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Babyklappen weiter genutzt

Drei Jahre vertrauliche Geburt Babyklappen weiter genutzt

Drei Jahre nach Einführung der vertraulichen Geburt werden die Babyklappen in Sachsen weiterhin genutzt. „Gedacht sind sie für ganz große Notfälle, ein letzter Ausweg“, sagte eine Mitarbeiterin des Plauener Vereins Karo, der auch eine Babyklappe unterhält.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Dresden. Drei Jahre nach Einführung der vertraulichen Geburt werden die Babyklappen in Sachsen weiterhin genutzt. „Gedacht sind sie für ganz große Notfälle, ein letzter Ausweg“, sagte eine Mitarbeiterin des Plauener Vereins Karo, der auch eine Babyklappe unterhält. Die vertrauliche Geburt bedürfe einer gewissen Vorbereitungszeit, zudem könne die Mutter nicht anonym bleiben. Die vertrauliche Geburt ersetze daher keine Babyklappe, hieß es.

Allein im vergangenen Jahr wurden drei Babys in der Plauener Klappe abgelegt, seit Beginn des Angebotes im Jahr 2008 waren es insgesamt acht Neugeborene. In Sachsen gibt es fünf Babyklappen: Außer in Plauen auch in Chemnitz, Dresden, Leipzig und in der Helios-Klinik in Aue. Seit 2010 wurden zwei Neugeborene in Aue abgelegt. Die Babys kommen zunächst zur Versorgung in Krankenhäuser. Ab diesem Zeitpunkt ist das Jugendamt für sie zuständig.

Als Alternative zu Klappen wurde am 1. Mai 2014 das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt“ verabschiedet. Es soll einen Kompromiss zwischen der Schutzbedürftigkeit der Mutter und dem Recht des Kindes, seine Herkunft zu erfahren, darstellen. Die neue Regel ermöglicht einer Schwangeren, ihr Kind in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt zu bringen und trotzdem vorerst anonym zu bleiben. Die Personendaten der Mutter werden zwar gespeichert, bleiben aber mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums wurden seit dem 1. Mai 2014 bundesweit insgesamt 320 vertrauliche Geburten registriert - darunter waren vier Zwillingsgeburten. Daten für die einzelnen Länder liegen nicht vor, erklärte ein Sprecher.

Die Oberlausitz-Kliniken haben vor zwei Jahren mit der Eröffnung ihrer neuen Frauen- und Kinderklinik die 2009 eingerichtete Babyklappe am Krankenhaus Bautzen geschlossen. „Zum Glück kam sie nur in wenigen Einzelfällen zum Einsatz“, erklärte ein Sprecher. Mit der „Vertraulichen Geburt“ sei für Frauen in Not die Möglichkeit geschaffen worden, unter sicheren Rahmenbedingungen ein Kind auf die Welt zu bringen und dieses zur Pflege und Adoption freizugeben. „Damit war die Notwendigkeit einer Babyklappe nicht mehr gegeben.“

Susan Anders vom AWO-Schwangerenberatungszentrum „Neues Leben“ in Dresden ist eine von 90 Fachkräften in Sachsen, die Frauen zum Thema vertrauliche Geburt beraten. „Dass die Frauen zu uns in die Beratungsstellen kommen, ist aber nur in den seltensten Fällen so“, sagte Anders. Stattdessen wurde sie bisher in zwei Fällen ins Krankenhaus gerufen, um mit den Frauen unmittelbar nach der Geburt zu sprechen. Das zeige, dass sich die Frauen in einer Notsituation befänden, so Anders. Ob den Kindern dadurch die Babyklappe erspart geblieben sei, lasse sich nur schwer abschätzen.

Wollen die Frauen eine vertrauliche Geburt, füllen sie ein Dokument aus, das im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA) in Köln hinterlegt wird. Sind die Kinder 16 Jahre alt, können sie so die Identität der Mutter herausfinden.

dpa

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