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Studium oder Ausbildung für die Elektrowirtschaft

Traumberufe in der Elektrobranche Studium oder Ausbildung für die Elektrowirtschaft

Strom ist schon jetzt der Motor der Welt und wird in der Zukunft noch wichtiger werden. Doch welche Wege sollte man gehen, wenn man in diesem „spannungsgeladenen“ Umfeld eine Karriere anstrebt?

Ausbildung oder Studium? Egal, hauptsache es stromt. Kaum ein Berufsfeld wird so wachsen, wie Elektrik und Elektronik.

Quelle: fotolia.com © highwaystarz & © StockPhotoPro

Alles dreht sich dank Strom. Die Apps auf dem Smartphone starten ebenso nur, weil der Akku geladen ist, wie das Elektroauto ohne Spannung, Strom und Widerstand keinen Millimeter weit käme. Doch der technische Fortschritt im Elektrobereich marschiert eben auch mit Riesenschritten. Weit weniger schnell folgt der Nachwuchs. „ Der Bedarf an Ingenieuren und Facharbeitern steigt kontinuierlich“, sagt Sonja Dulitz vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI), „ der Fachkräftemangel in unserer Branche ist spür- und messbar.“ Dabei bietet das Thema Elektro eine gigantische Bandbreite an Berufsmöglichkeiten von der Ausbildung bis zum Master-Studiengang – wer technisch und naturwissenschaftlich auf dem neusten Stand ist, hat da fast eine Jobgarantie.

Was dabei vor allem in Dresden möglich ist und ob der „spannende“ Job eher mit einer Ausbildung oder einem Studium starten sollte, beleuchtet der folgende Artikel.

Elektrik, Elektronik und ein facettenreiches Berufsfeld

„Hat mit Strom zu tun“ - denken viele Laien über die großen Berufsbereiche Elektrik und Elektronik. Nicht ganz falsch, aber worum geht es eigentlich genau?

Wo ist denn da der Unterschied?

Etwas Grundwissen vorab: Elektrik und Elektronik sind mitnichten zwei Begriffe für ein und dasselbe, vielmehr unterscheiden sie sich gravierend:

  • Elektrik betrifft alle Dinge, die mit Vollleitern funktionieren. Also solchen Leitern, die bereits im Grundzustand Strom fließen lassen. Das kann die Verkabelung eines Einfamilienhauses sein oder der 110kV-Mast in der Landschaft.
  • Elektronik hat hingegen mit Halbleitern zu tun. Das sind Leiter, die im Grundzustand schlecht leiten, durch Veränderung dessen aber eine bessere Leitfähigkeit bekommen. Diese stecken in Handys, in Computern und praktisch allem anderen, das „rechnet“.

Dieser Grund-Unterschied sorgt dafür, dass jeder beteiligte Beruf zwar sehr spezifisch sein kann, aber auch eine Menge Abwechslung liefert, weil heute vieles interdisziplinär verläuft. So verlegt vielleicht ein heutiger Elektroinstallateur vormittags die Steckdosenkabel im Rohbau – klassische Elektrik also. Nachmittags installiert er ein Smart-Home-System und arbeitet direkt im Elektronik-Bereich.

Computerchip auf blauer Platine

Ohne Halbleiter wäre unsere heutige Welt undenkbar, denn Chips stecken in fast allem. Sie gehören zum gigantischen Spektrum der Elektronik.

Quelle: fotolia.com © zdyma4

Es boomt beim Strom

Was heißt MINT?

M = Mathematik

I = Informatik

N = Naturwissenschaft

T = Technik

Man muss sich nur die bestehenden und potenziellen Windkraftstandorte rund um Dresden ansehen, um auf einen Blick zu erkennen. Die Branche kann sich über Auftragsmangel nicht beklagen, der Innovationsdruck ist gigantisch. Grund ist die Energiewende. „Alles auf Elektro“, lässt sich grob die Marschrichtung für die nächsten Jahrzehnte umschreiben. Das aber sorgt dafür, dass ständig geforscht, getüftelt, erfunden werden muss. Eine Aufgabe für helle Köpfe, denn Elektrik und Elektronik sind beides Branchen, die wie kaum eine weitere vom MINT-Segment (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) abhängen und Leute brauchen, die darin fit sind, um Grundlagen und Anwendungen weiterzuentwickeln. Von denen, die diese elektrischen Wunderwerke installieren und warten müssen, ist da noch gar nicht die Rede.

