Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Arbeitsrecht Von Betrügern gelinkt: Kassiererin muss Schaden nicht zahlen
Mehr Recht Arbeitsrecht Von Betrügern gelinkt: Kassiererin muss Schaden nicht zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:02 13.10.2017
Ein Gericht entschied, dass eine Kassiererin nicht für einen Schaden aufkommen musste, der durch einen Betrug entstand. Quelle: David Ebener/dpa
Anzeige
Düsseldorf

Wer im Job auf Betrüger hereinfällt, muss für den Schaden nur bei grober Fahrlässigkeit aufkommen.

Die Fahrlässigkeit tritt eventuell auch dann nicht ein, wenn jemand gegen ausdrückliche Betriebsanweisungen verstößt - etwa dann, wenn die Betrüger sehr geschickt vorgehen oder technische Schutzmaßnahmen gegen Betrug versagen. Das geht aus einem Urteil des

Landesarbeitsgerichts Düsseldorf (Az.: 14 Sa 334/17) hervor, auf das der Bund-Verlag hinweist.

In dem verhandelten Fall ging es um eine Kassiererin in einer Tankstelle, die unter anderem Prepaid-Karten für Handys verkaufte. An einem Abend rief bei ihr jemand an, der sich als Mitarbeiter einer Telefongesellschaft ausgab: Wegen einer Systemumstellung würden alle Prepaid-Karten ausgetauscht, dafür werde in Kürze ein Kollege anrufen und die Codes aller Karten in der Tankstelle erfragen. Minuten später rief tatsächlich ein zweiter Mann an. Die Kassiererin scannte daraufhin alle Karten ins System und gab die Codes telefonisch durch - insgesamt 124 Stück mit einem Gesamtwert von 3720 Euro.

Die Versicherung erstattete der Tankstellen-Inhaberin den Schaden, zog dann aber gegen die Kassiererin vor Gericht - ohne Erfolg. Während ihrer Einarbeitung sei die Kassiererin zwar angewiesen worden, Prepaid-Codes nicht am Telefon herauszugeben. Die Betrüger hätten jedoch professionell gehandelt, so das Gericht, unter anderem durch den doppelten Anruf und mit dem Vortäuschen einer falschen Telefonnummer. Außerdem hätte das System die Kassiererin beim Scannen der Codes eigentlich vor der telefonischen Herausgabe warnen müssen. Das sei aber nicht passiert.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Männliche Beschäftigte im öffentlichen Dienst Mecklenburg-Vorpommerns dürfen nicht Gleichstellungsbeauftragte werden und diese auch nicht wählen. Das Landesverfassungsgericht hat die Klage eines Landesbeamten zurückgewiesen - der reagiert enttäuscht.

10.10.2017

Wenn ein Unternehmen sich in meherere Gesellschaften aufteilt, bleibt ein Arbeitsverhältnis bestehen. Manche Firmen kündigen trotzdem ihren Angestellten. Doch diese sitzen rechtlich gesehen am längeren Hebel.

25.09.2017

Mutterschutz und Elternzeit ein zwangsläufiger Karriereknick? Nicht so bei Beamten. Eine in Aussicht gestellte Beförderung oder eine gleichwertige Alternative muss auch nach Rückkehr in den Beruf möglich sein.

07.09.2017
Anzeige