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Fußballvereine sollen härter gegen Randalierer durchgreifen

Innenminister Ulbig Fußballvereine sollen härter gegen Randalierer durchgreifen

Angesichts immer neuer Gewalt bei Fußballspielen und im Umfeld von Stadien verlangt Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) ein härteres Durchgreifen der Vereine gegen Randalierer.„Es kann nicht allein Aufgabe der Polizei sein, für die Sicherheit bei Fußballspielen zu sorgen“, macht Ulbig klar.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig

Quelle: dpa

Dresden. Angesichts immer neuer Gewalt bei Fußballspielen und im Umfeld von Stadien verlangt Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) ein härteres Durchgreifen der Vereine gegen Randalierer.„Es kann nicht allein Aufgabe der Polizei sein, für die Sicherheit bei Fußballspielen zu sorgen“, macht Ulbig, zugleich Vorsitzender der Innenministerkonferenz, gegenüber der LVZ klar. „Ich erwarte von allen, die im Fußball Verantwortung tragen, dass sie sich künftig noch deutlicher von gewaltbereiten ‚Fans‘ distanzieren und konsequent Maßnahmen ergreifen, um alle friedlichen Fans besser zu schützen.“ Polizei und Vereine müssten noch besser zusammenarbeiten.

Seit dem Jahr 2012 haben die Polizeieinsätze bei Fußballspielen in Sachsen erheblich zugenommen. Das ergaben Kleine Anfragen des Linken-Innenexperten Enrico Stange. Wurden vor fünf Jahren 149 Einsätze mit 150 000 Stunden registriert, sind es 2016 bereits 184 Einsätze mit 171 000 Stunden gewesen. Davon entfallen 47 auf Leipzig (RB, RB II, Lok, Chemie, Inter) mit insgesamt 7100 Beamten, 21 auf Dresden (9500) und 19 auf Zwickau (2700). Selbst in unteren Ligen musste die Polizei häufig Spiele absichern, unter anderem mehrfach in Plauen, Auerbach, Neugersdorf, Bischofswerda, Bautzen und Reichenbauch.

Ulbig fordert deshalb: „Hass und Gewalt gegen Fans, Ordner und Polizisten sowie massive Sachbeschädigungen und die Verwendung von Pyrotechnik müssen konsequent verfolgt, Täter bestraft und Vereine spürbar sanktioniert werden.“ Daneben nimmt er die Fußballverbände in die Pflicht: „Zudem bedarf es einer konsequenten Ahndung der Vorfälle durch die Verbände.“

Um die Gewalt spürbar zu reduzieren, regt Ulbig ein ganzes Paket an Maßnahmen an. Dazu gehört der Ausbau der Videoüberwachung in Stadien. Die Vereine sollten zudem Kartenkontingente bei störungsrelevanten Spielen begrenzen. Der Minister fordert auch „nachhaltige Stadionverbote“ und eine deutlich bessere Vorbereitung von Risikospielen. Die Sicherheitsmaßnahmen müssten sich sowohl auf das unmittelbare Spiel als auch auf die An- und Abreise der Anhänger erstrecken, stellt Ulbig klar – genau das haben viele Vereine unter Verweis auf den öffentlichen Raum und dort die zuständige Polizei stets abgelehnt.

Auch Sachsens Fußball-Präsident Hermann Winkler hält dagegen: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass nicht für alles, was im Fußball passiert, der Fußball die Ursache ist. Die Stadien sind ein Spiegelbild der Gesellschaft – und die Gewährleistung der Sicherheit ist unabhängig von der Kassenlage Aufgabe des Staates.“ Winkler, der auch CDU-Europaabgeordneter ist, rechnet vor, dass in der Saison 2015/16 in Sachsen 57 200 Amateur-Fußballspiele stattfanden. Von Störungen seien 120 Partien betroffen gewesen: „Das heißt, 99,77 Prozent aller Spiele liefen dank der Vereine und ihrer selbst finanzierten Sicherheitsdienste ruhig ab.“

Statt die Vereine und Verbände zu kritisieren, fordert Winkler mehr Unterstützung durch Politik und Justiz. Gerade Letztere sei „in unserem Rechtsstaat zu einem zahnlosen Tiger mutiert – das frustriert oft Verband, Vereine, friedliche Fans und auch die Polizei“.

Von Andreas Debski

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