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Ohne Umdenken kein Ende des Lehrermangels

Lehrerverband Ohne Umdenken kein Ende des Lehrermangels

Sachsens Lehrerverband sieht ohne ein Umsteuern der Politik kein Ende des Lehrermangels in Sicht. Am Freitag forderte er mehr Plätze für das Lehramtsstudium in Chemnitz und generell einen leichteren Zugang zu einem entsprechenden Studienplatz.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Lehrerverband sieht ohne ein Umsteuern der Politik kein Ende des Lehrermangels in Sicht. Am Freitag forderte er mehr Plätze für das Lehramtsstudium in Chemnitz und generell einen leichteren Zugang zu einem entsprechenden Studienplatz. „Wenn in der Hochschulpolitik nicht endlich ein Umdenken passiert, werden wir auch noch in zehn Jahren über Lehrermangel sprechen“, erklärte der Verband am Freitag. Die Studentenzahlen an den Universitäten in Dresden und Leipzig gerade für das Lehramt für Mittelschulen reiche bei weitem nicht aus, um den Bedarf nur annähernd zu decken.

Das zuständige Wissenschaftsministerium hält ein ganz anderes Problem für entscheidend: „Uns fehlen nicht Studienplätze, sondern eher junge Leute, die Lehramt studieren wollen“, sagte Ministerin Eva-Maria Stange (SPD) im Interview der „Freien Presse“. Ab Herbst habe man knapp 2400 Studienplätze pro Jahr für Lehrer vor allem in Leipzig und Dresden. Chemnitz sei mit 120 Studienanfängerplätzen für Grundschullehrer dabei. Ein Drittel aller Immatrikulierten komme aus westdeutschen Bundesländern. Ohne sie schaffe Sachsen schon heute nicht die geforderten Studentenzahlen.

Der Lehrerverband bezeichnete die Absage des Ministeriums an einen Ausbau der Ausbildung in Chemnitz als Fehlentscheidung. Der Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung sei spätestens seit 2015 offensichtlich. „Wenn überhaupt, können die Lücken in der Lehrerversorgung an Grundschulen, Oberschulen und Förderschulen nur durch einen hohen Anteil von Seiteneinsteigern geschlossen werden“, sagte Verbandschef Jens Weichelt. Zum Schuljahresbeginn 2016/2017 seien an Grundschulen 56 Prozent der neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneinsteiger gewesen, an den Oberschulen 58 Prozent.

Weichelt forderte, mehr sächsische Abiturienten zum Lehramtsstudium zuzulassen. Viele würden mit ihrer Bewerbung am hochschulinternen Numerus Clausus scheitern, da ihr Abi-Durchschnitt im Vergleich der Bundesländer aufgrund des anspruchsvollen sächsischen Abiturs nicht ausreiche: „Das fällt unseren eigenen Landeskindern jetzt auf die Füße.“ Die hiesigen Unis müssten deshalb Auswahlverfahren und Eignungsgespräche führen, um die „Spreu vom Weizen zu trennen“. Das Ministerium sollte endlich neue Wege gehen: „Ein "Weiter so" fährt unsere Bildungsqualität an die Wand.“

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