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„Es ist Sonntagnachmittag und die Leute sind entspannt“

Blick Hinter die Kulissen der Landespolitik beim „offenen Regierungsviertel“ in Dresden „Es ist Sonntagnachmittag und die Leute sind entspannt“

Beim „offenen Regierungsviertel“ konnten die Bürger das Gespräch mit sächsischen Ministern suchen. Darüber hinaus stand noch sehr viel mehr auf dem Programm.

Stanislaw Tillich im Gespräch mit Bürgern.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Das Atrium der sächsischen Staatskanzlei ist ein Ort der Ehrfurcht erzeugt. Etwa 15 Meter hoch erhebt sich die Kuppel. Massive aus Sandstein gehauene Löwen wachen über die Treppenaufgänge – ein Portal zur Macht. Beim 15. Tag des offenen Regierungsviertels am Sonntag sitzen sächsische Bürger an eben diesem Ort und essen Schnitzel mit Kartoffelsalat. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) geht von Tisch zu Tisch und sucht, sichtlich gut gelaunt, das Gespräch mit den Menschen.

„Es ist Sonntagmittag und die Leute sind entspannt. Da werden die Diskussionen ganz anders geführt“, erklärt er im Vorbeigehen. Und doch sieht Tillich sich mit kritischen Fragen konfrontiert: Die Dresdner Zehntklässlerin Lina Hermann fragt nach den Lehrplänen, die ihrer Meinung nach dringend entrümpelt werden müssten. Und spricht den Lehrermangel an sächsischen Schulen an. „Wenn wir jetzt mehr Lehrer ausbilden, sehen wir das Ergebnis erst in vielen Jahren“, erklärt der Ministerpräsident. Zufrieden ist Lina mit der Antwort nicht wirklich. „Aber es ist gut, dass man hier diesen Fragen stellen kann“, sagt sie.

Ein paar hundert Meter weiter steht Kunst und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) in ihrem Büro vor ähnlichen Kommunikationsproblemen. „Wir versuchen den Menschen bei solchen Anlässen auch immer zu erklären wie Politik funktioniert. Viele verstehen nicht, dass wir bei einem Budget über zwei Milliarden Euro nicht einfach mal eine Förderung über 2000 Euro durchwinken können, denn das Geld ist im Haushalt schon verplant. Am Ende ist es wichtig, dass die Bürger zu Wahl gehen, um die Politik im Parlamenten und damit auch die Verteilung der Gelder zu verändern“, erklärt sie den Anwesenden, die rund um ihren Konferenztisch sitzen.

Außer Gesprächen mit allen sächsischen Ministern und einen Blick hinter die Kulissen der Macht hatte das „offene Regierungsviertel“ noch einiges mehr zu bieten. Feuerwehr und Polizei warben um Nachwuchs, Kinder konnten sich beispielsweise an Kletterwänden ausprobieren und ein Großteil der sächsischen Vereinslandschaft war vertreten – vielleicht ein bisschen zuviel. Wohl dem guten Wetter geschuldet blieben viele Räume und Stände leer. „Das Gelände ist einfach viel größer. Im vergangenen Jahr gab es nur in der Staatskanzlei und den angrenzenden Gebäuden Veranstaltungen. Jetzt sind alle Ministerien involviert“, erklärt die stellvertretende Regierungssprecherin Lea Mock.

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Am Sonntag konnten die Sachsen einmal einen Blick in die Ministerien und hinter die Schreibtische der Spitzenpolitiker werfen.

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Kerstin Kretzschmar und ihre Tochter Josephine (8) aus Görlitz hatten schnell den besten Weg ausgemacht im „offenen Regierungsviertel“ den Überblick zu behalten. Mit einem Rettungskorb der Polizei ließen sie sich in luftige Höhen fahren und konnten einen herrlichen Ausblick genießen. „Gleich gehen wir zur Polizei, denn Josephine, will später einmal Polizistin werden“, erklärte sie. Auf ein Gespräch mit den Landespolitikern hatte die Kleine aber keine Lust.

Von Hauke Heuer

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