Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Gesundheit Viele Totesfälle auf falsche Ernährung zurückzuführen
Mehr Gesundheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:36 15.09.2017
Ernährungsfehler haben bei weltweit jedem fünften Todesfall im vergangenen Jahr eine entscheidende Rolle gespielt. Quelle: Boris Roessler/dpa
Anzeige
London

Fehlerhafte Ernährung hat bei weltweit jedem fünften Todesfall im vergangenen Jahr eine entscheidende Rolle gespielt. Das geht aus einer großen Studie hervor, die die britische Fachzeitschrift "The Lancet" in ihrer neuesten Ausgabe veröffentlichte.

Das Risiko steigt demnach, wenn etwa zu wenig Vollkornprodukte, Nüsse und Obst zum Speiseplan gehören oder der Salzkonsum zu hoch ist. Dies könne unter anderem Übergewicht, Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte verursachen.

Trotz vieler Fortschritte im Gesundheitsbereich sei Übergewicht ein ernsthaftes Problem in vielen Ländern, betonte Christopher Murray vom Institut für Gesundheitsevaluation der Universität von Washington in Seattle (USA). Das gelte auch für psychische Leiden wie Depressionen und Suchterkrankungen: Davon waren der Studie zufolge insgesamt 1,1 Milliarden Menschen weltweit im Jahr 2016 betroffen.

Nicht ansteckende Krankheiten machten 2016 knapp drei Viertel aller Todesursachen aus. In zahlreichen Ländern nahmen den Statistiken zufolge Herzerkrankungen zu, aber auch Diabetes. An den Folgen ihrer Zuckererkrankung starben im vergangenen Jahr 1,43 Millionen Menschen - das entspricht einer Zunahme von 31,1 Prozent seit 2006. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel tragen zum Typ 2-Diabetes bei. Fünfmal so viele Tote (7,1 Millionen) gab es 2016 infolge des Rauchens.

Große Erfolge melden Gesundheitsexperten im Kampf gegen einige Infektionskrankheiten, insbesondere Aids und Malaria. Dagegen nahmen Todesfälle durch das von Stechmücken übertragene Dengue-Fieber binnen zehn Jahren um fast 82 Prozent zu. 37 800 Menschen starben 2016 an der Krankheit, die in den Tropen und Subtropen vorkommt.

Die durchschnittliche globale Lebenserwartung betrug 75,3 Jahre für Frauen und 69,8 Jahre für Männer. Japaner werden am ältesten; der Durchschnittswert für beide Geschlechter zusammen betrug dort 83,9 Jahre. Am niedrigsten war die Lebenserwartung in der bitterarmen Zentralafrikanischen Republik mit 50,2 Jahren.

150 500 Menschen kamen bei Konflikten und Terror vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten ums Leben - ein Anstieg um 143 Prozent innerhalb von zehn Jahren.

Für die Untersuchung "Global Burden of Disease, Injuries and Risk Factors 2016" steuerten mehr als 2500 Experten Daten bei. Die Statistiken stammen aus über 130 Ländern und Regionen. Demnach wurden 2016 weltweit 128,8 Millionen Babys lebend geboren, 54,7 Millionen Menschen starben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dass Passiv-Rauchen Kindern schadet, ist inzwischen Allgemeinwissen. Selbst, wenn Eltern nur auf dem Balkon oder vor der Haustür rauchen, können sie nach Ansicht von Fachleuten die Gesundheit ihres Nachwuchses gefährden.

15.09.2017

Nächtliche Blasenschwäche ist auch bei Schulkindern ein nicht seltenes Phänomen. Ein Blasentraining kann in vielen Fällen helfen. Doch manchmal steckt auch eine Erkrankung dahinter.

12.09.2017

Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung ist zu dick. Die Kilos wieder schwinden zu lassen, ist oft schwierig - besser wäre es, Übergewicht von vornherein zu verhindern. Eine Online-Kampagne soll Aufmerksamkeit schaffen. Und zu mehr Investitionen führen.

08.09.2017
Anzeige