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Fit & Gesund Dresden Prothetik: Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH setzt auf Innovationen
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11:27 27.03.2017
Daniel Herrmann, Bereichsleiter Orthopädietechnik, mit einer Oberschenkelprothese. Spezielle Anfertigungen können bis zu 50 000 Euro teuer werden.   Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Die Gründe für einen Menschen, auf eine Prothese angewiesen zu sein, können vielfältig sein – von Krankheit über Unfall bis hin zum Defizit von Geburt an. Besonders im Bereich der Prothetik hat die Medizin in den letzten Jahren jedoch – oft mit Unterstützung modernster Technik – erhebliche Fortschritte gemacht. Was diese Innovationen angeht, ist man bei der Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH ganz vorne mit dabei. „Seit Ende letzten Jahres haben wir eine Umstellung in der Technologie vollzogen, die einmalig in der Region ist“, berichtet Daniel Herrmann, Bereichsleiter Orthopädietechnik. „Bisher wurde vom Beinstumpf, an den die Prothese angepasst werden muss, ein Gipsabdruck genommen. Diese Aufgabe übernimmt nun ein digitaler Scan, nach dessen Daten das Modell gefertigt wird.“

Generell passiere im Bereich der Beinprothetik im Moment besonders viel, so Herrmann. Es gebe eine unglaubliche Entwicklung auf dem Gebiet der intelligenten Prothesen und des „bionischen Laufens“. „In die Kniegelenke von Oberschenkelprothesen können Mikroprozessoreinheiten eingebaut werden. Sie zeichnen das individuelle Gangbild des Trägers auf und unterstützen ihn dadurch beim Gehen. Diese Einheiten gibt es auch für das Sprunggelenk. Sie regeln zum Beispiel den Widerstand beim Bergauf- oder -ablaufen.“

So gibt es sogar die Möglichkeit, Einstellungen dieser technischen Unterstützung per App zu regeln. „Bis zu sieben Einstellungen von Alltagssituationen können einprogrammiert werden, vom langen Stehen bis zum Jogging. Dementsprechend ändert sich das Schwungverhalten im Kniegelenk“, so Herrmann.

Auch die Materialien selbst, aus denen die Prothesen gefertigt werden, sind angenehmer und praktischer für den Nutzer. „Als ich 1985 mit der Lehre angefangen habe, wurde noch mit Holz und Stahl gearbeitet. Mittlerweile verwenden wir moderne Werkstoffe wie Silikon, das sich optimal an den Körper anpasst und einen komfortablen Sitz der Prothese gewährleistet. Der Prothesenfuß wird aus Karbonmaterialien gefertigt; die Sohle kann somit besser abgefedert und eine effektivere Energieverarbeitung gewährleistet werden.“

Die Adaption an den Körper sei der entscheidende Punkt. Da das Ziel von Prothesen ist, dem Träger möglichst das Gefühl zu vermitteln, dass er mit einem normalen Bein laufen würde, ist eine Entwicklung in diese Richtung nur logisch. Elektronische Unterstützung, die ein solches Gefühl so authentisch wie möglich herstellt, wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen.

„Der nächste Schritt ist, eine Entwicklung auch für Hände voranzutreiben, was natürlich viel komplexer ist“, weiß der Orthopädietechnikermeister. Um künstliche Hände bewegen zu können, nehmen Elektroden die Nervenströme auf. Dadurch werden die entsprechenden Muskelbewegungen angeregt, die Hand kann geöffnet, geschlossen oder gedreht werden. Die dafür benötigten Nerven, die im Rückenmark entspringen und bis in die Fingerspitzen verlaufen, können in den Rücken oder Brustkorb transplantiert werden.

Die Orthopädie- und Rehatechnik Dresden in der Fetscherstraße 70 existiert seit 1991. In der hauseigenen Werkstatt arbeiten 40 Leute und fertigen alles vom lebensechten Fingerersatz über Prothesen für Kinder, Arm- und Beinprothesen bis zur komplexen Hüftartikulationsprothese. Eine Standard-Oberschenkelprothese beispielsweise kostet 6000 bis 8000 Euro. Spezielle Anfertigungen können jedoch bis zu 50 000 Euro teuer werden.

Vom Zeitpunkt der Ausmessung geht es relativ schnell, bis der Patient seine Prothese bekommt. Bereits nach einer Woche kann er wieder auf „eigenen Beinen“ stehen. Dann geht es jedoch erst einmal in die Reha, damit er lernt, optimal damit zu laufen.

Die Prothesen, besonders die Gelenke, müssen mindestens einmal jährlich gewartet werden. Dann rechnet man mit einer Haltbarkeit von fünf bis sieben Jahren. „Ein wichtiger Punkt ist, dass der Patient sein Gewicht hält“, mahnt Herrmann. „Wenn er mehr als zwei Kilo zu- oder abnimmt, kann es passieren, dass das Bein nicht mehr in die Silikonfassung passt.“ Diese müsse dann aufwendig bearbeitet oder im schlimmsten Fall ersetzt werden.

Von Gerrit Menk

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