Und obgleich sich diese Nachfrage in echten Top-Gehältern niederschlägt, herrscht vor allem im Osten ein drängender Mangel an Nachwuchs. Teils hat das nach wie vor mit Abwanderung in den Westen zu tun, teils aber auch mit einer gewissen Bildungsarmut in den Schulen, die viele entlässt, für die MINT auf Hochschul- und selbst Ausbildungsniveau schlicht zu schwer ist. ( Vergleich Aussage Prof Dr. Axel Plünnecke & MINT-Herbstreport 2016) Aber das bedeutet auch, dass diejenigen, denen MINT-Fächer wirklich liegen, in einer entsprechenden Ausbildung brillieren können – mit langfristiger Zukunftsperspektive.

1. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage

Die Branche brummt, hat aber Nachwuchssorgen. Doch wie drückt sich das in Zahlen aus?

Die allgemeine Lage in Deutschland: Ausbildungsplätze in der Elektroindustrie

Achtzehn. So viele Ausbildungsberufe gibt es im deutschen Handwerk und der Industrie, die sich mit Elektrik und Elektronik befassen. Sie reichen vom klassischen Elektriker, der sich heute Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik nennt bis zum Technischen Systemplaner, der diese Prozesse auf planerischer Ebene umsetzt. Über 37.000 junge Menschen (Statistik Arbeitsagentur, PDF, 840KB) starten jährlich eine Ausbildung in einem dieser Berufe – gleichzeitig klagt die IG-Metall jedoch, dass fast 2000 MINT-Ausbildungsplätze unbesetzt blieben.

Elektroinstallation

Viele Elektroberufe sind eben auch handfeste körperliche Arbeit. Das und das geringere Gehalt treibt viele an die Unis statt in Berufsschulen.

Quelle: fotolia.com © Wellnhofer Designs

Das klingt zwar nicht viel, man muss dazu jedoch in Relation setzen, dass deutschlandweit im MINT-Bereich im April 2017 fast eine halbe Millionen Stellen vakant waren. Wenn alljährlich 2000 Azubis zu wenig nachrücken, summiert sich diese Zahl rasant.

Die allgemeine Lage in Deutschland: Hochschule und Universität

Aberdutzende Studiengänge gibt es im Elektrobereich. Automatisierungstechniker, Halbleiter- und Photovoltaiktechniker, Elektroingenieure werden an Deutschlands (Fach-)Hochschulen ausgebildet. Allerdings:

  • 45% aller Elektrotechniker
  • 45% aller Informatiker

brechen den Bachelor-Studiengang vorzeitig ab, so die DZHW Studienabbruchstudie von 2017 ( PDF, 3,35 MB). Der Grund ist lapidar: zu schwer. Allerdings kann man dies nur zum Teil den Schulen anlasten. Denn moderne Elektrik und Elektronik sind wesentlich komplexer, als noch vor einigen Jahrzehnten. Der Geschäftsführer für Ingenieursausbildung beim VDE (Verband der Elektrotechnik) unterstreicht: „ Die traditionellen Grenzen der ingenieurwissenschaftlichen Fachdisziplinen verlieren damit weiter an Bedeutung. Außerdem werden sich die Studierenden schon heute darauf einstellen müssen, häufig auf einer Abstraktionsebene zu arbeiten, die weit von der physikalischen Ebene entfernt ist“. Die Studierenden sind also gezwungen, wesentlich interdisziplinärer und anwendungsbezogener zu denken und zu handeln - für viele ein Problem.

Setzt man das in Relation dazu, dass heute sehr viel mehr junge Menschen ein Studium aufnehmen, als es in der Vergangenheit der Fall war, ist klar, dass darunter schon statistisch die Absolventenquoten leiden müssen. Allerdings, die, die es schaffen, haben bewiesen, dass sie das Spiel der Elektronen in allen Facetten verstehen und beherrschen. Der Beweis: In ganz Deutschland gibt es keine 4000 arbeitslosen Elektroingenieure (Verein Deutscher Ingenieure e.V., PDF, 688KB).

