Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Gesundheit Gibt es ein Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik?
Mehr Gesundheit Gibt es ein Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:32 23.10.2018
Österreichische Forscher hatten nach eigenen Angaben erstmals Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen nachgewiesen. Tragen Plastikverpackungen von Lebensmitteln und Getränken dazu bei? Quelle: Ina Fassbender
Berlin

Nach den Funden von Mikroplastik in Stuhlproben hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klargemacht, dass eine gesundheitliche Bewertung zur Aufnahme solcher Partikel über die Nahrung derzeit nicht möglich ist.

Für eine entsprechende Beurteilung lägen dem BfR im Moment keine belastbaren Daten vor, teilte das Institut mit. Dass österreichische Forscher in menschlichen Stuhlproben Mikroplastik gefunden haben, überrascht das BfR aber nicht.

"Die Aufnahme von Mikroplastik in den Magendarmtrakt und damit der Nachweis im Kot ist erwartbar, da etwa Zahnpasta mit Mikroplastik auch versehentlich verschluckt werden kann oder Lebensmittel solche Teilchen als Kontaminanten enthalten können", teilte das BfR der Deutschen Presse-Agentur mit.

Ein direktes gesundheitliches Risiko durch Mikroplastik in Peelings oder Duschgelen ist laut BfR derweil unwahrscheinlich. Bei dieser Partikelgröße sei eine Aufnahme über die gesunde und intakte Haut nicht zu erwarten. Allerdings gelangen die Partikel in die Umwelt.

Forscher aus Österreich hatten bei einer Pilotstudie nach eigenen Angaben erstmals Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen nachgewiesen. Die Kunststoffpartikel wurden in den Proben von allen acht Studienteilnehmern gefunden, wie die

Medizinische Universität Wien und das

österreichische Umweltbundesamt mitteilten. Die Probanden im Alter zwischen 33 und 65 Jahren, die in Europa und Asien leben und sich nicht kennen, führten eine Woche lang ein Ernährungstagebuch und gaben anschließend die Stuhlprobe ab.

Alle Teilnehmer nahmen in dieser Zeit in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen zu sich. Die Mehrzahl von ihnen aß auch Fisch oder Meeresfrüchte, niemand ernährte sich ausschließlich vegetarisch.

Die Forscher fanden bei ihren Untersuchungen anschließend neun verschiedene Kunststoffarten, die bis zu einem halben Millimeter groß waren. Im Durchschnitt fanden die Forscher 20 Mikroplastik-Teilchen pro 10 Gramm Stuhl. Am häufigsten fanden sich Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) in den Proben. Ein Zusammenhang zwischen dem Ernährungsverhalten und einer Belastung mit Mikroplastik konnten die Wissenschaftler aufgrund der kleinen Probandengruppe nicht herstellen.

Mikroplastik gelangt unter anderem durch Autoreifen-Abrieb, Zerkleinerung von Bauschutt oder Kosmetika in die Umwelt, vielfach vor allem in Gewässer. Mikroplastik kann von Kläranlagen zudem nicht vollständig zurückgehalten werden.

In einer im August veröffentlichten Umfrage hat das BfR herausgefunden, dass 56 Prozent der Befragten besorgt über Mikroplastik in Lebensmitteln ist - ein Anstieg um 11 Prozent innerhalb von einem halben Jahr. "Das BfR führt derzeit Studien zur Aufnahme von Mikroplastikpartikeln über den Darm und den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen durch", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel dazu. Das Institut nehme die Sorgen von Verbrauchern ernst. Daten, dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen gekommen ist oder kommen könnte, habe das Institut aber nicht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gruselige Kontaktlinsen sind an Halloween eine gute Wahl, wenn man sich etwa als Zombie oder Vampir verkleiden möchte. Aber wie lange dürfen sie auf dem Auge bleiben?

22.10.2018

Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht. Viele finden das überflüssig und fordern die Abschaffung. Bei der Umstellung auf Winterzeit werden immer wieder auch gesundheitliche Probleme genannt. Die EU-Kommission drückt bereits aufs Tempo.

22.10.2018

Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz gegen eine Erkältung. Was viele nicht wissen: Die eigene Abwehr lässt sich mit Massagen und Kuscheleinheiten in Schwung bringen.

19.10.2018