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Insolvenzantrag nun auch für Solarworld in Freiberg

Produktion läuft weiter Insolvenzantrag nun auch für Solarworld in Freiberg

Die Mitarbeiter von Solarworld haben einen neuen Hoffnungsträger: Nach dem Insolvenzantrag übernimmt der erfahrene Anwalt Horst Piepenburg vorläufig die Geschäfte. Auch in Freiberg geht das Bangen für rund 1260 Beschäftigte und 33 Auszubildende weiter.

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Solarworld hatte am Donnerstag offiziell Insolvenz für die Konzernmutter Solarworld AG angemeldet.

Quelle: dpa

Bonn/Freiberg. Nach der Solarworld AG ist nun auch Insolvenzantrag für die Konzerntochter in Freiberg gestellt worden. Wie im Fall der Muttergesellschaft bestellte das zuständige Bonner Amtsgericht den Rechtsanwalt und Sanierer Horst Piepenburg aus Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter, wie Solarworld am Freitagabend mitteilte. Er tritt nun an, um das Unternehmen mit insgesamt 3300 Beschäftigten zu retten. Der 63-Jährige hat sich mit zahlreichen erfolgreichen Einsätzen bundesweit einen Namen gemacht. So schaffte er es 2002 beim insolventen Oberhausener Babcock-Konzern, trotz der Pleite die Mehrzahl der rund 21 000 Jobs zu retten. „Ich übernehme keine aussichtslosen Mandate“, wird Piepenburg zitiert.

Die Produktion bei Solarworld laufe vorerst weiter, sagte ein Unternehmenssprecher. Künftig muss aber Piepenburg entscheiden, ob etwa neues Material nachgekauft werden darf. Die entscheidende Frage dürfte aber die Suche nach einem Investor sein.

Unterdessen hält das Bangen am Produktionsstandort Freiberg mit rund 1260 Mitarbeitern an. Die Geschäfte liefen dort vorerst aber auch weiter, so eine Sprecherin. Die Grünen wollen die Insolvenz von Solarworld zum Thema im sächsischen Landtag machen. Unter dem Motto „Solarindustrie: weltweit im Steigflug, in Freiberg vor dem Absturz? Jetzt Kompetenzen für Sachsens Zukunft sichern“, soll die Zukunft der Branche bei einer Aktuellen Debatte am nächsten Donnerstag (18. Mai) diskutiert werden.

„Es ist jetzt wichtig, die Lage am Standort Freiberg schnell zu analysieren, jedoch auch die möglichen Konsequenzen für die Perspektiven der ganzen europäischen Solarindustrie, für Forschung und Entwicklung in einer Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts“, so der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Gerd Lippold.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sicherte unterdessen am Freitag bei einem Besuch des erst vor einigen Jahren eröffneten Werkes in Arnstadt die Unterstützung des Landes zu. In der thüringischen Stadt beschäftigt Solarworld 814 Mitarbeiter.

Solarworld hatte am Donnerstag offiziell Insolvenz für die Konzernmutter Solarworld AG angemeldet. Das Unternehmen macht für sein Scheitern vor allem Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten. Der für viele Anleger und Mitarbeiter überraschende Insolvenzantrag beschäftigt unterdessen die Finanzaufsicht Bafin. Es werde geprüft, ob die Anleger rechtzeitig über drohende Risiken informiert worden seien, bestätigte eine Bafin-Sprecherin eine entsprechende Meldung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag).

Laut FAZ geht es darum, ob der bisherige Firmenchef Frank Asbeck das Überschuldungsrisiko in der Bilanzpressekonferenz nur wenige Wochen vor dem Insolvenzantrag heruntergespielt habe. Asbeck verteidigte seine Informationspolitik. Er sei selbst von der Zuspitzung der Krise überrascht worden, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Zu Wort meldeten sich auch Vertreter von Anlegern. Aktionäre und Anleihegläubiger sollten ihre jeweiligen Interessen bündeln, riet der Frankfurter Anwalt Klaus Nieding. Die Anleger müssten von Anfang an in die kommenden Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

dpa

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