MINT Diskrepanz

7,5 Millionen Bescgäftigte im MINT-Bereich

Quelle: Grafik-Hintergrund: fotolia.com © Christian Schwier

Die Lage in Dresden

Am ersten August begann auch bei uns wieder für tausende junge Menschen der Weg ins Berufsleben. Im Elektrobereich müssen jedoch eine Menge Chefs auf neue Azubis verzichten. Das zeigt die Liste offener Stellen der Handwerkskammer oder auf azubify – sie ist lang.

Ähnlich sieht es auch im Hochschulstandort Dresden aus. Obwohl an den fünf Hochschulen, vier Fachhochschulen und drei Berufsakademien fast 50000 Studierende eingeschrieben sind, entfallen davon etwa auf die Fakultät Elektro- und Informationstechnik an der TU gerade einmal rund 2500. Dresden geht es als größtem Hochschulstandort im Osten noch vergleichsweise gut.

2. Ausbildungsberufe im Elektro-Bereich

Die Not der Betriebe ist erwiesenermaßen groß. Doch warum sollte man im Elektro-Bereich Azubi werden und was muss man dafür mitbringen?

Pro & Contra: Ausbildung

Das große Problem von Ausbildungen ist, dass sie heutzutage ein Imageproblem haben. Jährlich beginnen rund eine halbe Million Jugendliche eine Berufsausbildung, hochgerechnet auf die durchschnittlich dreijährige Ausbildung gibt es demnach permanent rund 1,5 Millionen Azubis. Dem gegenüber stehen jedoch etwa 2,8 Millionen Studierende, die im Wintersemester 2016/17 eingeschrieben waren.

Dabei hat eine Ausbildung ganz nüchtern betrachtet einige Vorteile:

  • Auch für niedrigere Schulabschlüsse geeignet, manche Betriebe verlangen zwar Abitur, aber auch mit mittlerer Reife und gar Hauptschulabschlüssen kann man im Elektrobereich durchaus einsteigen
  • Vergleichsweise kurze Ausbildungsdauer, nach dreieinhalb Jahren sind die allermeisten Ausbildungen abgeschlossen und man kann ins vollbezahlte Berufsleben starten
  • Vergütung schon während der Ausbildung. 644 Euro im Durchschnitt aller Ausbildungsjahre in Ostdeutschland klingt zwar bei einem Vollzeitjob zwar nach nicht viel, aber 644 Euro haben und nicht haben ist ein gewaltiger Unterschied
  • Wenig „verkopft“, wenig theoretisch, sondern sehr praktisch ausgelegt. Alles was man lernt, kann man in der Regel ziemlich zeitnah selbst anwenden
Elektriker steht vor Schaltschrank

Die gesamte Branche leidet darunter, dass dem steigenden Bedarf und altersbedingten Ausscheidern nicht genügend Neulinge nachfolgen.

Quelle: fotolia.com © antiksu

Zudem gilt das Argument, dass einen die Ausbildung lebenslang an eine niedrige Position fesselt, besonders im Elektrobereich schon längst nicht mehr. Fortbildungsprogramme existieren für Menschen an jedem Punkt im Berufsleben, vom Schüler über den Azubi bis zum Gesellen, Meister und Lehrer. Anders ausgedrückt: Wer auf einem Level bleibt, muss sich schon aktiv dafür entscheiden. Wer einen Meister macht, ist mittlerweile sogar dem Bachelor gleichgestellt und kann somit die volle (Studien-)Leiter nach oben erklimmen.

Allerdings hat die Ausbildung auch Nachteile:

  • Kein adäquates Feld für echte Theoretiker. Ausbildungen sind generell mehr darauf bezogen, was für die Berufsausübung notwendig ist. Die Theorie bleibt da oft etwas auf der Strecke.
  • Ausbildung muss in der Praxis oft hinter Arbeitsleistung zurückstehen. Da können die neuesten Elektro-Trends noch so bedeutsam sein, für den Ausbildungsbetrieb ist es meist wichtiger, dass der Azubi die Standards beherrscht und wirklich mitarbeiten kann.
  • Höchst unterschiedliche Qualität, je nachdem, in welchem Betrieb man arbeitet. Klar, beim kleinen Elektriker um die Ecke wird man weniger über die Grenzbereiche des Berufs erfahren, als bei einem High-Tech-Unternehmen, das dauernd am Puls der Zeit ist – obwohl Azubis beider Betriebe die gleiche Berufsschulklasse besuchen.
  • Grundsätzlich geringeres Gehaltsgefüge, auch nach Ende der Ausbildung. Wer nicht gerade seinen Meister (kostet auch wieder Geld) macht und einen eigenen Betrieb eröffnet, muss mit seinem Gesellengehalt auskommen.
  • Körperlich häufig anstrengender. Im Handwerk und der Industrie bedeutet Elektro eben für Auszubildende und Ausgebildete, dass sie diejenigen sind, die die Eingebungen der Ingenieure in die Tat umsetzen müssen – bei Wind und Wetter und egal wo.

