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Ede Geyer hat am Städtischen Klinikum Dresden neues Hüftgelenk erhalten

Jahrhundert-OP bei Fußball-Urgestein Ede Geyer hat am Städtischen Klinikum Dresden neues Hüftgelenk erhalten

Dass er ein neues Hüftgelenk braucht, wusste Eduard Geyer bereits seit längerer Zeit. „Das Problem wurde 2008 bei einer Rücken-OP entdeckt. Dafür ist es noch recht lange gut gegangen“, sagt das Fußball-Urgestein. Im letzten Vierteljahr allerdings wurde es akut. Ende Februar wurde sein linkes Hüftgelenk im Städtischen Klinikum Dresden durch eine Prothese ersetzt.

Ende Februar wurde Eduard Geyer operiert. Momentan erholt er sich von diesem Eingriff in einer Reha-Klinik.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Dass er ein neues Hüftgelenk braucht, wusste Eduard Geyer bereits seit längerer Zeit. „Das Problem wurde 2008 bei einer Rücken-OP entdeckt. Dafür ist es noch recht lange gut gegangen“, sagt das Fußball-Urgestein. Im letzten Vierteljahr allerdings wurde es akut, der ehemalige Spieler und Trainer konnte sich weder seine Strümpfe anziehen noch die Schuhe binden. „Die Einschränkungen waren da. Ein Eingriff wurde nötig“, so der 72-Jährige. Ende Februar schließlich wurde sein linkes Hüftgelenk im Städtischen Klinikum Dresden durch eine Prothese ersetzt.

 Den Eingriff hat er gut überstanden. Derzeit erholt er sich in einer Rehaklinik. Ob es ihn wieder auf den Fußballplatz ziehen wird, weiß der 72-Jährige jetzt allerdings noch nicht. „Das lasse ich offen. Man kann ja genug andere Sportarten betreiben, um fit zu bleiben. Golf zum Beispiel möchte ich wieder spielen. Wichtig ist mir jetzt erst einmal, dass ich wieder aktiv sein kann.“ Stillsitzen ist seine Sache nämlich nicht. „Das fällt mir schwer. Jetzt fast auf Null runterzufahren, bedeutet eine ganz schöne Einschränkung für mich“, gibt er zu.

Ein optimaler Patient für Prof. Dr. Torsten Kluba. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Friedrichstädter Standort hat Eduard Geyer operiert und weiß: „Er ist ein Macher, der es nicht akzeptieren möchte, körperlich eingeschränkt zu sein und deshalb alles dafür tut, schnell wieder mobil zu sein.“ Sportlich aktiv sei er, muskulär fit, aber der Knorpel am Hüftgelenk war abgenutzt. Und das führte zur Bewegungseinschränkung – und schließlich zur OP. Ein Standard-Eingriff, wie Prof. Kluba sagt.

Wie Eduard Geyer geht es vielen Patienten, die sich bei dem Chefarzt vorstellen. „Oft sind sie um die 70 Jahre und sonst noch fit. Aber das Hüftgelenk ist das lokalisierte Problem. Sie berichten mir, dass sie wieder im Garten arbeiten oder mit ihren Enkeln spielen wollen, aber nicht mehr hinterher kommen. Weniger Schmerzen und mehr Mobilität sind das Ziel“, so Prof. Kluba.

Etwa 1000 Prothesen werden am Friedrichstädter Standort pro Jahr eingesetzt. Mehr als 400 Mal findet der Eingriff an der Hüfte statt, gefolgt von Knie, Schulter, Sprunggelenk und Ellbogen. Nicht nur Abnutzungserscheinungen können die Ursache für ein künstliches Gelenk sein, auch Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter oder Unfälle spielen eine Rolle. Weil der Gelenkersatz in den vergangenen Jahrzehnten so viel verändert hat, hat ihn die Fachzeitschrift „The Lancet“ 2007 als „Operation des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet.

Es gibt zwei Varianten, eine Titanprothese einzusetzen. Zum einen kann sie in den Knochen gepresst werden, wo sie dann anwächst. Diese Vorgehensweise wird vor allem bei Patienten mit einer guten Knochenstruktur bevorzugt, weil der Gelenkersatz mit großer Kraft in den Knochen gedrückt wird. Zum anderen ist auch eine zementierte Art möglich: Dabei wird die Prothese mit einem Zwei-Komponenten-Klebstoff an den Knochen geklebt. Sechs Wochen dauert in der Regel die Genesungsphase.

Egal, welche Methode zum Einsatz kommt: Seit fünf bis sechs Jahren gibt es eine neue Qualität in Sachen Prothesen. „Ein Wechsel ist – anders als noch vor einiger Zeit – nicht mehr geplant. Nach zehn Jahren sind 90 Prozent der Prothesen noch im Patienten. Ziel ist es, mit einer guten Versorgung einen Gelenkersatz lebenslang im Körper zu belassen“, erklärt der Chefarzt, der auch auf einen weiteren Vorteil nach einer Hüft-OP verweist: Da die schmerzende Hüfte nicht mehr durch die Lendenwirbelsäule kompensiert werden müsse, hätten viele Patienten nach dem Eingriff weniger Rückenschmerzen.

Aber eine OP bleibt eine OP, und die birgt gewisse Risiken. Hauptrisiko ist eine Infektion an anderen Körperstellen, etwa in der Mundschleimhaut oder am Fuß. Über den Blutstrom gelangen Bakterien dann auf die Prothese, wo sie nicht selbst eliminiert werden können. Um die Gefahr zu dämmen, setzen Prof. Kluba und sein Team deshalb seit Beginn des Jahres auf eine spezielle medizinische Waschlotion, die der Betroffene bereits einige Tage vor dem Eingriff und am OP-Tag selbst verwendet (DNN berichteten). „Das ist inzwischen ein fester Bestandteil in unserer Klinik geworden und hat sich gut etabliert“, zieht der Chefarzt ein erstes Resümee.

Auch Eduard Geyer hat sich an diese Vorgaben gehalten – und könnte möglicherweise erneut als Patient zurückkehren. „Ich habe viele Jahre als Profifußballer aktiv gespielt – und das auf Hartplätzen. Ich nehme also an, dass die rechte Hüfte auch noch operiert werden muss. Aber jetzt bin ich erstmal froh, dass ich es hinter mir habe und peu a peu wieder fit werde.“

Von Christin Grödel

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