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Wie werde ich Personaldienstleistungskaumann/frau?

Multitalente gesucht Wie werde ich Personaldienstleistungskaumann/frau?

Zusammenbringen, was zusammengehört: Personaldienstleistungskaufleute verkuppeln Unternehmen und Bewerber. Sie brauchen Menschenkenntnis, analytisches und kaufmännisches Denken. Und sie dürfen keine Angst vor dem Telefon haben.

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Erste Einschätzung: Telefonate mit Bewerbern auf freie Stellen sind fester Teil von Julia Sefzicks Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau.

Quelle: Henning Kaiser/dpa-tmn

Berlin. Was eine Kauffrau für Personaldienstleistungen macht, wusste Julia Sefzick vor ihrer Ausbildung nicht so genau. Sie wusste nur, wie ihr Job aussehen sollte: "Ich wollte viel Kontakt zu anderen Menschen haben und im Laufe der Ausbildung eine gewisse Verantwortung tragen können."

Auf der Suche nach einem passenden Job landete die 21-Jährige schließlich bei der Adecco Group - und ist jetzt, zweieinhalb Jahre später, fast fertig mit der Ausbildung. Damit ist Sefzick etwas schneller als ihre Kollegen: In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre.

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Das ist keine Übung: Auch in der Ausbildung führt Julia Sefzick echte Bewerbungsgespräche. Denn nur so lässt sich das für den Job nötige Gespür entwickeln.

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Ausgebildete Personaldienstleistungskaufleute sind Multitalente: Sie verfassen Stellenanzeigen, sichten Bewerbungsunterlagen, führen Einstellungs- und Mitarbeitergespräche, setzen Arbeitsverträge auf und Richtlinien zur Arbeitssicherheit um, sie analysieren den Personalbedarf und planen den Personaleinsatz. Dazu kümmern sie sich um klassische kaufmännische Aufgaben, beispielsweise im Controlling.

Damit ist auch das Anforderungsprofil vielfältig: Die Kaufleute müssen nicht nur rechnen können, auch das Menschliche muss stimmen. "Diese Verknüpfung gibt es in keinem anderen Ausbildungsberuf", erklärt Wilhelm Oberste-Beulmann, Vizepräsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP). "Wir wissen, dass es nicht einfach ist, aber wir haben den Beruf bewusst umfassend und in einer hohen Qualität aufgesetzt." Das soll die Azubis für verschiedene Einsätze und Arbeitgeber wappnen.

Egal ob in der Personalvermittlung für Kunden oder in den Personalabteilungen großer Unternehmen - eines haben alle fertigen Kaufleute gemeinsam: viel Kontakt zu anderen Menschen. Nicht nur deshalb sollten Auszubildende "mutig sein und eine eigene Persönlichkeit aufweisen", sagt Raymond Opzalski, Ausbildungsverantwortlicher bei der Adecco Group. "Gerade im Rekrutierungsbereich muss man eigenständig arbeiten und ein Gefühl dafür haben, Menschen einzuschätzen." Für dieses Gefühl braucht es Praxis.

Das überraschte Julia Sefzick: "Ich hätte niemals gedacht, dass ich in meiner Ausbildung schon so viel selber machen darf, dass ich so viel Freiraum gestellt bekomme." Sie erzählt von Telefoninterviews, die sie schon geführt hat - mit echten Bewerbern für echte Stellen in ihrem Unternehmen. Davon, wie sie Bewerber kennenlernte und schließlich manche von ihnen für die zu besetzende Stelle vorschlug. Einer von ihnen ist inzwischen Sefzicks Kollege. "Das war für mich ein großer Erfolg", sagt sie.

Überhaupt scheint sie zufrieden zu sein, mit ihrem Beruf und der eigenen Entwicklung. "Früher war es so, dass ich vor dem Klingeln des Telefons Angst hatte. Man weiß ja nie, wer dahintersteckt", erinnert sie sich. Längst hat sie diese Angst abgelegt. Doch Herausforderungen gibt es nach wie vor: "Wenn man einem Bewerber sagen muss, dass er die Stelle nicht bekommt, ist das noch immer eine Herausforderung", sagt Sefzick. "Denn nicht jede Situation ist gleich, und nicht jeder Mensch ist gleich."

Einfühlungsvermögen, Selbstständigkeit, Analysefähigkeit, Kundenorientierung, Verhandlungsgeschick - all das gehört unweigerlich zum Beruf dazu. Einen Realschulabschluss sollten Azubis daher mindestens mitbringen, empfiehlt Oberste-Beulmann und verweist auf den hohen Anspruch des Berufs. Als Vergütung bekommen angehende Personaldienstleistungskaufleute laut BAP 700 bis 870 Euro im ersten Lehrjahr, im dritten sind es 850 bis 1030 Euro.

Ist die Ausbildung abgeschlossen, gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten: zum Fachwirt für Personaldienstleistungen etwa oder in Form eines Studiums im Bereich Personalwesen. Auch eine Weiterbeschäftigung im Ausbildungsunternehmen ist meistens möglich: "Die Übernahmechancen sind sehr gut", sagt Oberste-Beulmann, selbst Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Alle seine Prüflinge seien bisher übernommen worden.

Auch Julia Sefzick möchte weiter nach den passenden Mitarbeitern für ihren Arbeitgeber suchen. "Es bereitet mir große Freude, dass ich jungen Menschen berufliche Chancen gebe", sagt sie. Schon bald wird sie als Junior-HR-Referentin in der Hauptverwaltung der Adecco Group tätig sein. Der Vertrag ist bereits unterschrieben.

dpa

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