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In Glashütte werden Drahtesel zu elektrischen Flitzern

e-Mobilität In Glashütte werden Drahtesel zu elektrischen Flitzern

An der Müglitz wird die Technik hergestellt, mit der aus (fast) jedem Fahrrad ein e-bike gefertigt werden kann. Das Unternehmen Binova entwickelt in Glashütte seit 2012 Steuerungs- und Antriebssysteme zum Nachrüsten für gewöhnliche Zweiräder und Spezialanfertigungen für Liegefahrräder oder Menschen mit Behinderung.

Das Unternehmen Binova entwickelt in Glashütte seit 2012 Steuerungs- und Antriebssysteme zum Nachrüsten für gewöhnliche Zweiräder.

Quelle: Dietrich Flechtner

Glashütte. A

„Unsere Antriebe sind besonders leise und flexibel“, nennt Geschäftsführerin Katja Söhner-Bilo die Vorteile des weltweit ersten Mittelmotors ohne Getriebe. Dadurch, dass kein Getriebe vorhanden ist, sind zudem Verschleißerscheinungen weniger ausgeprägt. Eine eigens programmierte Software macht es möglich, dass der Antrieb auch für spezielle Fahrradtypen zum Einsatz kommen kann. Zum Beispiel bei sogenannten Handbikes für Menschen mit Behinderung, bei denen die Pedalen mit den Händen bewegt werden. Dadurch ändert sich der Drehmoment des Motors, was andere Hersteller oft vor ein Problem stellt.

Der Besitzer des ersten Liegefahrrads, dem Binova zu einem elektrischen Antrieb verhalf, hat dem jungen Unternehmen seine Hilfe angeboten und ist als „lebendes Ausstellungsstück“ mit auf Messen gefahren. Mittlerweile bekommt das Zwölf-Mann-Unternehmen auch Fahrräder aus den Niederlanden und Australien geschickt, um ihnen künstlichen Rückenwind zu verpassen.

„Prinzipiell kann jedes Fahrrad mit einem elektrischen Antrieb aufgerüstet werden“, sagt Söhner-Bilo. Allerdings empfiehlt sie den Antrieb, den es ab 1800 Euro gibt, nur für Räder mit stabilem Stahlrahmen. Ein Akku wiegt momentan rund drei Kilo und wird unter dem Gepäckträger befestigt. Damit kommt der Radler etwa 160 Kilometer weit. Die studierte Politikwissenschaftlerin ist durch einen persönlichen Schicksalsschlag auf das Thema e-bike aufmerksam geworden: Nach schwerer Krankheit bot ihr ein Freund sein elektrisches Fahrrad an, so dass sie trotzdem mit ihren Kindern im Urlaub Radtouren unternehmen konnte.

Binova ist ein Spin Off aus dem Autozulieferer Selectrona in Glashütte, das von Söhner-Bilos Ehemann geführt wird. Die größte Herausforderung war deshalb die Gestaltung des neuen Kundenkontakts mit Privatpersonen. Der Relaunch der Website hat Ende April stattgefunden und ist das Ergebnis eines langen „Learning by Doing“-Prozesses, schmunzelt Söhner-Bilo.

Während ihrer Urlaube in Dänemark stellt die Geschäftsführerin immer wieder fest, dass „Deutschland als Land der Ingenieure bekannt ist, aber in Sachen e-bike noch immer in den Kinderschuhen steckt“. Das betrifft erstens die Stadtplanung: Söhner-Bilos wünscht sich auch in Dresden klar gekennzeichnete Radwege nach dem Vorbild Kopenhagens. Zweitens muss sich aber auch die Mentalität aller Verkehrsteilnehmer ändern, um ein sicheres Nebeneinander von Autos und Radfahrern zu schaffen. Gleichzeitig nimmt die Geschäftsführerin ihre eigene Branche in die Mangel: Die Unternehmen sollten eine Standardisierung von Akkus, Steckern und Software anstreben, ähnlich dem USB-Standard.

„Für die Innovationskraft der Branche währe es ein starker Antrieb, wenn sich die einzelnen Unternehmen auf Mechanik oder Software spezialisieren könnten und nicht alles unter einem Dach passiert“, findet Söhner-Bilo. Auch das Image habe sich verbessert. Statt „ich schaffe es nicht den Berg hoch“ verändern sich die Ausflugsrouten von e-Radlern. Ein größerer Radius und mehr Höhenmeter sind möglich.

Von Tomke Giedigkeit

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