Kurzum: Wer ein Theoretiker ist, der hinter die Geheimnisse der Elektrotechnik blicken möchte und zudem auch richtig anständig verdienen will, der muss die Ausbildung entweder nur als Sprungbrett ansehen oder gleich die Akademikerlaufbahn einschlagen.

MINT Ausbildungsberufe

Der Frauenanteil in MINT-Berufen liegt nur bei etwas über 5 Prozent.

Quelle: Grafik-Hintergrund: fotolia.com © Christian Schwier

Grundsätzliche Voraussetzungen: Was muss man können?

Egal in welchem Beruf des Elektro- und Elektronikbereichs man nun eine Ausbildung anfängt, die Basis sollte immer sein, dass man sich für Naturwissenschaften interessiert. Wer schon als Kind nicht vom Elektrobaukasten wegzubringen war, als Teenager seine Freizeit mit Lötkolben und Platinen verbrachte, der hat schon sehr gute Voraussetzungen. Allerdings müssen auch die Noten zumindest halbwegs stimmen. Wichtig sind vor allem Mathematik und Physik, aber auch in Englisch sollten die Leistungen stimmen.

Zudem sollte man Genauigkeit mitbringen, ein Auge für kleinste Details haben und bei keiner Arbeit nachlässig handeln.

Was, wo, wer?

Dresdner Azubis können sich glücklich schätzen, denn die sächsische Landeshauptstadt ist einer der wenigen Standorte in Deutschland, die ein Berufliches Schulzentrum für Elektrotechnik haben, das BSZET. Zudem sitzt hier mit dem Elektrobildungs- und Technologiezentrum auch noch eine weitere Anlaufstelle für „Stromer“. Beide Zentren sind zudem auch ein guter Ansprechpartner für alle, die noch eine offene Ausbildungsstelle suchen.

Ebenfalls weiterhelfen können in diesem Bereich auch die Handwerkskammer Dresden und die Arbeitsagentur.

3. Studiengänge in der Elektrotechnik

Hart, härter, Elektroingenieur. Dass die Elektro-Studiengänge richtig „tough“ sind, ist unbestritten. Doch was muss man denn mitbringen, um hier zu bestehen?

Pro & Contra: Studium

Abertausende Abiturienten drängen sich jährlich in die knapp 8.300 Grundstudiengänge, die es in Deutschland gibt (Hochschulrektorenkonferenz, PDF, 1,32 MB). Doch um den ganzen Bereich der Elektrotechnik machen viele einen gewaltigen Bogen, warum eigentlich?

  • Kaum ein anderer Studienbereich hat eine so hohe Jobgarantiequote, dafür sorgt allein schon die kritische Arbeitsmarktlage im ganzen Elektro-Segment
  • Die grundständigen Studiengänge können in dutzenden weiterführenden Bereichen auf Master-Ebene fortgesetzt werden, da ist für die meisten Geschmäcker etwas dabei
  • Man kann sich voll und ganz auf die Ausbildung als solche konzentrieren, kein Meister steht hinter einem und fordert fachfremde Arbeiten ein
  • Man hat die Aussicht auf wirklich exquisite Gehälter, Elektroingenieure, die in der Energieversorgung arbeiten, kommen auf durchschnittliche Anfangsgehälter von fast 65000 Euro im Jahr – das sind knapp 5500 Euro brutto, die für einen angestellten Single in Dresden zu etwas über 3000 Euro netto werden
  • Ein Studienabschluss signalisiert jedem Arbeitgeber, dass man fähig und willens ist, sich notwendiges Wissen dauerhaft alleine anzueignen. Leute, die das können, werden künftig noch wichtiger werden, denn langjährige Phasen, in denen quasi Stillstand herrscht, wird es in der Elektrobranche nicht mehr geben
Entwicklungsingenieure bei der Roboter Inbetriebnahme

Elektroingenieure haben ein mehr als hartes Studium hinter sich. Wenn es aber überhaupt etwas wie eine Jobgarantie gibt, dann hier.

