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Rente mit 63: Beliebt in Sachsen, aber Arbeitgeber beklagen Personalnot

Weiter viele Anträge Rente mit 63: Beliebt in Sachsen, aber Arbeitgeber beklagen Personalnot

Die Rente mit 63 bleibt bei Arbeitnehmern in Sachsen und Thüringen äußerst beliebt, führt bei Unternehmen aber zu immer größerer Personalnot. Im vergangenen Jahr gingen bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland insgesamt 23 417 Anträge ein.

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Quelle: dpa

Leipzig.  Die Rente mit 63 bleibt bei Arbeitnehmern in Sachsen und Thüringen äußerst beliebt, führt bei Unternehmen aber zu immer größerer Personalnot. Im vergangenen Jahr gingen bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland insgesamt 23 417 Anträge auf diese Rente für besonders langjährige Versicherte, so die korrekte Bezeichnung, ein. Davon 11 039 Anträge von Versicherten mit Wohnort in Sachsen, 6311 aus Thüringen und 5954 aus Sachsen-Anhalt. Das teilt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) auf Nachfrage mit.

Damit lagen die Zahlen auf dem Niveau von 2015 (23 670 Anträge). Die tatsächliche Zahl sei höher, sagt Ursula Wächter von der DRV Mitteldeutschland. „Die bei uns Versicherten machen etwa die Hälfte aller Rentenversicherten in den drei Ländern aus.“ Der Rest sei bei anderen Trägern.

Die Rente mit 63 sei die falsche Antwort auf den demografischen Wandel, kritisiert Sandra Lange vom sächsischen Arbeitgeberverband VSW. „Auf diese Weise werden den Unternehmen quasi von heute auf morgen viele Fachkräfte und damit Know-how entzogen.“ Vor allem für die klein- und mittelständischen Unternehmen bleibe es schwierig, die Lücken zu schließen. Und die Situation werde nicht besser. In Sachsen sei das Durchschnittsalter der Belegschaften hoch. Der Anteil der 55-Jährigen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe sich auf 20 Prozent erhöht.

Die DRV gibt alles andere als Entwarnung. Dort geht man davon aus, dass die Zahl der Antragsteller aus Mitteldeutschland im Gegensatz zu der bundesweiten Entwicklung in den nächsten Jahren weiter hoch bleibt. Grund dafür sei die Vielzahl „geschlossener Arbeitsbiografien“ im Osten, wie DRV-Sprecherin Wächter sagt. Anders als in Westdeutschland gebe es im Osten zudem wesentlich mehr Frauen mit der für die abschlagsfreie Rente erforderlichen Zahl von 45 Beitragsjahren.

Die Rente mit 63 werde die Beitragszahler – vor allem die jüngere Generation – langfristig teuer zu stehen kommen, so Lange. Steigende Beitragssätze werden zwangsläufig den Faktor Arbeit verteuern und damit auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze behindern.

Der DGB sieht in der Rente mit 63 eine Entlastung für „Menschen mit einem sehr langen Arbeitsleben“. Die Arbeitgeber sollten ihre Personalentwicklung den Gegebenheiten anpassen, rät Sachsens DGB-Vize Markus Schlimbach. „Sie sollten endlich Jüngeren eine Chance geben. Es gibt Reserven wie die Vielzahl an befristeten Arbeitsverträgen und die hohe Teilzeitquote im Land zeigen.“

Von der 2014 eingeführten Rente mit 63 konnten die Geburtsjahrgänge 1951 und 1952 – die nötigen Beitragsjahre vorausgesetzt – besonders profitieren. Für jeden nachfolgenden Jahrgang verschiebt sich der Ruhestand um jeweils zwei Monate nach hinten. Wer 1964 geboren ist, kann dann erst mit 65 in Rente gehen. Arbeitnehmer unter 45 Beitragsjahren müssen bereits jetzt länger arbeiten, denn seit dem Jahr 2012 wird das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 angehoben. Wer seine Rente früher erhalten will, muss in aller Regel Abschläge in Kauf nehmen.

Von Andreas Dunte

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