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Immer mehr Flüchtlinge in Sachsen engagieren sich ehrenamtlich

Chance für Integration Immer mehr Flüchtlinge in Sachsen engagieren sich ehrenamtlich

Immer häufiger engagieren sich Flüchtlinge in Sachsen bei Verbänden, Vereinen und den Kirchen als ehrenamtliche Helfer. Freiwillig. Es sei für viele eine Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Meist helfen sie dabei als Sanitäter oder als Dolmetscher für andere Flüchtlinge.

Integration übers Ehrenamt: Viele Flüchtlinge helfen freiwillig

Quelle: Sebastian Willnow/dpa

Dresden. Immer häufiger engagieren sich Flüchtlinge in Sachsen bei Verbänden, Vereinen und den Kirchen als ehrenamtliche Helfer. Freiwillig. „Viele Flüchtlinge sind froh, wenn sie irgendwo mitmachen können“, sagt der Ausländerbeauftragte der evangelischen Kirche Sachsens, Albrecht Engelmann, in Dresden. Es sei für sie eine Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und die Abläufe in Deutschland kennenzulernen. „Sie wollen sich integrieren, wollen eine Perspektive.“ Das habe er immer wieder erfahren. Sie helfen als Sanitäter oder oft auch als Dolmetscher für andere Flüchtlinge, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Die rund 200 Mitglieder der DRK-Wasserwacht Koberbachtalsperre Langenhessen bei Werdau (Kreis Zwickau) kommen mittlerweile aus sechs verschiedenen Nationen. Ein Mädchen aus Afghanistan ist erst neun oder zehn Jahre alt; mehrere Syrer sind dabei, Russen, eine Albanerin, ein Iraner - insgesamt seien es mehr als zehn, zählt der Leiter der Wasserwacht, Andre Kleber, auf.

„Wir sind froh, dass wir sie haben.“ Sie alle hätten ein Ausbildung als Ersthelfer durchlaufen und seien mit Herz und Seele dabei. Sie helfen als Rettungsschwimmer, bei Arbeitseinsätzen oder auch als Dolmetscher, wie Kleber berichtet.

„Wir hatten uns schon vor der Flüchtlingskrise von 2015 geöffnet“, sagt er. Das DRK sei eine weltumspannende Familie. Missstimmung habe es wegen der Migranten nie gegeben. „Wir sind alle begeistert. Bei Gesprächen am Lagerfeuer oder bei Feiern haben wir viel aus deren Ländern erfahren. Das erweitert den Horizont“, so Kleber. Und es gebe weitere Anfragen.

In der Begegnungsstätte Auer Brücke des Diakonischen Werkes Aue-Schwerzenberg im Erzgebirge geben Flüchtlinge unter anderem Arabischkurse, berichtet die Betreuerin vom Help-Verein. Jene, die schon gut deutsch sprechen könnten, helfen anderen Flüchtlingen als Dolmetscher bei der Behördenpost, Formulare auszufüllen oder begleiten sei bei Bedarf zu Arztbesuchen.

Bettina Buchmann von der Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung Dresden spricht von einem „noch zarten Pflänzlein“. „Es gibt erste Anfragen, aber das sind noch relativ wenige.“ Sie rechne damit, dass diese zunehmen werden. In einigen Fällen habe die Agentur schon Flüchtlinge vermittelt. Vermutlich wagten sich viele von ihnen nicht, weil ihre Sprachkenntnisse noch nicht so gut seien. Zudem: „Bei vielen wird die Suche nach einem bezahlten Job zunächst im Vordergrund stehen“, vermutet Buchmann.

dpa

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