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Duo Kipping/Hahn führt Sachsens Linke in Bundestagswahlkampf

Landesparteitag Duo Kipping/Hahn führt Sachsens Linke in Bundestagswahlkampf

Die Linken in Sachsen ziehen mit Katja Kipping und André Hahn als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf. Die Bundesvorsitzende aus Dresden erhielt am Samstag beim Landesparteitag in Glauchau 84,8 Prozent der Delegiertenstimmen. Sie hatte keinen Gegenkandidaten.

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Katja Kipping spricht auf dem Landesparteitag.

Quelle: dpa

Glauchau. Die Linken in Sachsen ziehen mit Katja Kipping und André Hahn als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf. Die Bundesvorsitzende aus Dresden erhielt am Samstag beim Landesparteitag in Glauchau 84,8 Prozent der Delegiertenstimmen. Sie hatte keinen Gegenkandidaten. Der stellvertretende Vorsitzende im Bundestags-Kontrollausschuss für die Geheimdienste setzte sich gegen zwei weitere Bewerber auf Platz zwei der Landesliste mit 56,6 Prozent der Stimmen durch.

Vor der Kandidatenkür hatte der Parteitag die inhaltliche Marschroute für den Wahlkampf beschlossen. Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten einem Leitantrag zu, der die Themen soziale Gerechtigkeit und ostdeutsche Benachteiligungen in den Mittelpunkt stellt. „Auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert besteht die Spaltung Deutschlands fort“, heißt es darin. Für die Benachteiligung etwa bei Einkommen und kommunalen Einnahmen gebe es keine hinnehmbaren Gründe.

Die bundesdeutsche Politik habe nach wie vor „keine Ahnung vom Osten“, sagte der Landesvorsitzende Rico Gebhardt. Dies zeige sich nicht nur bei Renten und Niedriglöhnen. Seine Partei dürfe sich nicht scheuen, den Begriff „Osten“ in den Mund zu nehmen. „Vom Weglassen des Begriffs gehen die tiefgreifenden Unterschiede in Ost und West nicht einfach weg.“

Die Linke sei „die Sozialgarantie für dieses Land“, sagte Kipping. „Wir stellen die gemeinsamen Interessen der Mitte und der Armen in den Mittelpunkt.“ Die von Rechtspopulisten geschürten Ängste vor Geflüchteten bezeichnete sie als „eine Art Platzhalter für alle Zumutungen, die die Menschen erleben“. Der Zeitgeist sei gerade nicht auf der Seite ihrer Partei. „Aber wenn wir Haltung zeigen und nicht den anderen nach dem Mund reden, dann können wir punkten.“

Sie unterstrich, dass die Linken proeuropäisch seien. „Und deshalb geben wir uns mit dieser EU nicht zufrieden.“ Bei der Lösung der Probleme müsse man auch „über den Kapitalismus hinaus denken“.

Die Linke sei die einzige Wahl für „all diejenigen, die die wachsende soziale Spaltung in diesem Land nicht gut finden“, sagte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Sarah Wagenknecht, als Gastrednerin in Glauchau. „Alles andere wäre ein weiter so in die soziale Kälte.“

Wie Hahn und Kipping - die die sächsischen Linken bereits 2013 in den Bundestagswahlkampf geführt hatten - belegten auch fünf der sechs übrigen Bundestagsabgeordneten aus dem Freistaat erneut aussichtsreiche Listenplätze. Caren Lay aus Bautzen konnte sich in einer Stichwahl Platz drei sichern, ebenso wie der Chemnitzer Michael Leutert und Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann auf den Plätzen vier und fünf. Der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Axel Troost, kam auf Platz sechs, Susanna Karawanskij - vor vier Jahren noch auf Platz drei - wurde diesmal auf den siebten Platz gewählt.

Einziges neues Gesicht unter den aussichtsreichen ersten Acht ist der 29 Jahre alte Tilmann Loos von der Links-Jugend aus Leipzig. Nicht mehr darunter: Jörn Wunderlich aus Limbach-Oberfrohna, der seit 2005 für die Linke im Bundestag sitzt, und nach seiner Niederlage in der Stichwahl um Platz sechs nicht weiter antrat.

Ziel für die Bundestagswahl im September sei es, alle acht bisherigen Mandate zu verteidigen und erneut zweitstärkste Kraft in Sachsen zu werden, sagte Gebhardt. Umfragewerte würden die Linke derzeit bei sieben bis neun Prozent sehen - wie 2013.

dpa

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