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1250 Brücken in Sachsen nicht mehr sicher – Kommunen klagen über Kosten

Sanierungsaufwand 1250 Brücken in Sachsen nicht mehr sicher – Kommunen klagen über Kosten

Jede neunte der etwa 3700 Brücken an Bundes- und Staatsstraßen in Sachsen ist in einem schlechten Zustand. Zwar wurden in den zurückliegenden Jahren viele Millionen Euro in neue oder erneuerte Brücken verbaut. Dennoch steht es schlecht um die Standsicherheit von Straßen- und Bahnbrücken.

Zwar wurden in den zurückliegenden Jahren viele Millionen Euro in neue oder erneuerte Brücken verbaut. Dennoch steht es schlecht um die Standsicherheit von Straßen- und Bahnbrücken.

Quelle: Andreas Doering

Leipzig/Dresden. Jede neunte der etwa 3700 Brücken an Bundes- und Staatsstraßen in Sachsen ist in einem schlechten Zustand. Zwar wurden in den zurückliegenden Jahren viele Millionen Euro in neue oder erneuerte Brücken verbaut. Dennoch steht es schlecht um die Standsicherheit von Straßen- und Bahnbrücken.

Wie aus einer Antwort von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Abgeordneten Kirsten Muster hervorgeht, sind für Neubau und Instandsetzung von Brücken und anderen Ingenieurbauwerken im laufenden Haushaltsjahr rund 32 Millionen Euro eingeplant, darunter 20 Millionen Euro für Brücken des Freistaats. Zu den größten Baustellen, die in diesem Jahr anliegen, zählte das Verkehrsministerium neue Brücken über die Zschopau bei Döbeln-Töpeln (3 Millionen Euro), entlang der B 173 bei Kleinschirma (Mittelsachsen, 2,2 Millionen Euro), die B 107 über die Bahnlinie westlich von Eilenburg (Nordsachsen, 900 000 Euro) und die S 11 über die Lossa im nordsächsischen Thallwitz. Die Ingenieurkammer Sachsen sieht bei Bauwerken von landes- und bundesweiter Bedeutung erkennbare Fortschritte. „In dieser Zuständigkeit werden Brücken mit kritischem Zustand immer weniger. Das begrüßen wir“, sagt Kammersprecher Michael Münch.

Wesentlich ernster ist es dagegen um die knapp 6000 Brücken bestellt, für die Kreise, Städte und Gemeinden zuständig sind. „Viele dieser Brücken in kommunaler Baulastträgerschaft befinden sich schon seit längerer Zeit in einem sehr schlechten Zustand“, sagte der Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages Mischa Woitscheck auf Anfrage. Zwar werde seit vergangenem Jahr der Substanzerhalt kommunaler Straßen und Brücken stärker gefördert. Für das laufende Jahr ist dieser Fördertopf aber bereits ausgeschöpft. „Die bislang vom Freistaat Sachsen und vom Bund bereitgestellten Fördermittel sind für die Kommunen nicht ausreichend gewesen“, bestätigt Woitscheck. Es bestehe in diesem Bereich „weiterhin ein erheblicher und steigender Sanierungsaufwand und damit auch ein erheblicher Förderbedarf“. Ein großer Teil der Brücken sei inzwischen so marode, dass sich die Sanierung nicht mehr lohnt. Der Ersatzneubaubedarf liege bei etwa 15 Prozent, schätzt das Deutsche Institut für Urbanistik. Zusammengerechnet ergibt sich damit in Sachsen eine Zahl von 1250 Brücken, deren Standsicherheit und Verkehrstauglichkeit infrage steht. Die Ingenieurkammer fordert deshalb „eine kontinuierliche und ausreichende Bereitstellung von Fördermitteln zum Neubau und insbesondere zum Erhalt der Brücken im Freistaat“, so Münch.

Ähnlich dramatisch sieht es bei Bahnbrücken aus. „Die Bahninfrastruktur befindet sich in einem teils maroden Zustand“, sagt der sächsische Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn. Bundesweit seien mehr als 1100 Brücken in einem Zustand, bei dem der Abriss wirtschaftlicher ist als eine Sanierung. „Als Beispiele maroder Brücken in Sachsen sind 21 abgängige Bahnbrücken im Großraum Leipzig zu nennen oder elf Brücken auf der Sachsen-Franken-Magistrale, die dringend ersetzt werden müssen. Die Grünen fordern mehr Investitionen in einen zuverlässigen Bahnverkehr.

Von Winfried Mahr

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