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DDR-Volksaufstand vor 64 Jahren: Nationalfeiertag 17. Juni gefordert

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatu DDR-Volksaufstand vor 64 Jahren: Nationalfeiertag 17. Juni gefordert

Was war am 17. Juni 1953? Kann der Aufstand in der DDR jüngeren Menschen nahe gebracht werden? Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Jahn findet, es sollte jetzt ein Zeichen gesetzt und mit einem Nationalfeiertag an das Ereignis erinnert werden.

Demonstranten werfen am 17.6.1953 in Berlin mit Steinen nach russischen Panzern.

Quelle: dpa

Berlin. An den DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953 sollte nach Ansicht des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen wieder als Nationalfeiertag erinnert werden. Das würde auch aktuell ein Zeichen setzen, sagte Roland Jahn der Deutschen Presse-Agentur. Menschen in arabischen Ländern, in Russland oder Venezuela protestierten heute gegen autoritäre Herrschaft und Unterdrückung von Menschenrechten. Die damaligen Forderungen nach Freiheit und Menschenrechten und deren Durchsetzung in der Friedlichen Revolution 1989 seien ein Signal in die Welt, betonte Jahn.

Bis zur deutschen Wiedervereinigung war der 17. Juni seit 1954 in der alten Bundesrepublik gesetzlicher Feiertag.

Vor 64 Jahren gingen in der DDR in rund 700 Orten rund eine Million Menschen auf die Straße. Der Protest wurde mit Panzern der sowjetischen Besatzungsmacht niedergeschlagen. Danach wurden viele Aufständische verurteilt. Der Aufstand habe sowohl die DDR-Staatssicherheit als auch die SED-Führung völlig überraschend getroffen, schätzt die Stasi-Unterlagen-Behörde ein.

Anlässlich des Gedenktages sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), bis heute lehre der 17. Juni, dass Freiheit erkämpft werden müsse. „Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif.“ Die Aufständischen hätten ein Zeichen für die Demokratie gesetzt.

Bei einem gemeinsamen Gedenken von Bundesregierung und Land Berlin wird Müller am Samstag (11.00 Uhr) mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) auf dem Friedhof Seestraße Kränze am dortigen Mahnmal für die Opfer des Volksaufstandes niederlegen. Danach gibt es ein Gespräch mit Zeitzeugen.

Zuvor wird auch auf dem Platz des Volksaufstandes der Niederschlagung des Aufstandes gedacht. Berlins Regierungschef wird auch dort an der Leipziger Straße einen Kranz niederlegen. Vor dem heutigen Finanzministerium und früherem Haus der Ministerien der DDR hatten sich damals aufgebrachte Arbeiter versammelt. Der Platz gilt als einer der Brennpunkte der Volkserhebung.

Der 17. Juni erinnere auch daran, dass es manchmal sehr lange dauert, bis eine Diktatur überwunden werde, sagte Roland Jahn. Der einstige DDR-Oppositionelle lädt am Samstag (16.00 Uhr) im früheren DDR-Ministerium für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg zu Vorträgen, Führungen am authentischen Ort, Filmen und Gesprächen. Diskutiert werden soll über die Folgen des Aufstandes und Parallelen zur Gegenwart.

Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur teilte mit, neben dem Gedenken an die Opfer der Repression sei es heute entscheidend, wie mit den Betroffenen umgegangen werde. Die Stiftung setze sich dafür ein, dass die Fristen für Rehabilitierung und Entschädigung von Diktaturopfern aufgehoben werden, so Geschäftsführerin Anna Kaminsky.

dpa

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