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Florist als Beruf zieht nicht mehr

Handel Florist als Beruf zieht nicht mehr

Der Valentinstag bedeutet Hochkonjunktur für Blumenhändler, ähnlich wie der Muttertag. Die Branche wächst beständig, findet aber kaum noch Nachwuchs. Ein Grund sind bescheidene Verdienstmöglichkeiten.

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Rote Rosen sind am Valentinstag sehr beliebt.

Quelle: Erik S. Lesser

Hamburg. Geld oder Blumen. Die Floristik-Branche gerät zunehmend unter Druck. "Wir müssen mehr für die Nachwuchsförderung tun", sagt Alexander Zoern, Sprecher der Geschäftsführung von Blume 2000, der führenden deutschen Handelskette für Blumen und Pflanzen.

Wie auch in anderen Handwerksberufen sind die Ausbildungszahlen für Floristinnen und ihre wenigen männlichen Kollegen seit Jahren auf dem Rückzug. Gab es 2002 noch mehr als 8000 Lehrlinge in dem Beruf, so waren es im vergangenen Jahr nur noch knapp 2700. Zu wenig, um den Nachwuchs für die rund 13 000 deutschen Blumengeschäfte zu sichern.

Bei einem Gipfeltreffen auf Initiative von Blume 2000 verständigte sich die Branche auf das Ziel, die Zahl der Auszubildenden zu verdoppeln. "Wir müssen den Bewerberpool vergrößern und die jungen Leute für den Beruf begeistern", sagt Zoern. Zudem sollten mehr Betriebe sich an der Ausbildung beteiligen und die hohen Abbruchquoten von rund 40 Prozent müssten sinken.

Ein Problem ist das vergleichsweise geringe Einkommen. Floristinnen verdienen während der Ausbildungszeit zwischen 540 und 620 Euro im Monat und als ausgelernte Kräfte oft weniger als 2000 Euro. "Viele Betriebe legen auf die Ausbildungsvergütung noch etwas drauf, wir auch", sagt Zoern. Die Umsatzrendite im Blumenhandel sei jedoch nicht höher als im Einzelhandel üblich. Damit seien die Möglichkeiten für höhere Gehälter begrenzt.

Dabei sind junge Leute aus demografischen Gründen rar. Und haben deshalb die freie Wahl. Dennoch: "Als Florist wird man nicht reich, aber das ist auch nicht der Grund, den Beruf zu ergreifen", sagt Nicola Fink vom Fachverband Deutscher Floristen.

Die Branche ist im Kern gesund und wächst, wenn auch nur verhalten. Von 2005 bis 2014 erhöhte sich der Umsatz von 4,2 auf 4,7 Milliarden Euro, während die Zahl der Geschäfte gleichzeitig abnahm. Blume 2000 ist mit 190 Filialen, 1500 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro der Branchenprimus. Dementsprechend will der Filialist aus Norderstedt bei Hamburg auch bei der Ausbildung vorangehen und die Zahl der gegenwärtig 120 Azubis mittelfristig auf 400 aufstocken.

Andere Ketten gibt es nur in geringem Umfang regional, dazu kommen Gartencenter und Supermärkte. "Der Grund ist die aufwendige Logistik, die hinter dem Frischeprodukt steht", sagt Zoern. Fast alle Blumengeschäfte versorgen sich bei regionalen Großmärkten mit Ware, während Blume 2000 eine eigene Logistik hochgezogen hat.

Dafür fehlt kleinen Händler das nötige Know-how. Blume 2000 gehört dagegen der Hamburger Unternehmerfamilie Herz und ist damit ein Schwesterunternehmen von Tchibo und Beiersdorf, wenn auch nicht unter dem gleichen Holding-Dach. Dahinter steht viel Erfahrung im Handel. Das Unternehmen steht nicht nur im Wettbewerb mit anderen Blumenhändlern, sondern die Konkurrenten heißen auch Douglas, Christ, Arko oder Hunkemöller.

dpa

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