Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
DNN Rechtstipp Zusammen oder getrennt?
Mehr Recht DNN Rechtstipp Zusammen oder getrennt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:39 03.01.2018
Quelle: picture alliance/Oliver Berg
Anzeige
Dresden

Spätestens wenn die steuerrechtlichen Abgabefristen drohen, stehen viele Ehepaare vor der Frage, ob sie besser die getrennte oder die Zusammenveranlagung von Ehegatten wählen. Leben sie in Eintracht zusammen, lässt sich dies mittels Beratung durch einen Steuerberater, einen Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerprogramm leicht klären. Haben sie sich allerdings getrennt, und fällt die Kommunikation ohnehin schwer, kann eine Vielzahl von Problemen auftauchen. Welche Pflichten die Ehegatten dabei untereinander haben, bestimmt sich nach zivilrechtlichen Vorschriften und ist auch bei den steuerberatenden Berufen nicht immer bekannt.

Grundsätzlich kann für das Jahr, in dem die Trennung stattgefunden hat, letztmalig die Zusammenveranlagung gewählt werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Ehegatten sich bereits im Januar oder erst im Dezember getrennt haben. Ausschlaggebend ist aber allein schon die Trennung. Ob und ggf. wann sich Ehegatten auch scheiden lassen, spielt für das Finanzamt in dem Zusammenhang keine Rolle.

Die Zusammenveranlagung ist in der Regel vor allem dann günstiger, wenn die Einkünfte eines Ehegatten erheblich höher sind als die des anderen. Haben die Eheleute aus diesem Grund schon während des laufenden Jahres die Steuerklassen III und V gewählt, hat dies den Vorteil, dass die steuerliche Entlastung durch das sogenannte Ehegattensplitting schon im Rahmen des monatlichen Lohnsteuerabzugs berücksichtigt wird und insgesamt weniger Steuern abgeführt werden, als wenn jeder Ehepartner allein nach seinem Einkommen besteuert wird. Daher besteht nach der Rechtsprechung dann auch eine Verpflichtung, der Zusammenveranlagung zuzustimmen. Diese kann beim Familiengericht eingeklagt werden.

Der andere Ehegatte darf seine Zustimmung auch nicht davon abhängig machen, einen Teil der Steuererstattung

Rechtsanwältin Katrin Niederl Quelle: Archiv/Heinrich

zu erhalten, wenn eine solche zu erwarten ist. Allerdings muss der Ehegatte, der die Zusammenveranlagung wünscht, dem anderen zusichern, dass er Nachzahlungen oder sonstige Nachteile aus der gemeinsamen Veranlagung alleine übernimmt.

Voraussetzung für eine gerichtliche Klärung ist dabei immer, dass wenigstens bei einem Ehegatten die Steuerfestsetzung noch nicht bestandskräftig abgeschlossen ist. Wird also zur Wahrung der Abgabefristen zunächst eine getrennte Erklärung abgegeben, weil die Zustimmung des anderen Ehegatten zur Zusammenveranlagung nicht freiwillig erfolgt, muss gegen den Bescheid auf jeden Fall Einspruch eingelegt werden, um diesen für eine Abänderung offen zu halten.

Rechtsanwältin Katrin Niederl

Fachanwältin für Familienrecht

Anwaltskanzlei Noltemeier. Niederl

An der Dreikönigskirche 10, 01097 Dresden

Tel. 0351/81197300

www.noltemeier-niederl.de

Von Rechtsanwältin Katrin Niederl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Familiengerichte sind überbelastet. Dies ist nach zahlreichen Reformen im Familienrecht, insbesondere im Kindschaftsrecht tatsächlich zu beklagen. Die Lösung, die immer wieder in der Diskussion darüber gesehen wird, dass einvernehmliche Ehescheidungen vor dem Standesamt durchgeführt werden können, ist jedoch kritisch.

03.01.2018

Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Unterhalts, der nach einer Trennung und Scheidung für Kinder gezahlt werden muss, wenn diese nicht im eigenen Haushalt leben. Eine gravierende Änderung gibt es ab 1. Januar 2018 hinsichtlich der Einkommensgruppen.

29.11.2017

Eine der wichtigsten Pflichten des Wohnungsmieters ist die Bezahlung der Miete. Erfolgt dies nicht, unvollständig oder nicht pünktlich, ist dies eine schwerwiegende Vertragsverletzung. Gleichwohl berechtigt nicht jeder Zahlungsverzug oder Rückstand den Vermieter, das Mietverhältnis zu kündigen.

29.11.2017
Anzeige