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Flotte Plauener, lahme Pirnaer: So schnell sind Sachsens Finanzämter

Steuerzahlerbund Flotte Plauener, lahme Pirnaer: So schnell sind Sachsens Finanzämter

Sachsens Finanzämter sind nach Meinung der Steuerzahler subjektiv offenbar ziemlich freundlich – aber objektiv dann doch nicht so besonders schnell. Glück hat, wer im Vogtland wohnt. Das Finanzamt Plauen benötigte nämlich pro Steuererklärung vorbildliche 36,8 Tage.

Deutschlands absolut schnellste Finanzbehörde steht in Hessen.

Quelle: dpa

Leipzig. Sachsens Finanzämter sind nach Meinung der Steuerzahler subjektiv offenbar ziemlich freundlich – aber objektiv dann doch nicht so besonders schnell. Das geht aus einer Datenerhebung der Online-Steuererklärung Lohnsteuer-kompakt.de hervor. Danach brauchten die Finanzämter zwischen Plauen und Görlitz im Vorjahr im Schnitt 54,7 Tage für die Bearbeitung einer Einkommensteuererklärung. Das waren sogar knapp vier Tage mehr als 2015 und führte schließlich im Länderranking zum Absturz von Platz sieben auf Platz elf. Bundesweit lag der Mittelwert bei 53 Tagen.

Die schnellsten Finanzämter der Bundesrepublik hat derzeit die Hauptstadt Berlin. Sie beanspruchten im Schnitt 45,2 Tage. Auf dem zweiten Platz lag Rheinland-Pfalz mit 46,4 Tagen. Sachsen-Anhalt belegt als erstes Ost-Flächenland mit 46,6 Tagen immerhin den dritten Platz. Auf dem letzten Platz landete erneut Bremen. Hier wirbeln die Finanzämter im Schnitt ganze 71,8 Tage, um einen Steuerbescheid auszustellen. Die gute Nachricht: Im Jahr davor waren es sogar noch 80,1 Tage.

Deutschlands absolut schnellste Finanzbehörde steht jedenfalls in Hessen. Das Amt Bensheim Außenstelle Fürth brauchte für die Bearbeitung einer Steuererklärung im Schnitt 27,3 Tage. Am längsten dauerte es in Bremerhaven (Arbeitnehmerbereich). Dort vergeht beinahe ein Vierteljahr (86 Tage), bevor Steuerzahler Land sehen.„Die regionalen Unterschiede sind erstaunlich groß,“ kommentierte Felix Bodeewes, Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de, das Ergebnis. „Deshalb müssen einige Arbeitnehmer bis zu dreimal so lange auf ihren Steuerbescheid warten.“

Im Beispiel Sachsen bedeutet das konkret: Glück hat, wer im Vogtland wohnt. Das Finanzamt Plauen benötigte nämlich pro Steuererklärung vorbildliche 36,8 Tage. Damit sind die Beamten von der Weißen Elster als beste derartige Behörde im Osten überhaupt in der Bundestabelle auf Platz 16 vorgestoßen. Während man hingegen in der Sächsischen Schweiz als Steuerzahler viel Geduld mitbringen muss. In Pirna wurde die Zwei-Monats-Grenze locker überschritten – 73,5 Tage und doppelt so viele wie in Plauen. Arg gebeutelt wurden auch Steuerzahler in Schwarzenberg. Sie warteten mit 68 Tagen einen ganzen Monat (31 Tage) länger als im Jahr davor.

In der Mitte der Länderliste pendelt sich der Freistaat Thüringen (53,3 Tage, Platz acht) ein. Doch auch hier ist es durchaus von Bedeutung, ob man in Sondershausen (42 Tage) oder in Altenburg (64,9 Tage) wohnt.

Die beliebtesten Finanzbeamten in der Bundesrepublik sind in Rheinland-Pfalz zuhause. An zweiter Stelle stehen ihre Kollegen aus Bremen, dicht gefolgt von den Sachsen. Hier wiederum hat Chemnitz-Mitte vor Bautzen und Leipzig II die Nase vorn. Für die Statistik wurden die Bearbeitungszeiten der Finanzämter anhand von rund 200 000 erstellten Einkommensteuererklärungen anonym erhoben.

Dagegen bereiten den Grünen und dem Bund der Steuerzahler weniger die Bearbeitungszeiten Sorgen, sondern die fehlende Geschlechtergerechtigkeit auf den Formularen. Dass auf dem Hauptvordruck zur Einkommensteuererklärung der Mann zuerst genannt wird, wenn Ehepaare ihre Steuer gemeinsam erklären – auch wenn die Frau mehr verdient. Verbandspräsident Reiner Holznagel schlug deshalb jüngst vor, statt Ehemann und Ehefrau Ehepartner A beziehungsweise B abzufragen. So könnten Eheleute selbst entscheiden, wer zuerst eingetragen werde.

www.lohnsteuer-kompakt.de/start/finanzaemter

Von roland herold

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