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09:51 15.03.2018
Bauchfreie Kleidung und Oversize-Look: Nur zwei der Trends aus dem Jahr 2017. Quelle: fotolia.de © ikostudio

So wie jedes Jahr werden sich vermutlich manche Trends verlieren und gegebenenfalls erst einige Jahre später wiederkommen – oder auch niemals. Besonders spannend an den Modetrends: Anders als in manchem anderen Modejahr sind die Trends vielfältig und teils radikal innovativ. Sie sind sogar so stark, dass sie die Mode der Zukunft im Allgemeinen in eine neue Richtung führen könnten. Grund genug, einmal in die Vergangenheit zu blicken und einen ausführlichen Jahresrückblick 2017 zu starten.

Retrolook: Die Achtziger und Neunziger lassen grüßen

Einer der Trends, die im Jahr 2017 kaum zu übersehen waren, ist die Rückkehr des Retrolooks. Während vor einigen Jahren noch insbesondere die Sechziger und Siebziger im öffentlichen Fokus standen, hat sich das Retro-Rad nun ganz offensichtlich weitergedreht. Nun waren es die zwei Folgejahrzehnte, die Achtziger und Neunziger, die mit ihren mitunter schrillen Ideen den Ton angaben. Das sorgte für ein wesentliches Umdenken, galten doch die Looks der Achtziger und Neunziger für eine relativ lange Zeit als No Gos. Alleine die Tatsache, dass dies sich geändert hat, kann man mehr als Revolution denn als Evolution betrachten.

Zu den größten Retrotrends zählt sicherlich die Rückkehr des Neon-Looks. Während lange eher gedeckte Farben die Fashion-Szene dominierten, kam Neon 2017 mit aller Kraft zurück. Megastars trugen es offen zur Schau, große Sportmarkenfirmen wie etwa Puma und Adidas posteten Fotos mit den grellen Farben auf diversen Social Media-Plattformen. Vor allem im Bereich der Sportswear, auf dem sich Neon immer halten konnte, dominierten grelle Töne. Da sportliche Looks momentan absolut angesagt sind und in der Alltagsmode dominieren, erlebte Neon einen gesamtgesellschaftlichen Siegeszug.

Bauchfrei – Ging gar nicht, geht jetzt gut

Bauchfrei war lange Zeit ziemlich arg verpönt und ging in den Augen vieler Modeinteressierter gar nicht – Erinnerung an die Bandgirls der Neunziger und an Britney Spears ploppen da sofort auf. Doch urplötzlich und unerwartet sieht man in den Fußgängerzonen dieses Landes wieder viele Damen mit bauchfreien Tops: Scheinbar hat sich die öffentliche Wahrnehmung solcher Kleidungsstücke um 180 Grad gedreht. Und selbstverständlich ist es nicht abzustreiten: Ein schöner, freier Bauch ist sexy und zeugt davon, dass Frau auf sich achtet und Wert auf eine sportliche Erscheinung legt. Der Trend ging sogar so weit, dass viele Frauen plötzlich mit bauchfreien Pullovern auftauchten.

Die Rückkehr von Jeans

Jeans und Sneakers gehörten in 2017 zu den besten Trends. Quelle: fotolia.de / Creaturart

Obwohl der Jeansstoff nie so richtig weg war, ist sie mit dem Hype um die Mode der Achtziger und Neunziger mit aller Macht zurückgekehrt. Schließlich gibt es nun fast alles wieder, was damals angesagt: Jeansjacken, Jeanskleider, und natürlich auch noch den Klassiker, die Jeanshose.

Marken, die für Aufsehen sorgen

2017 war auch das Jahr vieler Marken, die von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern bis dahin kaum wahrgenommen wurden. Ein Fehler, denn die neuen Impulse sorgten nicht nur für etwas Frische auf dem Modemarkt, sondern brachten den noch größeren Marken auch eine ganze Menge Druck, der sich letztendlich positiv auswirken sollte. Denn gerade bei den großen Modefirmen setzten spürbare Reformprozesse ein, echte Schritte nach vorne waren die Folge. Für die Konsumenten war dies eine absolut begrüßenswerte Entwicklung, denn sie profitierten ja letztendlich von den damit einhergehenden Verbesserungen.

Supreme – eine Marke und ihre Erfolgsgeschichte

Wenn es 2017 eine Marke gab, die wirklich durch die Decke ging, dann war das Supreme. Für viele Beobachterinnen und Beobachter wirkte es fast so, als käme sie aus dem Nichts. Dabei existiert sie schon seit 1994 und stammt aus einer der Welthauptstädte kreativer Entwicklungen, nämlich aus New York City. Dort öffnete die Skater-Marke ihren ersten Laden – Skater konnten sogar direkt auf ihren Brettern in die Geschäfte hineinfahren. Ab da war der Erfolg kaum noch aufzuhalten, und mittlerweile wird der Wert des Unternehmens auf eine Milliarde US-Dollar geschätzt.

