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Preisverleihung in Torgau: „Das unerschrockene Wort“ geht an zwei Paare

Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit Preisverleihung in Torgau: „Das unerschrockene Wort“ geht an zwei Paare

Sie haben Brandstiftern getrotzt und sich rechten Einflüssen entgegengestellt: Für ihr couragiertes Auftreten und Handeln sind das ehemalige Bürgermeister-Ehepaar Markus und Susanna Nierth sowie das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ geehrt worden.

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Gruppenbild mit Ex-Bundestagspräsidentin: Rita Süßmuth (Mitte, CDU) überreichte in Torgau als Laudatorin die Luther-Preise an Susanna und Markus Niehrt aus Tröglitz (rechts neben Rita Süßmuth) sowie Birgit und Horst Lohmeyer aus Mecklenburg.

Quelle: Wolfgang Sens

Torgau. Sie haben Brandstiftern getrotzt und sich rechten Einflüssen entgegengestellt: Für ihr couragiertes Auftreten und Handeln sind das ehemalige Bürgermeister-Ehepaar Markus und Susanna Nierth sowie das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ geehrt worden. Die mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Auszeichnung, die der Bund der Lutherstädte alle zwei Jahre vergibt, wurde am Sonnabend in der Schlosskirche von Torgau verliehen.

Markus Niehrt und seine Frau Susanna aus Tröglitz (Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt) wurden deutschlandweit bekannt, als im April 2015 der Dachstuhl eines für Flüchtlinge vorgesehenen Wohnhauses in ihrem Ort ausbrannte. Laut Polizei war Brandstiftung die Ursache. Täter wurden nicht gefasst und die Ermittlungen im vergangenen Juli eingestellt. Der Bürgermeister hatte sich für die Unterbringung der Flüchtlinge engagiert. Deswegen hatten unter anderem NPD-Mitglieder Demonstrationen auch vor dem Haus des Paares organisiert. Markus Niehrt war daraufhin von seinem Amt als Bürgermeister zurückgetreten. „Ich nehme gerührt diesen Preis stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen und Kommunalpolitiker an, die in diesen Tagen für ihre Geradlinigkeit, für ihre Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe brutalen Hass und schlimmen Psychoterror, auch gegenüber ihren Familienmitgliedern, ertragen müssen“, sagte Markus Niehrt in seiner Dankesrede.

Das Ehepaar Lohmeyer lebt in dem als „Nazi-Dorf“ bekannt gewordenen Jamel in Mecklenburg-Vorpommern. Dort veranstalteten sie jährlich das Rockfestival gegen Rechts „Jamel rockt den Förster“. Mitte August 2015 hatten Unbekannte die Scheune auf dem Grundstück in Brand gesteckt. Die Tätersuche blieb bislang erfolglos. Das Musikfestival gibt es weiterhin. Sie empfänden den Preis als großartige Anerkennung ihres ehrenamtlichen Engagements, sagte Horst Lohmeyer. „Er gibt uns Kraft und das Gefühl des Nicht-allein-Seins im Kampf gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen in unserem Land.“

„Wer schweigt, stimmt zu“, sagte die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth in ihrer Laudatio. Horst und Birgit Lohmeyer sowie Markus und Susanna Nierth würden ihre Stimme unerschrocken und mutig gegen Rechtsextremismus erheben. Populismus weiche nur zurück vor entschlossenem Widerstand und engagierter Zivilcourage. Daher gehe die Auszeichnung zu Recht an beide Paare, sagte die CDU-Politikerin.

Die Begründung der Jury: „Nachdem der Preis in den Vorjahren mehrfach über die Landesgrenzen hinaus verliehen wurde, möchten wir im Reformationsjahr 2017 den Fokus auf gegenwärtige Herausforderungen im Heimatland Luthers legen. Die Ehepaare Nierth und Lohmeyer stehen mit ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement beispielhaft für den Kampf gegen demokratiegefähr­dende und rechtsextremistische Strömungen in Deutschland, den sie trotz andauernder Anfeindungen und Bedrohungen fortführen.“

Eine Jury aus den Bürgermeistern der 16 Lutherstädte und weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens hatte die Paare aus allen Vorschlägen gewählt. Der Preis wird seit 1996 vom Bund der Lutherstädte vergeben. Hierzu gehören das sächsische Torgau, Wittenberg, Magdeburg, Eisleben, Halle und Zeitz in Sachsen-Anhalt, Eisenach, Schmalkalden, Erfurt und Nordhausen in Thüringen, Coburg und Augsburg in Bayern, Worms und Speyer in Rheinland-Pfalz, Marburg (Hessen) und Heidelberg (Baden-Württemberg).

Von Martin Kloth und Bernd Lähne

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