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DNN Rechtstipp Braucht man Vor­sor­ge­voll­macht, Pa­tien­ten­ver­fü­gung, Ent­bin­dung von der ärzt­li­chen Schwei­ge­pflicht?
Mehr Recht DNN Rechtstipp Braucht man Vor­sor­ge­voll­macht, Pa­tien­ten­ver­fü­gung, Ent­bin­dung von der ärzt­li­chen Schwei­ge­pflicht?
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11:47 26.08.2016
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Je­der ver­nünf­ti­ge Mensch weiß, dass durch Un­fall, Krank­heit oder ei­ne mög­li­chen De­menz die­se Fra­gen an Be­deu­tung ge­win­nen, wenn man selb­stän­dig über sein Le­ben be­stim­men und die not­wen­di­gen Ent­schei­dun­gen nicht der Fa­mi­lie oder frem­den Men­schen oh­ne An­lei­tung über­tra­gen möch­te.

Der BGH hat in ei­ner ganz neu­en Ent­schei­dung vom 6. Juli 2016 die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner rechts­ver­bind­li­chen Vor­sor­ge­voll­macht und Pa­tien­ten­ver­fü­gung prä­zi­siert, da­mit sie ih­re Rechts­wirk­sam­keit ge­gen­über den Ge­rich­ten und den Ärz­ten er­lan­gen kön­nen. Wir emp­feh­len des­halb drin­gend, bis­he­ri­ge Do­ku­men­te auf ih­re Gül­tig­keit über­prü­fen zu las­sen.

Bei der Pa­tien­ten­ver­fü­gung müs­sen da­nach prä­zi­se An­ga­ben ge­macht wer­den, es reicht al­so nicht z.B. zu schrei­ben, dass man nur ein­fach in Wür­de ster­ben möch­te.

Zurzeit be­schäf­ti­gen wir uns in un­se­rer Rechts­an­walts­kanz­lei mit drei Fäl­len, in de­nen ei­ne all­ge­mei­ne Vor­sor­ge­voll­macht, die als Ge­ne­ral­voll­macht an­zu­se­hen ist, mit ih­rer ge­setz­li­chen Haf­tung und den ge­setz­li­chen Aus­kunfts­pflich­ten da­zu füh­rt, dass Ge­schwis­ter oder Er­ben­ge­mein­schaf­ten sich nach dem Erb­fall vor Ge­richt strei­ten, weil Nach­wei­se über Geld­ver­wen­dun­gen, die vor meh­re­ren Jahr für den Voll­macht­ge­ber ge­tä­tigt wur­den, nicht mehr nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen. Dies hat dann oft­mals die Fol­ge, dass ein Fa­mi­lien­streit ent­steht und die Fa­mi­li­en da­nach aus­ei­nan­der fal­len.

Auch aus die­sen Er­fah­run­gen he­raus ra­ten wir un­se­ren Man­dan­ten fast im­mer zu ei­ner Be­treu­ungs­ver­fü­gung, da das Ge­richt den ge­wünsch­ten Be­treu­er erst be­stel­len darf, wenn die Ge­schäfts­un­fä­hig­keit durch ein ärzt­li­ches Gut­ach­ten nach­ge­wie­sen ist. Die Be­treu­er un­ter­lie­gen ei­ner­seits der Kon­trol­le des Be­treu­ungs­ge­rich­tes, ha­ben je­doch auch die Mög­lich­keit, sich mit al­len Fra­gen an den zu­stän­di­gen Be­treu­ungs­rich­ter zu wen­den und ha­ben da­mit ge­gen­über spä­te­ren Er­ben­ge­mein­schaf­ten ei­ne abge­si­cher­te Rechts­stel­lung. Die Be­treu­er sind au­ßer­dem ge­setz­lich ver­si­chert und sind des­halb bes­ser ge­schützt als bei der all­ge­mei­nen zi­vil­recht­li­chen Vor­sor­ge­ver­fü­gung.

Wir er­le­ben ver­mehrt, dass Ärz­te oh­ne Nach­weis ei­ner en­gen fa­mi­liä­ren Bin­dung/Part­ner­schaft oder ei­ner schrift­li­chen Ent­bin­dung von der ärzt­li­chen Schwei­ge­pflicht kei­ne Aus­kunft über Di­ag­no­se und The­ra­pie ge­ben, wenn ein Fa­mi­lien­mit­glied oder Freund/Be­kann­ter in das Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wird.

Wir ra­ten des­halb drin­gend, nich­te­he­li­chen Le­bens­ge­mein­schaf­ten oder Ehe­leu­ten, die ver­schie­de­ne Na­men tra­gen, ei­ne ein­fa­che, form­freie Ent­bin­dung von der ärzt­li­chen Schwei­ge­pflicht schrift­lich zu er­tei­len. Es er­spart vie­le Prob­le­me.

Die­se Fra­gen sind nicht schwie­rig zu lö­sen, sie be­fin­den sich je­doch in ei­nem Ta­bu-Be­reich, den Sie über­win­den soll­ten. Tun Sie es! Es gibt Ih­nen die Ge­las­sen­heit, al­les men­schen­mög­li­che ge­re­gelt zu ha­ben. Sie kön­nen ger­ne zu ei­nem Be­ra­tungs­ge­spräch nach vor­he­ri­ger Ter­mins­ver­ein­ba­rung zu uns kom­men. Wir be­ra­ten Sie kom­pe­tent.

Von Rechtsanwältin Ka­rin Mey­er-Götz

RA Ka­rin Mey­er-Götz, Fa­chan­wäl­tin für Fa­mi­li­en­recht, Fa­chan­wäl­tin für Steuerrecht
Rechtsanwälte Meyer-Götz, Oertel & Kollegen
Königstr. 5 a
01097 Dresden
Tel.: 0351/808180
Fax: 0351/8081820
info@meyer-goetz-oertel.de
www.meyer-goetz-oertel.de

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