Quelle: fotolia.com © Herrndorff

Zudem muss man einfach bedenken, dass gerade in Großbetrieben und der Industrie nur ein Studium es einem ermöglicht, in die wirklich hohen Ränge der Hierarchien aufzusteigen, wenngleich schon ein Bachelor es einem erlaubt, sich Ingenieur zu nennen. In solchen Firmen zählt aber oft nur der Master. Und das bringt uns direkt zu den Nachteilen des Studiums.

  • Selbst wenn man die Regelstudienzeit von sechs Semestern einhält, muss man sich mindestens drei Jahre lang neben dem Studium mit „Jobs“ über Wasser halten. Hängt man den Master direkt dran, sind das sogar fünf Jahre
  • Die Elektro- und Elektronikstudiengänge sind nichts, was man als locker-flockige Studentenzeit bezeichnen könnte, in der viel Party ansteht. Die allermeisten, die diesen Weg wählen, stecken die ganze Zeit über im Dauerstress, denn schon ein paar Tage, in denen man durchhängt, bedeuten, dass einem enorme Wissenslücken entstehen
  • Vor allem anfangs haben die einzelnen Fächer ziemlich wenig miteinander zu tun. Erst in den späten Phasen des Studiums ergänzt sich alles zu einem großen Ganzen. Diese „Frustphase“ muss man ohne Motivationsverluste überstehen können.
  • Auch wenn Ingenieursstudiengänge vergleichsweise viel Praxisbezug haben, sind sie doch der relativ trockene, theoretische Weg. Da machen auch Pflicht- und freiwillige Praktika keinen großen Unterschied
  • Selbst mit richtig guten Noten in den MINT-Fächern des Abiturs und einem lebenslangen privaten Interesse wird man kaum noch die Lockerheit erleben, mit der einem vielleicht in Schultagen vieles regelrecht „zugeflogen“ ist. Zwischen allgemeiner Hochschulreife und Elektroingenieursstudium besteht eine ziemlich hohe Stufe, die man überwinden muss
Offene MINT Arbeitsstellen

Im Süden existieren die meisten offenen MINT-Arbeitsstellen

Quelle: Grafik-Hintergrund: fotolia.com © Christian Schwier

Wer den Weg des Studiums wählt, der muss es wirklich „wollen“. Also nicht nur „Bachelor in der Tasche wäre schön“, sondern man muss wirklich Elektro in all seinen Facetten durchdringen wollen.

Grundsätzliche Voraussetzungen: Was muss man können?

Bei einem solchen Kriterien-Katalog ist klar, dass Elektrotechnik nichts für diejenigen ist, die gerade einmal wissen, wie man dem vom Rasenmäher gekappten Verlängerungskabel einen neuen Stecker spendiert. Um es salopp auszudrücken, muss man tatsächlich ein echter Elektro-Nerd sein, der schon programmiert hat, sich immer auf dem Laufenden hält und ein wirklich leidenschaftliches Interesse an Mathe und Physik hat.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, denn Motivation ist das A und O. Selbst als Super-Geek wird es in der Elektrotechnik oft genug vorkommen, dass sich einem etwas nicht sofort erschließt. Dann braucht es Sitzfleisch und den Willen, sich mit diesem Thema so lange zu beschäftigen, bis es klick gemacht hat – nur um auch dann nicht zu verzagen, wenn sich gleich danach die nächste beinharte Nuss auftut. Insbesondere gilt das für mathematische Problemstellungen, denn kein anderes Studienfach misst der Mathematik so viel Bedeutung bei, wie die Elektrotechnik.

Feiern im Park

Viele Studentenparties werden angehende Elektroingenieure nicht mitmachen, dazu ist der Stoff schlicht zu umfangreich und lernintensiv.

Quelle: fotolia.com © YakobchukOlena

Wer vor dem Studium ein Partytier war, sollte sich diese Leidenschaft verkneifen können. Andere Studienfächer mögen noch genug Freiräume lassen, um die angenehmen Seiten des Studiums zu genießen. Elektrotechnik und die artverwandten Fächer können sich das schlicht nicht leisten. Dazu muss in die sechs bzw. vier Semester einfach zu viel Wissen gestopft werden, das sich zudem durch die rasante Entwicklung auch noch andauernd verändert. Da bleibt schlicht kein Raum für Party und oft genug auch Freunde und Partnerschaften.

