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Immer mehr Abiturienten in Sachsen

Akademisierungswahn? Immer mehr Abiturienten in Sachsen

Immer mehr junge Leute in Sachsen erwerben in der Schule die Voraussetzungen für ein Studium. Die Zahl der Abiturienten und Fachabiturienten stieg 2016 laut amtlicher Statistik um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 14 200 und damit zum dritten Mal in Folge.

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Quelle: dpa

Dresden. Immer mehr junge Leute in Sachsen erwerben in der Schule die Voraussetzungen für ein Studium. Die Zahl der Abiturienten und Fachabiturienten stieg 2016 laut amtlicher Statistik um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 14 200 und damit zum dritten Mal in Folge. „Die Zahl derer, die die allgemeine Hoch- und Fachschulreife erwerben, hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, sagte Dirk Reelfs vom Kultusministerium in Dresden. 2010 waren es knapp 30 Prozent der Altersgruppe, 2015 schon gut 40 Prozent. Im vergangenen Jahr gab es ein Viertel mehr Absolventen mit Fach- und Hochschulreife als 2012. Und auch die Zahl der Grundschüler, die ins Gymnasium wechseln, erhöht sich.

Die Gründe liegen laut Reelfs in der demografischen Entwicklung mit erhöhten Schülerzahlen, aber auch in der anhaltenden Tendenz zur Akademisierung. Es herrsche noch immer der Glaube, dass nur mit dem Abitur in der Tasche alle Wege offenstehen. „Mit einem Studium werden noch immer bessere Berufschancen und Verdienstmöglichkeiten verbunden.“ Das stimme aber angesichts des Wandels auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte nicht mehr. „In den Köpfen hat sich noch nicht so durchgesetzt, dass es auch dort große berufliche Entwicklungsmöglichkeiten gibt.“ Die Wirtschaft spreche sogar von „Akademisierungswahn“, sagte Reelfs.

Nach Ministeriumsangaben gibt es seit Jahren einen stetigen Ansturm auf die Gymnasien. Der Anteil der Grundschüler, die dorthin wechselt, liegt seit 2012 zwischen 40 und 42 Prozent. Eine Bildungsempfehlung dafür bekommen die Kinder nur bei einem Notendurchschnitt 2,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Derzeit schaffen deutlich mehr als 95 Prozent der Gymnasiasten auch das Abitur. Mit einer neuen Regelung könnten sich die 5. Klassen dort noch mehr füllen: seit 2017 haben die Eltern das letzte Wort - unabhängig vom Notendurchschnitt. „Wenn sie es wollen, geht ihr Kind auf das Gymnasium.“

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