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Große Parteien in Sachsen schrumpfen

Zuwachs nur bei SPD und Grüne Große Parteien in Sachsen schrumpfen

Auch im Jahr der Bundestagswahl hat sich der Mitgliederschwund der großen Parteien in Sachsen fortgesetzt. Zulegen konnten hingegen die Grünen und die SPD, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Genaue Zahlen aus den Kreisverbänden liegen dazu jedoch noch nicht vor.

Archivbild vom Landesparteitag der SPD Sachsen

Quelle: dpa

Auch im Jahr der Bundestagswahl hat sich der Mitgliederschwund der großen Parteien in Sachsen fortgesetzt. Zulegen konnten hingegen die Grünen und die SPD, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Grünen verzeichnen gar einen Mitgliederrekord. Bei der AfD ist die Tendenz nach eigenen Angaben trotz des Abgangs von Parteichefin Frauke Petry und damit verbundenen „vereinzelten Austritten“ steigend. Genaue Zahlen aus den Kreisverbänden liegen dazu jedoch noch nicht vor.

Mit fast 10 700 Mitgliedern Ende September ist die CDU zwar weiter die stärkst Partei in Sachsen. Dennoch hat sich der Rückgang im vergangenen Jahr fortgesetzt. Zwölf Monate zuvor waren es noch rund 11 030. Nach der Bundestagswahl hätten die Kreisverbände verstärkt Zulauf gehabt, sagte Pressesprecher Alexander Szymanski.

Vor genau zehn Jahren, zum Stichtag 30. September 2007, hatte die Partei noch rund 13 500 Mitglieder. Der rückläufige Trend der vergangenen Jahre habe sich in den vergangenen Monaten abgeschwächt, so Szymanski.

Die SPD hat nach eigenen Angaben aktuell 4791 Mitglieder. Es sei jetzt das dritte Jahr nacheinander mit einem Plus, sagte Pressereferentin Rasha Nasr. Im Dezember 2016 hatte die Partei 4419 und weitere zwölf Monate zuvor 4364 Genossen. Allein seit der Bundestagswahl am 24. September habe es 119 Eintritte gegeben. Seit Jahresbeginn wurden 536 neue Mitglieder gezählt.

Die Linke wollte in diesem Jahr 400 neue Mitglieder gewinnen. „Mit 424 Neuen haben wird das Ziel schon jetzt übertroffen“, sagte Parteisprecher Thomas Dudzak. Dennoch verliert die Partei unter dem Strich weiter. Im September waren es noch gut 8200 Mitglieder, etwa 100 weniger als Ende vergangenen Jahres. Es werde damit gerechnet, dass sich die Mitgliedschaft irgendwann zwischen 6000 und 7000 einpendeln werde, heißt es.

Der Partei macht die Altersstruktur zu schaffen. Abgänge gebe es vor allem aus Altersgründen oder durch Tod. Viele Mitglieder seien älter als 65 Jahre und jünger als 40. „Dazwischen ist es dünn gesät“, sagt Dudzak. Die meisten Eintritte gebe es in den Städten, vor allem in Leipzig. Das jüngste Neumitglied sei 15, das Älteste 91 Jahre alt gewesen.

Auch die Liberalen können auf ein leichtes Plus verweisen. „Wir haben im Landesverband Sachsen aktuell 2055 Mitglieder, und weitere 55 Interessenten wollen aufgenommen werden“, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Felsner. Verglichen mit den Vorjahren sei seit Monaten spürbar mehr Interesse zu verzeichnen. Bereits während des Wahlkampfes habe es viele neue Interessenten gegeben, dieser Trend habe sich seit der Wahl nochmals verstärkt. Ende 2015 hatte die sächsische FDP genau 2011 Mitglieder, 89 weniger als 2014.

Die Grünen in Sachsen haben zulegt und nach eigenen Angaben mit 1488 Mitgliedern so viele wie nie zuvor. Nach der Bundestagswahl seien allein 64 Neue hinzu gekommen. Ende 2016 gab es 1434 Grüne in Sachsen.

Nach dem Austritt von Bundesparteichefin Petry hat es bei der AfD laut Landesgeschäftsführer Carsten Hütter vereinzelte Austritte gegeben. Aber es kämen mehr neue Mitglieder hinzu. Genauere Zahlen lägen noch nicht vor. Aktuell habe die AfD rund 1800 Mitglieder.

„CDU hat ihre Stellung als dauerhaft stärkste Kraft im Land nicht genutzt, sich in der Bevölkerung besser zu verwurzeln“, sagt der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer. „Die Chance ist vertan.“ CDU und Linken seien mit einem vergleichsweise hohen Mitgliederbestand in die deutsche Einheit gestartet und schrumpften seither immer weiter. Es sei aber allgemein zu beobachten, dass vor allem die großen Volksparteien zunehmend an Bindungskraft einbüßten. Auch im Westen hätten diese immer weniger Zulauf. Möglicherweise sei der Osten dem Westen da nur einen Schritt voraus.

dpa

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