einzelprojekte geplant.

Von 2017 bis 2020 werden der Bund und die Deutsche Bahn insgesamt über 600 Millionen Euro in den Lärmschutz investieren.

Quelle: Deutsche Bahn

Leipzig. Die Bahn wird leiser: Von 2017 bis 2020 werden der Bund und die Deutsche Bahn insgesamt über 600 Millionen Euro in den Lärmschutz investieren – vordringlich in die Umrüstung der Wagen, in Streckensanierung und Lärmschutzwände. Zusätzliche Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes werden für Maßnahmen wie an den Brennpunkten Oberes Elbtal, Mittelrheintal und Inntal bereitgestellt, sagte Andreas Gehlhaar, Leiter des Umweltbereiches bei der Deutschen Bahn. „Wir lösen Schritt für Schritt das Versprechen ein, bis 2020 den Schienenlärm zu halbieren“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der 45-Jährige, der im Februar zusätzlich den Job des Lärmschutzbeauftragten im Bahnkonzern übernommen hat, legt heute anlässlich des Tags gegen Lärm erstmals einen entsprechenden Bericht vor.

Allein im Oberen Elbtal seien für rund 60 Millionen Euro insgesamt 35 Einzelprojekte geplant wie die Errichtung von Lärmschutzwänden auf einer Länge von 30 Kilometern und der Einbau von Schienenstegdämpfern auf knapp 35 Kilometern. Die Projekte sollen nach Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden, sagte Gehlhaar. Zu den größeren Maßnahmen in Mitteldeutschland gehört ferner die Errichtung von 20 Kilometern Lärmschutzwänden im Bereich der neuen Zugbildungsanlage in Halle.

Die Bahn macht Druck, weil der Bundestag ein Gesetz verabschiedet hat, das Anwohner an Bahnstrecken besser vor Schienenlärm schützen soll. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 soll es in Kraft treten. Es sieht vor, dass laute Güterzüge künftig weitgehend verboten werden. Die Bahn begrüße das Gesetz, da es klare Regeln und Rahmenbedingungen für die Brache schafft, sagte Gehlhaar. Im Konzernprogramm „ZukunftBahn“ sei Lärmschutz eine feste Größe. „Denn nur, wenn es uns gelingt, leiser zu werden, schaffen wir die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung für den umweltfreundlichen Schienengüterverkehr“, sagte der Bahnmanager, der bis Mitte 2016 Büroleiter im Kanzleramt war.

Zwischen 1999 und 2016 seien bundesweit rund 1600 Kilometer lärmbelastete Strecke saniert worden – insbesondere durch den Aufbau von Schallschutzwänden und den Einbau von Schutzfenstern. Für dieses Jahr sei die Sanierung von weiteren rund 100 Kilometern vorgesehen. Bis 2020 sollen 2000 Streckenkilometer fertig sein. Dafür will die Bahn jährlich deutlich mehr als 100 Millionen Euro Bundesmittel verbauen. Im vergangenen Jahr habe man für diesen Zweck nur etwa 80 Millionen Euro abgerufen. „Damit sind wir nicht zufrieden, denn wir hatten uns mehr vorgenommen“, räumte Gehlhaar selbstkritisch ein. Fehlendes Baurecht und Klagen hätten das verhindert.

Die Umrüstung der Fahrzeugflotte bei der Güterverkehrstochter DB Cargo komme hingegen wie geplant voran. Aktuell seien bereits bei rund 35 000 Güterwagen die lauten Grauguss-Bremsen gegen sogenannte Flüsterbremsen aus Verbundstoff ausgetauscht worden. „Bis Jahresende soll die Zahl auf 40 000 anwachsen, was etwa 60 Prozent unserer Cargoflotte entspricht“, sagte Gehlhaar. Bis 2020 soll dann die komplette Flotte (rund 64 000 Wagen) leiser unterwegs sein.

Von Andreas Dunte

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