Aber was macht Supreme eigentlich so erfolgreich? Nun, das hängt vermutlich unter anderem damit zusammen, dass Supreme die eigenen Kollektionen immer nur in relativ kleinen Stückzahlen veröffentlicht, die dementsprechend begehrt sind. Zusätzlich wird sie von allen sozialen Schichten sowie Frauen wie Männer gleichermaßen getragen. Übrigens gilt das auch für Stars: Prominente, die man üblicherweise nicht im gleichen Modesegment vermutet, scheinen sich auf jeden Fall auf Supreme einigen zu können. Gerade die Kombination aus Luis Vitton und Supreme schob die Marke dann noch einmal richtig an.

High Fashion und High Prices

Wer allerdings glaubt, dass Supreme günstig zu bekommen sei, irrt sich. Gerade durch den Hype angeschoben, schrauben sich die Preise für die Marke mit einer immensen Geschwindigkeit in die Höhe, sodass es immer schwerer wird, Supreme als Schnäppchen zu bekommen. Denn heutzutage gelingt Marken, die große Hypes erleben, immer schneller der Sprung in die High Fashion und damit auch der Sprung in Preisklassen, die für viele kaum noch erschwinglich sind. Wer dennoch per Retail-Preis Stücke einer so begehrten Marke ergattern will, dem bleibt oft nur der Gang über ausländische Webseiten – doch gerade bei hochpreisigeren Produkten sollten sich Konsumenten vorab über genau über einige der Modalitäten dabei informieren. Sonst kann es leicht passieren, dass man viel Geld los wird und keine Ware bekommt oder sich über die ausländischen Gewährleistungen unklar ist.

Gosha Rubchinsky – das neue Supreme?

Unsere Zeit ist vor allem eines: Unglaublich dynamisch. Das hat sehr positive und sehr negative Folgen, aber ohne Zweifel ist es für die Modewelt vor allem spannend. Denn kaum ist Supreme richtig durchgestartet, hat man das Gefühl, dass auch schon der nächste Trend am Start ist: Nämlich Gosha Rubchinsky. Statt amerikanischer Symbole hat man hier sowjetischen Stil auf den Shirts und Pullovern. Gosha Rubchinsky selbst ist ein junger russischer Fotograf und scheint ein absoluter Trendsetter zu sein – schließlich hat es schon für eine Kollaboration mit dem Sportswear-Konzern Adidas gereicht. Große Dinge kann man also von dem post-sowjetischen Skater-Modelabel noch erwarten.

Daunenjacken

Daunenjacken werden zum absoluten Dauerbrenner. Quelle: fotolia.de/ Lars Zahner

Ein weiterer Trend, von den beiden großen Modelabel-Durchstartern 2017 einmal abgesehen, waren ganz allgemein Daunenjacken. Die zwischenzeitlich als Kleidung für alte Leute verschrienen kuscheligen Jacken erlebten ein Revival allererster Güte. Tatsächlich scheinen sich Daunenjacken schon etabliert zu haben – schließlich gingen sie bereits im Jahr 2016 gut, haben sich 2017 gehalten und können aller Wahrscheinlichkeit auch 2018 wieder oben mitspielen.

Logo-Shirts

2017 allgegenwärtig waren natürlich Logo-Shirts und Pullover. Man konnte kaum aus dem Haus gehen, ohne nicht viele junge Menschen mit den entsprechenden Oberteilen zu sehen. Einer der wichtigsten Aspekte für die zahlreichen Fans dieses Konzepts ist wohl die Tatsache, dass sie auf diese Weise die Möglichkeit haben, ihre Lieblingsmarken ganz offensichtlich zu zeigen. Damit betonen sie auch einen Aspekt ihrer Persönlichkeit und machen wiederum Werbung für die entsprechende Marke. Auch hierbei handelt es sich um einen Rückgriff auf die Achtziger und Neunziger, auch wenn die Logo-Shirts der Gegenwart deutlich stylischer aussehen!

Oversize

Wo lange Zeit eine gewisse Enge in der Kleidung angesagt war, hat sich dieser Trend nunmehr in das Gegenteil verkehrt. Für viele Menschen kann es gar nicht groß und komfortabel genug sein. Dabei sieht der Oversize-Look auch ziemlich gut aus, wenn man ihn richtig kombiniert. Das will natürlich gelernt sein, ansonsten entsteht schnell ein unschöner Schlabberlook.

Fazit: Modetrends 2017

Alles in allem muss man sagen, dass die Trends zu den Individuen passen müssen – nicht umgekehrt. Allerdings bieten die Hypes aus 2017 jede Menge Gelegenheiten, dem eigenen Kleiderschrank etwas Neues und zur eigenen Garderobe Passendes hinzuzufügen, das man auch die nächsten Jahre noch gerne trägt

Redaktion

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