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Zusammen oder getrennt?

Anzeige Zusammen oder getrennt?

Viele Ehepaare stehen vor der Frage, ob sie die getrennte oder die Zusammenveranlagung wählen. Leben sie in Eintracht zusammen, lässt sich dies leicht klären. Haben sie sich allerdings getrennt, und fällt die Kommunikation ohnehin schwer, kann eine Vielzahl von Problemen auftauchen.

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Quelle: picture alliance/Oliver Berg

Dresden. Spätestens wenn die steuerrechtlichen Abgabefristen drohen, stehen viele Ehepaare vor der Frage, ob sie besser die getrennte oder die Zusammenveranlagung von Ehegatten wählen. Leben sie in Eintracht zusammen, lässt sich dies mittels Beratung durch einen Steuerberater, einen Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerprogramm leicht klären. Haben sie sich allerdings getrennt, und fällt die Kommunikation ohnehin schwer, kann eine Vielzahl von Problemen auftauchen. Welche Pflichten die Ehegatten dabei untereinander haben, bestimmt sich nach zivilrechtlichen Vorschriften und ist auch bei den steuerberatenden Berufen nicht immer bekannt.

Grundsätzlich kann für das Jahr, in dem die Trennung stattgefunden hat, letztmalig die Zusammenveranlagung gewählt werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Ehegatten sich bereits im Januar oder erst im Dezember getrennt haben. Ausschlaggebend ist aber allein schon die Trennung. Ob und ggf. wann sich Ehegatten auch scheiden lassen, spielt für das Finanzamt in dem Zusammenhang keine Rolle.

Die Zusammenveranlagung ist in der Regel vor allem dann günstiger, wenn die Einkünfte eines Ehegatten erheblich höher sind als die des anderen. Haben die Eheleute aus diesem Grund schon während des laufenden Jahres die Steuerklassen III und V gewählt, hat dies den Vorteil, dass die steuerliche Entlastung durch das sogenannte Ehegattensplitting schon im Rahmen des monatlichen Lohnsteuerabzugs berücksichtigt wird und insgesamt weniger Steuern abgeführt werden, als wenn jeder Ehepartner allein nach seinem Einkommen besteuert wird. Daher besteht nach der Rechtsprechung dann auch eine Verpflichtung, der Zusammenveranlagung zuzustimmen. Diese kann beim Familiengericht eingeklagt werden.

Der andere Ehegatte darf seine Zustimmung auch nicht davon abhängig machen, einen Teil der Steuererstattung

 Rechtsanwältin Katrin Niederl

Rechtsanwältin Katrin Niederl

Quelle: Archiv/Heinrich

zu erhalten, wenn eine solche zu erwarten ist. Allerdings muss der Ehegatte, der die Zusammenveranlagung wünscht, dem anderen zusichern, dass er Nachzahlungen oder sonstige Nachteile aus der gemeinsamen Veranlagung alleine übernimmt.

Voraussetzung für eine gerichtliche Klärung ist dabei immer, dass wenigstens bei einem Ehegatten die Steuerfestsetzung noch nicht bestandskräftig abgeschlossen ist. Wird also zur Wahrung der Abgabefristen zunächst eine getrennte Erklärung abgegeben, weil die Zustimmung des anderen Ehegatten zur Zusammenveranlagung nicht freiwillig erfolgt, muss gegen den Bescheid auf jeden Fall Einspruch eingelegt werden, um diesen für eine Abänderung offen zu halten.

Rechtsanwältin Katrin Niederl

Fachanwältin für Familienrecht

Anwaltskanzlei Noltemeier. Niederl

An der Dreikönigskirche 10, 01097 Dresden

Tel. 0351/81197300

www.noltemeier-niederl.de

Von Rechtsanwältin Katrin Niederl

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