Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+
Neun der zehn Gefängnisse in Sachsen sind überbelegt

Kollaps droht Neun der zehn Gefängnisse in Sachsen sind überbelegt

Wegen Überbelegung droht den Gefängnissen in Sachsen der Kollaps. Die Hälfte der zehn Justizvollzugsanstalten sind mit mehr als 100 Prozent ihrer Kapazität besetzt, Chemnitz als negativer Spitzenreiter liegt bei einer Auslastung von 117 Prozent.

Auch die JVA in Zeithain leidet unter ihrer Überbelegung.

Quelle: imago stock&people

Dresden.

Von den zehn Haftanstalten im Freistaat liegt derzeit nur eine einzige unter der Belegungsgrenze von 90 Prozent. Dabei handelt es sich um Regis-Breitingen, wo von 297 Plätzen nur 202 mit Gefangenen besetzt sind. Dagegen gilt die Lage in den anderen Haftanstalten als nicht akzeptabel. Besonders trifft dies neben Chemnitz auf Zwickau (109,6 Prozent), Görlitz (101,9), Dresden (101,7) sowie Zeithain (101,4) zu. Die Quoten in den anderen Anstalten liegen zwischen 90 und 100 Prozent, von Waldheim (90 Prozent) über Leipzig (94) und Torgau (95,5) bis hin zu Bautzen (97,6).

Insgesamt sind im Freistaat Plätze für 3510 Gefangene vorhanden, 3404 davon sind belegt. Eine Auslastung über die Kapazitätsgrenze hinaus ist nur möglich, indem als Einzelzellen vorgesehene Räume mit Doppelstockbetten aufgerüstet werden. Die damit entstehende räumliche Enge gilt allgemein als problematisch. Verschärft wird das Ganze durch die gestiegene Anzahl ausländischer Gefangener, wodurch zum Teil höchst unterschiedliche Sitten und Religionen aufeinandertreffen. Nach Auskunft aus dem Justizministerium ist im Zuge der Asylkrise seit Anfang 2016 die Zahl der Ausländer in sächsischen Knästen von ehemals rund 550 auf jetzt 950 angewachsen – ein Plus von rund 400. Für Schollbach ist diese Gesamtlage nicht hinnehmbar. Der „untragbare Zustand“ führe nicht nur dazu, dass Vollzugsbedienstete „auf Verschleiß gefahren“ würden. Es stelle sich auch die Frage, ob Resozialisierung so überhaupt machbar sei. Fazit laut Schollbach: „Die gegenwärtige Lage ist das Resultat jahrelanger verfehlter Politik der CDU-geführten Staatsregierung.“

Gemkow ist die Problemlage durchaus bewusst. „Die Belegungssituation in unseren Anstalten ist weiterhin angespannt“, sagt der Justizminister. Ein Grund dafür sei allerdings auch die gestiegene Zahl von Ausländern. „Haftstrafen ausländischer Gefangener müssen daher verstärkt in deren Heimatländern vollstreckt werden“, fordert Gemkow. Besonderer Augenmerk liege dabei auf polnischen und tschechischen Gefangenen, doch auch die gewachsene Zahl Gefangener aus dem nordafrikanischen Raum stelle „die Bediensteten vor besondere Herausforderungen“.

Von Jürgen Kochinke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

17.10.2017 - 13:54 Uhr

Anlässlich der Begegenung zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SG Dynamo Dresden erlässt die Bundespolizeidirektion München ein Alkoholkonsumverbot in den Bahnen

mehr
  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr