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Masernwelle rollt in Sachsen: Neuer Ausbruch in Zwickau

68 Fälle im Freistaat Masernwelle rollt in Sachsen: Neuer Ausbruch in Zwickau

Die Masern sind in Sachsen stark auf dem Vormarsch. Aktuell sind dem Gesundheitsministerium in Dresden 68 Fälle bekannt. Fast täglich kämen neue hinzu, sagt Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Zum Vergleich: Im Vorjahr waren im Freistaat 35 Menschen an Masern erkrankt.

Die Masern sind in Sachsen stark auf dem Vormarsch.
 

Quelle: dpa

Zwickau/Dresden.  Die Masern sind in Sachsen stark auf dem Vormarsch. Aktuell sind dem Gesundheitsministerium in Dresden 68 Fälle bekannt. Fast täglich kämen neue hinzu, sagt Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Zum Vergleich: Im Vorjahr waren im Freistaat 35 Menschen an Masern erkrankt. Den größten Ausbruch gab es 2015 mit 270 Fällen. In den Jahren davor lagen die Fälle zumeist im einstelligen Bereich.

Nach dem Ausbruch im Februar in Leipzig mit 53 nachgewiesenen Infektionen gibt es aktuell einen weiteren in Zwickau. Dessen Ausmaß könne man noch nicht vollständig abschätzen. Das Zwickauer Gesundheitsamt unternehme alles, um die Situation in den Griff zu bekommen, so die Ministerin.

„Wir haben im Zwickauer Landkreis aktuell 13 an Masern Erkrankte“, berichtet Christa Götz, die Sachgebietsleiterin Hygiene im Zwickauer Gesundheitsamt. Zwei weitere Fälle sind im Landkreis Mittelsachsen bekannt. Allerdings gibt es zwischen den Fällen einen Zusammenhang. Wie das Landratsamt mitteilt, handelt es sich um eine Frau aus dem Altkreis Freiberg sowie einen Mann aus dem Altkreis Mittweida, die beide ungeimpft waren. Angesteckt haben sie sich offensichtlich bei Kindern einer Chemnitzer Walddorfschule. Dort wurden die ersten Masernerkrankungen bereits Anfang Mai gemeldet. Die infizierten Kinder wohnen auf dem Luisenhof in Langenchursdorf (Landkreis Zwickau), einem heilpädagogisch-künstlerischen Therapiezentrum. Mittlerweile sind dort vier Kinder im Alter von drei bis neun Jahren, zwei Jugendliche im Alter von 17 Jahren sowie mehrere Erwachsene erkrankt.

Wie es das sächsische Herdbekämpfungsprogramm vorsieht, ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen der Erkrankten, klärt den Impfstatus ab und erteilt Ungeimpften Besuchs- und Tätigkeitsverbote. Mehrere Lehrer dürfen derzeit nicht, erkrankte Kinder nicht zur Schule gehen. Veranstaltungen auf dem Luisenhof sind abgesagt.

„Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit“, warnt Sachsens Gesundheitsministerin. „Viele verkennen die Schwere und die möglichen Komplikationen der sogenannten Kinderkrankheiten – auch weil sie sie nie erlebt haben.“ Vor allem bei Erwachsen kann es zu sehr schweren Verläufen der Infektion kommen. Deshalb sei ein ausreichender Impfschutz wichtig. „Es geht hier nicht nur um den eigenen Schutz, sondern auch um die Verantwortung anderen gegenüber. Impfen ist daher keine Privatsache“, so Klepsch. Jetzt müsse alles daran gesetzt werden, um die Impfquote im Freistaat zu erhöhen. Eine Impfpflicht fordert sie jedoch nicht: Diese erhöhe ihrer Meinung nach nicht die Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung. „Wir setzen in Sachsen auf Information, Aufklärung und Erinnerung.“ Anderenorts wie in Berlin macht sich die CDU für eine Impfpflicht stark. So sollten Kita-Plätze nur noch an gegen Masern geimpfte Kinder vergeben werden. Laut Senat ist das rechtlich aber nicht möglich.

Masern werden durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Mögliche Komplikationen sind Mittelohr-, Lungen- und Hirnhautentzündungen.

Von Andreas Dunte

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