Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Studium & Beruf So sieht der Alltag bei der Polizei-Reiterstaffel aus
Mehr Studium & Beruf So sieht der Alltag bei der Polizei-Reiterstaffel aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:07 05.04.2018
Polizistinnen zu Pferd - und nicht nur Reiterinnen in Uniform: Wer bei der Reiterstaffel der Polizei arbeitet, hat zwar auch repräsentative Aufgaben, ist vorrangig aber weiter Polizeibeamter. Quelle: Ralf Hirschberger
Anzeige
München

Es klingt nach einem Traumberuf für Pferdefreunde: Der Alltag eines berittenen Polizisten bedeutet mindestens vier Stunden täglich an der frischen Luft und im Sattel. Häufig auch in attraktiver Umgebung, denn die Streife in Parks und Naherholungsgebieten ist Pflicht.

Ganz so romantisch ist der Job dann aber doch nicht. Erster Malus: Die Dienstzeiten sind nach Angaben der Reiterstaffel der bayerischen Polizei von der Auftragslage abhängig. Maßgeblich wirkt sich die Fußballsaison auf den Dienstplan aus. Die Arbeit an Wochenenden ist schon allein deshalb eher Regel als Ausnahme.

Neben dem Einsatz auf Großveranstaltungen gehört auch die Präsenz auf Traditionsumzügen und dem Oktoberfest zum Job. Eine der Voraussetzungen für den repräsentativen Dienst ist für Andreas Freundorfer, den Leiter der Reiterstaffel in München, deshalb auch ein "untadeliges Erscheinungsbild". Bewerber sollten sich vor dem Vorstellungsgespräch also lieber gründlich rasieren.

Die Streifen zu Pferd haben handfeste Vorteile: Imposant sind die Tiere - aber nicht angsteinflößend. Denn das Pferd sei auch der größte Sympathieträger der Polizei. Flauschig, mit weichen Nüstern und großen Augen, ziehen die Tiere Bürger magisch an. Fotos machen, Smalltalk, das Tier streicheln lassen, auch das gehört zum Job. Dauerbrenner unter den Fragen: "Ja wie alt ist er denn?"

Aber es kommt schon auch mal vor, dass die Reiter Unfälle und Strafanzeigen aufnehmen müssen, Fahrzeuge abschleppen lassen oder Verwarnungen ausstellen. Der Verwarnungsblock ist immer dabei, ein paar Formulare auch. Die Polizeireiter, sie bleiben Beamten.

Wer zur Reiterstaffel will, muss in Bayern eine erfolgreich abgeschlossene Polizeiausbildung vorlegen und mindestens drei Jahre Dienst bei einer regionalen Polizeiinspektion hinter sich haben. Die Bewerbungsformalitäten in anderen Reiterstaffeln können allerdings abweichen. Denn Polizei ist Ländersache.

In Bayern sind Reitkenntnisse sogar kein Muss: Die letzten fünf Neulinge hier waren allesamt nicht mit dem Reiten vertraut. Innerhalb von sechs Monaten sind die Einsteiger aber in der Regel sattelfest genug, um mit dem Streifendienst zu starten.

Sich bei der Polizei zu bewerben, um irgendwann zur Reiterstaffel zu kommen, sei aber ein gewagtes Vorhaben, so Freundorfer. Nur ein Bruchteil der bayerischen Polizisten verrichtet Dienst in der Reiterstaffel. Die Bewerberzahlen sind hoch, die Stellen knapp. Nur 41 Beamte beschäftigt die bayerische Polizei an ihren Standorten in München und Rosenheim.

Die Pferde sind ebenfalls sorgfältig gecastet. Allesamt sind sie Wallache, weil diese über das ruhigste Wesen verfügten, heißt es. Außerdem ist eine Mindestgröße Pflicht. Kein Pferd ist unter 1,70 Meter Stockmaß. Zwei sind sogar 1,86 Meter hoch.

Das wichtigste Kaufargument neben Gesundheit und Erscheinung ist der Charakter der drei- bis fünfjährigen Jungpferde. Denn die größte Herausforderung in der Ausbildung eines Polizeipferdes besteht darin, ihm einen angeborenen Trieb abzutrainieren: Pferde sind Fluchttiere. Damit sie für die Einsätze in lauter und menschenreicher Umgebung geeignet sind, müssen sie Lärm, Bewurf und aggressive Personen nicht nur ertragen können. Sie müssen sogar direkt darauf zugehen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Winzer, Brauer, Automobilkaufleute oder Kürschner: Diese Fachleute sind gesucht. Doch für Betriebe ist es oft schwer, die Stellen zu besetzen. Das zeigt nun auch eine Studie.

10.04.2018

Leih- oder Zeitarbeiter arbeiten teils Seite an Seite mit regulären Arbeitnehmern, haben aber nicht immer die gleichen Rechte. Rechtlos sind sie aber nicht - auch wenn der Arbeitgeber versucht, zum Beispiel ihren Kündigungsschutz durch Tricks zu umgehen.

28.03.2018

Arbeitnehmer im Homeoffice oder freiberuflich Tätige können ihre Arbeitszeit in der Regel flexibel einteilen. Feste Abläufe und ein Arbeitsplatz ohne störende Ablenkungen steigern die Produktivität vieler Freelancer.

27.03.2018
Anzeige