Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Reiserecht Bei Anschlussflügen außerhalb der EU Entschädigung möglich
Mehr Recht Reiserecht Bei Anschlussflügen außerhalb der EU Entschädigung möglich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:13 31.05.2018
Fluggästen steht auch eine Entschädigung zu, wenn ein Anschlussflug außerhalb der EU annulliert wird oder mit mehr als drei Stunden Verspätung startet. Quelle: Caroline Seidel
Luxemburg

Fluggäste haben nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs auch bei Verspätungen von Anschlussflügen außerhalb der EU Anspruch auf Entschädigungen.

Zwischenlandungen in Staaten außerhalb Europas änderten nichts daran, wenn sie Teil einer einzigen Buchung waren und der Abflugsort sich innerhalb der EU befand, urteilten die Luxemburger Richter (Rechtssache C-537/17. Flugreisende können damit künftig auf mehr Entschädigungszahlungen hoffen.

Der Gerichtsfall

Hintergrund des Urteils war ein Fall aus Deutschland. Die Klägerin hatte einen Flug mit einer marokkanischen Airline von Berlin nach Casablanca und von dort weiter nach Agadir gebucht. In Casablanca durfte sie ihren Anschlussflug aber nicht antreten, weil ihr Platz schon vergeben worden war. Sie erreichte Agadir mit einer Verspätung von vier Stunden. Nach EU-Recht hätte sie daher Anspruch auf Ausgleichszahlungen.

Die marokkanische Airline argumentierte, dass es sich um einen innermarokkanischen Flug handelte und deshalb die Ansprüche nicht gälten.

Flugverspätung am besten schriftlich bestätigen lassen

Wenn ein Flug annulliert wird oder sich um mehr als drei Stunden verspätet, steht Passagieren nach EU-Recht eine Entschädigung zu. Am besten verlangen Fluggäste am Schalter der Airline eine schriftliche Bestätigung, dass der Flug verspätet war oder gestrichen wurde.

Manche Fluggesellschaften bieten Formulare für die Entschädigungsforderung an. An einigen Airports ist die Airline allerdings womöglich nicht sofort erreichbar.

Dann rät der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover dazu, sich die genaue Ankunftszeit und die Kontaktdaten von Mitreisenden zu notieren - als mögliche Zeugen. Entscheidend ist, wann die Türen des Flugzeugs geöffnet wurden, nicht das Aufsetzen auf der Landebahn.

Statt Gutscheine zu akzeptieren, sollten Passagiere auf die korrekte Entschädigungssumme bestehen. Die Höhe hängt von der Flugdistanz ab. Die EU-Fluggastrechte-Verordnung sieht bei einer Flugstrecke von bis zu 1500 Kilometern 250 Euro pro Person vor. Bei Strecken von 1500 bis 3500 Kilometern sind es 400 Euro, bei über 3500 Kilometern 600 Euro.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit zahlreichen Streiks protestieren die Griechen gegen die Sparpolitik ihrer Regierung. Dadurch kommt es landesweit zu Problemen im Fähr-, Nah- und Luftverkehr. Bei Ausfällen und Verspätungen können für Reisende Ansprüche bestehen.

30.05.2018

Ein Ehepaar freut sich auf eine Karibik-Kreuzfahrt und erfährt kurz vor der Abfahrt, dass die Kabine nicht reserviert ist. Der Streit führt bis zum BGH. Es geht um Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit und Kosten für eine Ersatzreise.

29.05.2018

Ein Streik der Fluglotsen gilt in der Regel als höhere Gewalt. Betroffenen Airlinekunden steht dann keine Entschädigung zu. Doch wie verhält es sich, wenn der Streik ausfällt und der Flug mit einiger Verspätung ausgeführt wird?

29.05.2018