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Loch im Zahn: Kein Amalgam mehr für Kinder und Schwangere

Gesundheit Loch im Zahn: Kein Amalgam mehr für Kinder und Schwangere

Millionen Europäer haben Amalgam im Mund, denn es stopft Löcher in den Zähnen billig und verlässlich. Doch der Stoff enthält giftiges Quecksilber und ist manchem suspekt. Jetzt schreitet die EU ein.

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Aufgrund des giftigen Quecksilbers stellen Amalgam-Füllungen ein Gesundheitsrisiko dar. Deswegen sollen Zahnärzte sie ab 2018 nicht mehr bei Kindern und Schwangeren verwenden.

Quelle: Patrick Pleul

Brüssel. Wegen des giftigen Quecksilbers in Amalgam will die Europäische Union die millionenfach verwendete Zahnfüllung deutlich zurückdrängen. Ab 1. Juli 2018 sollen es Zahnärzte bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen nutzen.

Dies bestätigte die EU-Kommission. Ein Verbot ist aber vorerst vom Tisch. Vielmehr wird bis 2020 geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 ganz darauf verzichten können. Der Kompromiss zwischen dem EU-Parlament, den Mitgliedsländern und der Kommission ist Teil eines Pakets zur Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention, die die Nutzung von Quecksilber eindämmen soll.

Amalgam - seit Jahrzehnten ein billiger und gängiger Füllstoff für Löcher in den Zähnen - gilt besonderes Augenmerk, denn damit kommen jährlich in der EU bis zu 75 Tonnen des hochgiftigen Schwermetalls in Umlauf.

Die EU-Kommission hält die Amalgam-Füllungen zwar für Patienten für ungefährlich, zumal sie im Mund verkapselt sind. Kritiker wecken aber immer wieder Zweifel. Vor allem verweisen sie auf Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung und bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien. Quecksilber kann über die Atmosphäre in die Nahrungskette kommen und sich letztlich im Körper anreichern.

"Die EU hat jetzt einen klaren Fahrplan, Zahn-Amalgam zu reduzieren und möglicherweise sogar zu stoppen", kommentierte eine Kommissionssprecherin.

Zum 1. Januar 2019 wird eine eigene Sammlung und sichere Entsorgung quecksilberhaltiger Abfälle aus Zahnarztpraxen vorgeschrieben. Die 28 EU-Staaten sollen Aktionspläne zur Verminderung der Nutzung aufstellen.

dpa

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