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Hunderte vermisste Kinder – die meisten tauchen wieder auf

Statistik Hunderte vermisste Kinder – die meisten tauchen wieder auf

Tausende Menschen werden jedes Jahr in Deutschland vermisst. Für die Angehörigen bedeutet dies quälende Ungewissheit, vor allem, wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt. „Die Zahlen sind immer nur eine Momentaufnahme, weil viele Fälle sich binnen kurzer Zeit klären“, sagte ein Sprecher des sächsischen Landeskriminalamtes.

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Die meisten Vermissten bleiben nicht lange weg. Immer wieder stellt sich nach der Suche durch die Polizei heraus, dass einige doch Opfer eines Verbrechen wurden.

Quelle: dpa

Dresden/Erfurt. Tausende Menschen werden jedes Jahr in Deutschland vermisst. Für die Angehörigen bedeutet dies quälende Ungewissheit, vor allem, wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt. „Die Zahlen sind immer nur eine Momentaufnahme, weil viele Fälle sich binnen kurzer Zeit klären“, sagte der Sprecher des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA), Tom Bernhardt, anlässlich des gestrigen Tages der vermissten Kinder. Er wurde in Deutschland und vielen anderen Ländern begangen. In Sachsen war Ende April der Verbleib von 63 Kindern und 233 Teenagern zwischen 14 und 18 Jahren ungeklärt. 226 davon waren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Die Gründe für das Verschwinden der Kinder sind vielfältig, auch in Thüringen – dort galten 2016 laut dem Landeskriminalamt 125 Kinder und 904 Jugendliche als vermisst. Einige gehen auf Ausflügen verloren, andere nehmen auf eigene Faust Reißaus. Viele werden aber auch Opfer von Straftaten wie Entführungen. Die Motive der Ausreißer sind laut dem Erfurter LKA oft wirtschaftliche Sorgen, der „Ausbruch“ aus einem Heim oder der Plan, sich das Leben zu nehmen. Gerade unter den Jugendlichen gibt es dabei Wiederholungstäter. Verschwindet ein Minderjähriger fünf Mal hintereinander, führt ihn die Polizei als Dauerausreißer oder Streuner und geht nicht sofort von Lebensgefahr aus, wenn er ein sechstes oder siebtes Mal verschwindet.

So erschreckend die Vermisstenzahlen sind – die Chancen, dass vermisste Minderjährige sich wieder einfinden, stehen auch in Thüringen statistisch sehr gut. 122 der 125 in Thüringen 2016 als vermisst gemeldeten Kinder tauchten wieder auf, von den 904 vermissten Jugendlichen fanden sich 900 wieder ein. Als dauerhaft vermisst gelten in Thüringen laut dem LKA zum Stichtag 23. Mai 15 Kinder sowie 19 Jugendliche.

Laut der Initiative „Vermisste Kinder“ verschwinden jedes Jahr bundesweit rund 100 000 Minderjährige. „Etwa die Hälfte ist in der ersten Woche wohlbehalten wieder da, innerhalb eines Monats sind es 80 Prozent“, so Daniel Kroll. Nur drei Prozent bleiben länger als ein Jahr verschwunden. „98 Prozent tauchen nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten wieder auf.“ Sie hätten ihr Zuhause selbst verlassen – wegen schlechter Schulnoten oder Streit mit den Eltern. Insgesamt wurden laut dem Bundeskriminalamt zum 1. April 1886 Kinder und 7688 Jugendliche vermisst. Insgesamt gelten ungefähr 15 000 Menschen als vermisst.

Den Tag der vermissten Kinder am 25. Mai gibt es seit 1983. Ins Leben gerufen hatte die Initiative der damalige US-Präsident Ronald Reagan im Gedenken an einen Sechsjährigen, der am 25. Mai 1979 in New York auf dem Weg zur Schule verschwand. Inzwischen ist er für tot erklärt – die Leiche wurde nie gefunden.

Da der Tag diesmal auf Himmelfahrt fiel, der auch als Männertag gefeiert wird, legt die Initiative den Schwerpunkt auf Väter. „Nach unserer Erfahrung setzen sich vor allem Frauen mit dem Thema auseinander“, sagte Initiativ-Sprecher Kroll. Väter seien aber genauso wichtig, um etwa Verbrechen an ihren Kindern vorzubeugen. „Starke Kinder, die ihre Rechte kennen und wissen, was Erwachsene dürfen, werden seltener Opfer.“ Deshalb lautet die Botschaft, die die Initiative Männern mit auf den Weg geben will: Väter, macht eure Kinder stark.

Von Simona Block und Antje Lauschner

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