Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Google+
Sachsens Öko-Landbau legt weiter zu - 15 Prozent Plus bei Öko-Prämie

Öko Sachsens Öko-Landbau legt weiter zu - 15 Prozent Plus bei Öko-Prämie

Der Öko-Landbau in Sachsen ist weiter auf dem Vormarsch: Für das laufende Jahr haben 620 Betriebe eine Öko-Prämie beantragt. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Landwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Bei der Öko-Fläche liegt der Zuwachs mit 28,5 Prozent noch höher.

Voriger Artikel
Spuk unterm Riesenrad – Hochzeit erst verboten, dann doch erlaub
Nächster Artikel
Wetterdienst warnt vor starkem Unwetter in Ostsachsen
Quelle: dpa

Dresden. Der Öko-Landbau in Sachsen ist weiter auf dem Vormarsch: Für das laufende Jahr haben 620 Betriebe eine Öko-Prämie beantragt. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Landwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Bei der Öko-Fläche liegt der Zuwachs mit 28,5 Prozent noch höher. Demnach stellten sächsische Bauern, die künftig „bio“ produzieren wollen, Anträge für insgesamt 52 400 Hektar Ackerland (2016: 40 800 Hektar).

„Wir hatten bereits im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg beim Öko-Landbau. Der erneute Zuwachs ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU). Seit diesem Jahr hat der Freistaat die Förderung für umstellungswillige Agrarunternehmen erhöht. In den ersten beiden Jahren bekommen neue Bio-Landwirte nun je nach angebauter Kultur zwischen 330 und 1410 Euro pro Hektar.

Das sind bis zu 500 Euro mehr als bisher in der sogenannten Umstellungszeit. Diese Zeit sei schwierig, weil die Landwirte zwar schon nach Öko-Kriterien anbauen müssten, ihre Ware aber noch nicht als „öko“ verkaufen dürften. „Ich bin mir sicher, dass die höheren Prämien ein wesentlicher Grund für den erneuten Zuwachs sind“, sagte Schmidt. Insgesamt stehen bis 2020 mehr als 50 Millionen Euro für die Förderung des Öko-Landbaus im Freistaat zur Verfügung.

Hintergrund

Alle ökologisch wirtschaftenden Betriebe unterliegen einem speziellem Kontrollsystem, festgelegt in der EU-Ökoverordnung. Darüber werden nach Angaben des Dresdner Landwirtschaftsministeriums alle Ökobetriebe erfasst. Im vergangenen Jahr bewirtschafteten demnach 604 Betriebe eine Fläche von rund 48 000 Hektar. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor.

Jedoch beantragen nicht alle Öko-Bauern die sogenannte Öko-Prämie, eine Agrarförderung während der Umstellungszeit von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft. Das ist unter anderem der Fall, wenn nicht der gesamte Hof ökologisch bewirtschaftet wird und damit nicht antragsberechtigt ist, wie das Ministerium erläutert. So wurden beispielsweise 2015 rund 3200 Hektar Land von 64 Betrieben bewirtschaftet, ohne einen Antrag auf Ökoland-Förderung zu stellen.

Neben einer Vielzahl kleinerer Betriebe gibt es in Sachsen derzeit drei große Agrarbetriebe, die künftig nach Bio-Richtlinien arbeiten wollen. Einer davon, das Unternehmen Agrofarm 2000 im vogtländischen Eichigt, hat das erste Jahr der Umstellung bereits hinter sich. Auf rund 3200 Hektar Fläche verabschieden sich die 100 Mitarbeiter derzeit von der konventionellen Landwirtschaft. „Die Denkweise ändert sich, man hinterfragt nun manche Methode, die einem immer selbstverständlich vorkam“, sagte Geschäftsführer Gerhard Feustel.

Der Ackerbau sei bereits vollständig umstrukturiert, um die rund 3000 Rinder komplett mit betriebseigenem Futter versorgen zu können. Neben Gras, Klee, Erbsen, Bohnen und Lupinen werde Silo-Mais angebaut, um die Tiere nach ökologischen Standards zu füttern. „Bei der Milchleistung haben wir hierdurch einen spürbaren Rückgang von 15 Prozent, den wir aber auch so erwartet haben“, erläuterte Feustel.

Bis zum kommenden Herbst muss auch die Haltung der Milchkühe den Richtlinien des Anbauverbands Bioland gerecht werden. Aktuell werden dafür die Grundvoraussetzungen geschaffen. Statt Ställen im XXL-Format mit mehr als 1000 Kühen entstünden derzeit kleinere Ställe für maximal 200 Tiere - inklusive Blick in den Himmel dank offener Dächer. Im Sommerhalbjahr dürfen die Tiere künftig auch auf die Weide. „Das gab es bislang nicht“, sagte Feustel, der seit 30 Jahren in der Landwirtschaft tätig ist.

Der vogtländische Betrieb habe sich bewusst für den Bio-Weg entschieden. Die Idee, die Agrargenossenschaft zu übernehmen und umzustellen, geht auf Thomas Greim zurück. Er ist Gründer des Biogroßhändlers Dennree mit Hauptsitz im nordbayerischen Töpen (Landkreis Hof), nur etwa 30 Kilometer von Eichigt entfernt. Zu dem Unternehmen gehört auch das Tochterunternehmen „denn’s Biomarkt“ mit mehr als 260 Filialen in Deutschland und Österreich. Der Gesamtumsatz der Biobranche in Deutschland liegt nach Angaben des Dachverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) derzeit bei rund 9,5 Milliarden Euro.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

19.09.2017 - 13:00 Uhr

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden sowie der Verein "Gerede" laden in die Neustadt ein. 

mehr
  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr