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DNN Rechtstipp Der dornige Weg der Unfallopfer und ihrer Angehörigen
Mehr Recht DNN Rechtstipp Der dornige Weg der Unfallopfer und ihrer Angehörigen
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14:18 11.03.2018
Anwaltlicher Rat hilft Unfallbeteiligten und deren Angehörigen, die finanziellen Folgen abzumildern. Quelle: Picture Alliance/dpa
Dresden

Zu den Risiken des Lebens gehört es, dass man einen Unfall erleidet. Häufig kommt es zu Kollisionen, bei denen lediglich Blechschäden zu beklagen sind. Bereits die Klärung der Haftungsfrage bei solchen Unfällen kann schwierig und ohne anwaltliche Hilfe problematisch sein. Werden durch einen Unfall auch Personen verletzt, z. B weil Radfahrer, Fußgänger oder Motorradfahrer am Unfall beteiligt sind, gilt es hohe Hürden bei der Durchsetzung der Ansprüche zu nehmen, auch dann, wenn die Haftung dem Grunde nach zu Lasten des Unfallgegners unproblematisch feststeht. Verstirbt das Unfallopfer, gibt es seit 2017 den Anspruch auf Hinterbliebenengeld.

Im Jahr 2017 wurde durch § 844 Abs. 3 BGB das sogenannte Hinterbliebenengeld eingeführt. Dadurch wurde eine Gesetzeslücke geschlossen, da zuvor die Hinterbliebenen von Getöteten gegenüber dem Schädiger keinen Anspruch hatten. Nunmehr muss der Schädiger und dessen Versicherung in die Zahlung einer angemessenen Geldentschädigung eintreten, wenn durch ein persönliches Näheverhältnis, das mit dem Getöteten bestand, seelisches Leid eingetreten ist. Ein persönliches Näheverhältnis wird vermutet, wenn der Hinterbliebene der Ehegatte, Lebenspartner, das Elternteil oder Kind des Getöteten war. Außerhalb der oben genannten Personengruppe, muss eine Person, die den Anspruch auf Entschädigung als Hinterbliebener geltend macht, dieses Näheverhältnis im Einzelnen darlegen und beweisen.

Bei der Höhe des Hinterbliebenengeldes hat sich der Gesetzgeber aber dazu entschlossen, keine festen Beträge in das Gesetz aufzunehmen. Wie beim Schmerzensgeld, das ein Verletzter, der durch einen Unfall geschädigt wurde geltend machen kann, muss eine Einzelfallbewertung erfolgen. Die Geldzahlung wird daher sowohl als gewisse „Anerkennung für das erlittene Leid“ gesehen, während Kritiker davon sprechen, dass die Geltendmachung des Hinterbliebenengeldes ohne festgeschriebene Beträge eine würdelose Auseinandersetzung mit dem Leid darstelle. Eine gefestigte Rechtssprechung zur Höhe des Hinterbliebenengeldes und zur Frage nach welchen Kriterien dies zu ermitteln ist, gibt es noch nicht. Betroffene sollten sich deshalb vor Geltendmachung über die einzelnen Kriterien, die bei der Bemessung relevant sind, Rechtsrat einholen.

RAin Bettina Hünnighausen Quelle: Kanzlei

Ist der Geschädigte durch einen Unfall schwerstverletzt worden, muss er langfristig behandelt werden, stehen zahlreiche Operationen, Reha-Maßnahmen an, kann er nicht mehr in den Beruf zurückkehren, ggf. keiner Tätigkeit mehr nachgehen, steht er vor enormen Problemen, so-dass häufig die schnelle und zügige Inhaftungsnahme des Schädigers und dessen Versicherung nicht bedacht wird. Das Schadensrecht gibt ihm zahlreiche Ansprüche. Neben einem angemessenen Schmerzensgeld besteht ein Anspruch auf Erstattung des Haushaltsführungsschadens des Erwerbschadens oder der Anspruch auf Ausgleichung vermehrter Bedürfnisse.

Ob der Unfallgegner bzw. dessen Kfz-Haftpflichtversicherung den Umbau der Wohnung, ggf. eine Umschulung, Hilfsmittel im Alltag etc. übernehmen muss, ist ohne rechtliche Unterstützung ebenfalls kaum klärbar. Auch hier sollte ein Geschädigter bzw. ein von ihm bevollmächtigter Angehöriger frühzeitig Rechtsrat einholen, da ein Leidensweg gemildert ggf. die Angst um die eigene wirtschaftliche Lebensgrundlage und die der Familie dadurch genommen werden kann.

RAin Bettina Hünnighausen

Fachanwältin für Familien- und Steuerrecht

Anwaltskanzlei Hünnighausen & Kollegen

Schandauer Str. 43

01277 Dresden

Tel.: 0351/316780

Fax: 0351/3401123

E-Mail: info@huennighausen-dresden.de

Von Rechtsanwältin Bettina Hünnighausen

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