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Diesel-Streit: Sächsische Autohändler sorgen sich um Verkaufszahlen

Absatzrückgang Diesel-Streit: Sächsische Autohändler sorgen sich um Verkaufszahlen

Der Streit um Dieselfahrverbote und der Dieselskandal haben Mitteldeutschland erreicht. Das spüren auch die Autohändler. Das Kraftfahrzeugbundesamt teilte in dieser Woche mit, dass die Zahl der neu zugelassenen Diesel-Autos im Februar um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken ist.

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 Der Streit um Dieselfahrverbote und der Dieselskandal haben Mitteldeutschland erreicht.

Quelle: dpa

Dresden.  Der Streit um Dieselfahrverbote und der Dieselskandal haben Mitteldeutschland erreicht. Das spüren auch die Autohändler. Das Kraftfahrzeugbundesamt teilte in dieser Woche mit, dass die Zahl der neu zugelassenen Diesel-Autos im Februar um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken ist. Besonders umstritten: Fahrzeuge, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Der Bundesverband freier Kfz-Händler in Bonn geht davon aus, dass sich die Preise um 10 bis 20 Prozent nach unten bewegen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert eine fast komplette Verbannung von Diesel-Fahrzeugen aus Innenstädten.

Die Autohäuser in Sachsen und Thüringen verfolgen diese Entwicklung mit Besorgnis. Adrian Glöckner, Geschäftsführer bei Glöckner Automobile Dresden, meint, die Kunden seien sensibler geworden. „Sie stellen deutlich mehr Fragen zu den Vor- und Nachteilen von Dieselmotoren und Ottomotoren.“ Als Beispiel führt er den Verkauf von Diesel-Firmenwagen an: „Früher herrschte für sie ein teils reißender Absatz, heute ist der Verkauf schwieriger geworden.“ Auch Jürgen Reichardt, MW Opel-Autohaus Meuselwitz, meint, das Thema Dieselauto werde zunehmend kritischer betrachtet. Die verstärkte Nachfrage nach Inzahlungnahme älterer Dieselautos sei auffällig. Jens Fichtner, Geschäftsführer des Autoparks Ost in Leipzig, konstatiert sinkende Verkaufszahlen. „Für die Zukunft glaube ich, dass es Diesel weiter schwer haben wird.“ Das bestätigt Jan Krumbiegel, Nissan- und Kia-Autohaus Döbeln: „Die Kunden sind zunehmend verunsichert.“ Manche verschöben den geplanten Autokauf noch mal.

Keine Skepsis bei den Kunden spürt dagegen nach eigenen Aussagen Thomas Letzner, Verkaufsleiter im Mazda-Autohaus Sturne in Grimma. Auch bei AMB Automobile Borna herrscht Gelassenheit. „Es gibt bisher keine Auswirkungen bei Neu- und Jahreswagen“, versichert Jens Strehlau. Und das Mazda-Autohaus Schmidt in Oschatz sieht keine Probleme. „Wir verkaufen nach wie vor Dieselfahrzeuge“, so Holger Schmidt.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöfer von der Universität Duisburg-Essen wähnt Dieselautos hingegen am Ende. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk forderte er einen Neuanfang bei der Antriebstechnologie. Das aber hält Cornel Stan, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungs- und Transferzentrums an der Westsächsischen Hochschule Zwickau, für Unsinn: „Dieselantrieb ist nicht mehr das, was er mal vor 100 Jahren war, die Annäherung zwischen Otto und Diesel ist in der Entwicklung weit fortgeschritten.“ Mit alternativen Kraftstoffen wie Ethanol und Dimethylether aus Pflanzenresten lägen die Emissionen künftig noch einmal weit unter den heutigen Werten, was in Forschungsprojekten klar nachgewiesen sei. „Was kaum einer weiß: Die größte Partikelemission eines Autos kommt noch immer von den Reifen“, so der Professor. Und im Vergleich zu Hausverbrennung und Industrieverbrennung mache das Auto nur 15 Prozent aus. Die Diskussion hält er für „eine Panik, die nicht zu rechtfertigen ist“. 53,7 Prozent der Neuwagen im Fe­bruar waren Benziner, 43,4 Prozent Diesel.

Roland Herold und Uwe Hofmann

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