Eine harte Zeit, das muss man unumwunden sagen. Aber für die echten Nerds lohnt es sich. Denn die Welt, die sich einem in diesem Studium öffnet, ist nicht nur buchstäblich gigantisch, sondern wird Tag für Tag immer größer – auch durch die ganzen Ingenieure, die daran feilen und die Grenzen verschieben. Wer davon ein Teil sein möchte und sich nicht um die maximal fünf „Hungerjahre“ schert, in denen er wirklich ackern muss, der sollte zuschlagen.

Was, wo, wer?

Wer sich entschlossen hat, den Mysterien der Elektrik und Elektronik nachzugehen, der hat in Dresden vergleichsweise sehr gute Karten. So sind beispielsweise an der TU keine der grundständigen Studienfächer in diesem Segment zulassungsbeschränkt. An der HTW sieht es ähnlich aus, wenngleich hier Informatiker einen 3,0 NC haben müssen.

An der TU stehen Elektro-Optionen offen:

  • Elektrotechnik (Diplom)
  • Informatik (Bachelor und Diplom)
  • Informationssystemtechnik (Diplom)
  • Mechatronik (Diplom)
  • Medieninformatik (Bachelor)
  • Regenerative Energiesysteme (Diplom)

Wem jetzt aufgefallen ist, dass die meisten der an der TU angebotenen Studiengänge Diplomstudiengänge sind, der muss sich nicht wundern, denn das hat die Hochschulleitung absichtlich so beschlossen. Daneben ist man jedoch an der TU auch der Ansicht, dass der deutsche Diplomingenieur, der „Dipl.-Ing.“ eine weltweit anerkannte Marke ist, die man nicht fallenlassen sollte. Zudem ist für die Studierenden auf diese Weise auch sichergestellt, dass ihnen am Ende ihrer Anstrengungen nicht „nur“ ein Bachelor winkt und sie für einen „Voll-Ingenieur“ quasi ein zweites Mal studieren müssen, sondern dass sie ein Gesamtpaket absolvieren – durchaus auch eine moralische Hilfe. Daneben enthalten die Diplomstudiengänge, im Gegensatz zu Bachelor und Master, auch ein Fachpraktikum, das ein ganzes Semester andauert und man so automatisch bereits Berufserfahrung in der Praxis sammelt.

Professor im Hörsaal

Bei den Ingenieurswissenschaften gilt die TU als eine der besten Deutschlands. Ob oder trotz Beibehaltung des Dipl.-Ing. ist nicht bekannt.

Quelle: fotolia.com © kasto

Doch wie sieht das Leben eines TU-Elektrotechnikstudenten in der Praxis aus? Werfen wir dazu einen Blick auf einen aktuell gültigen Stundenplan, da finden wir typische Vorlesungen:

  • Elektrische und magnetische Felder
  • Geräteentwicklung
  • Grundlagen der Elektrotechnik
  • Technische Mechanik
  • Mathematik
  • Physik
  • Lernraum Elektrotechnik, Zeit für die Studenten, um Tutoren Fragen zu stellen
  • Informatik
  • Chemie

Dabei sind grundsätzlich alle Veranstaltungen Doppelstunden, denn die Thematiken sind einfach zu umfangreich, um sie einzeln zu behandeln. An den meisten Tagen der Woche kommt man so auf zwei bis drei Vorlesungen – die allerdings wirklich zwingend durch privates Lernen „nach Feierabend“ vertieft werden müssen.

Doch ist das Leben als Student der Elektrotechnik an der TU nicht nur von trockenen Formeln und nächtelangem Büffeln geprägt. Im Gegenteil, Humor ist in Dresden kein Fremdwort und so entstand unter der Leitung von Professor Ellinger, Spezialist für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie, und zweier Kollegen der „Curcuit-Song“

Zusammenfassung und Fazit

Fit in Mathe und Physik? Interesse an Volt, Ampere und Ohm? Lust, in einem der vielleicht zukunftsträchtigen Berufe zu arbeiten, die dieses Land zu bieten hat? Dann ist die Elektrobranche definitiv etwas, über das man als baldiger Schulabgänger nachdenken sollte. Ob nun im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums ist dabei zweitrangig – beides hat in Dresden seinen Platz und wem die Sache echt liegt, der hat sowieso eine Jobgarantie.

Redaktion

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