Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Studium & Beruf DIHK empfiehlt Meister oder Fachwirt
Mehr Studium & Beruf DIHK empfiehlt Meister oder Fachwirt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 29.01.2016
Wer in einem technischen Beruf einen Meister gemacht hat, kommt oft an bessere Posten als Akademiker-Kollegen. Quelle: Sebastian Kahnert
Berlin

Die deutsche Wirtschaft wirbt händeringend um mehr Auszubildende in technischen Berufen. Absolventen einer Ausbildung und einer anschließenden beruflichen Aufstiegsfortbildung wie Meister oder Fachwirt bewegten sich auf gleichem Niveau wie Arbeitnehmer mit Bachelor- oder Master-Abschluss.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellte jüngst eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft vor. Für eine Beschäftigung mit Führungsverantwortung sei demnach ein Hochschulabschluss keinesfalls Pflicht.

Im Gegenteil: Berufliche Fortbildung oder höhere Berufsbildung führe häufiger in direkte Personalverantwortung. 47 Prozent der Fortbildungs-, aber 39 Prozent der Hochschulabsolventen bekleideten eine solche Position im Beruf, so die Studie. Ebenso seien Meister oder Techniker (80 Prozent) gegenüber Kollegen öfter fachlich weisungsbefugt als Akademiker (69 Prozent).

Auch die Gehälter sind laut Studie überdurchschnittlich. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen zahlten an Fortbildungsabsolventen kaufmännischer Fachrichtungen und an Bachelorabsolventen wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen vergleichbare Gehälter - und manchmal sogar mehr. "Hier reden wir im Schnitt von Jahresgehältern in Höhe von rund 60 000 Euro", teilte der DIHK mit.

Die Studienergebnisse zeigten, dass sich junge Leute bei der Wahl ihres Berufsweges alle Möglichkeiten vor Augen führen und nicht ausschließlich ein Studium in Betracht ziehen sollten. "Generell brauchen wir in Deutschland ein klares Bekenntnis aller verantwortlichen Akteure zur beruflichen Bildung, einschließlich der höheren Berufsbildung. Dazu gehöre auch, die Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung deutlich herauszustellen, teilte der DIHK weiter mit.

Das "Meister-Bafög" sei ein erster Schritt. Bei einer ausgewogenen und fairen Bildungsfinanzierung dürfe es aber auch kein Tabu sein, die "Kostenloskultur" des Hochschulstudiums generell zu hinterfragen - und den hohen Investitionen der Unternehmen sowie des Einzelnen in berufliche Aus- und Weiterbildung kritisch gegenüberzustellen.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack erklärte: "Es ist ein Irrweg, die duale Ausbildung stärken zu wollen, indem man junge Menschen durch Studiengebühren von der Hochschule fernhalten will." Bei der Entscheidung für oder gegen ein Studium oder eine berufliche Ausbildung "geben persönliche Interessen, die Qualität des Studiums oder der Ausbildung sowie Karriereperspektiven den Ausschlag. Die Arbeitgeber haben es selbst in der Hand, die berufliche Bildung wieder attraktiver zu machen."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Chef hat sein Okay zum Sabbatical gegeben - die freie Zeit rückt immer näher. Doch die Kollegen scheinen alles andere als begeistert. Wie lässt sich die Abteilung mitnehmen?

28.01.2016

Karneval? Viele lässt das völlig kalt. Doch die Faschings-Verrückten haben so einige Fragen: Kann ich während der Arbeitszeit den Umzug am Bildschirm mitverfolgen? Darf ich im Büro einen Sekt aufmachen? Und kann der Chef etwas sagen, wenn ich im Kostüm erscheine?

27.01.2016

Was muss ein Chef Mitarbeitern bieten, damit sie zufrieden sind? Und was wünschen sie sich, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht? Eine Studie gibt Anhaltspunkte.

26.01.2016