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Junge Sachsen bleiben da – alte kommen zurück

Wanderungsanalyse Junge Sachsen bleiben da – alte kommen zurück

Ganz im Gegensatz zu den 90er Jahren ziehen heute mehr Menschen aus den alten Bundesländern nach Sachsen als in die andere Richtung. Dabei handelt es sich aber allerdings meist um gebürtige Sachsen, die in ihre Heimat zurückkehren.

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Dresden

Quelle: DNN/Archiv

Dresden. Dresden. Junge Sachsen bleiben zum größten Teil im Freistaat. 73 Prozent aller unter 20-Jährigen ziehen innerhalb des Bundeslandes um, um eine Ausbildung oder eine Arbeit aufzunehmen. Das zeigt die 2. sächsische Wanderungsanalyse, die am Mittwoch vom Statistischen Landesamt veröffentlicht wurde. Der Wegzug von jungen Menschen ist damit auf dem niedrigsten Stand seit der Wende. Zum Vergleich: Anfang der 90er Jahre hatten 75 Prozent aller Fortgezogenen 16- bis 20-Jährigen ein anderes Bundesland oder das Ausland zum Ziel. Laut der Wanderungsanalyse fühlen sich 80 Prozent der jungen Sachsen im Freistaat wohl. Die Ersteller der Studie verweisen auf die seit der Wende verbesserten Rahmenbedingungen wie das gestiegene Angebot an sicheren Jobs und der gute Ruf der hiesigen Universitäten, um diese Entwicklung zu erklären.

Auch in der Gruppe der 20- bis 65-Jährigen hat sich das Wanderungssaldo Sachsens gegenüber den alten Bundesländern und Berlin verbessert. Seit 2013 ziehen mehr Menschen aus dem Westen nach Sachsen als in die andere Richtung. Wobei 55 Prozent der Befragten angaben, wegen des Berufs nach Sachsen zu kommen. 73 Prozent dieser Arbeitsmigranten schätzt ein, dass sich ihre berufliche Situation in Sachsen verbessert hat beziehungsweise gleich geblieben ist. Allerdings ist ein Fünftel mit den Einkommen unzufrieden, was laut dem Statistischen Landesamt dazu führt, dass 33 Prozent dieser Gruppe nicht langfristig in Sachsen bleiben will. 49 Prozent dieser Arbeitsmigranten sind geborene Sachsen, die vor allem wegen ihrer Familien oder dem Partner zurück in den Freistaat kommen.

Ein weiterer Grund für geplante Wegzüge aus Sachsen ist die mangelnde Akzeptanz am Arbeitsplatz. Zwar fühlt sich nur jeder zehnte Zugezogene auf Arbeit diskriminiert - Insbesondere Zuwanderer aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin sehen den Grund dafür in ihrem Dialekt. Bei den nichtdeutschen Arbeitsmigranten liegt der Anteil derjenigen, die Angaben, aufgrund ihrer Herkunft in Sachsen Benachteiligung zu erfahren, allerdings bei 41 Prozent. Die Wanderungsanalyse stellt heraus, dass es vor allem Sachsen sind, die im Freistaat heimisch bleiben. 81 Prozent der Bevölkerung besteht aus Menschen, die in Sachsen geboren wurden und eine starke Bindung an ihre Heimatregion haben. Der Anteil der Zugewanderten aus anderen Bundesländern oder dem Ausland beträgt nur ein Fünftel.

Die zweitgrößte Gruppe der Zugezogenen (34 Prozent) stellen Bildungsmigranten. In der Regel handelt es sich um Studenten. Laut Statistischem Bundesamt ziehen vor allem der gute Ruf der Universitäten und die niedrigen Lebensunterhaltungskosten die Menschen an.

Insgesamt beläuft sich der Wanderungsgewinn seit 2011 auf rund 99000 Personen. Davon sind allerdings 82000 Nichtdeutsche. Dieser hohe Anteil wurde durch Zuzüge von Asyl- und Schutzsuchenden erzielt. Laut Statistischem Landesamt handelt es sich hier um eine Sonderentwicklung, die keine langfristigen Auswirkungen auf die Wanderungsbewegungen haben wird.

Hauke Heuer

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