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Fit & Gesund Dresden Dresdner Diplom-Psychologin erklärt, was wir selbst zum Wohlbefinden beitragen können
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12:10 28.03.2017
Ilona Bürgel zählt mittlerweile zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum.  Quelle: PR
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Dresden

 Können wir mit positiven Gedanken unser Wohlbefinden steigern? Fühlen wir uns besser, wenn wir mit einem Lächeln durch die Welt gehen? Ilona Bürgel sagt ja. Die Dresdner Diplom-Psychologin und Autorin beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Themen und zählt mittlerweile zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Auch wenn ein direkter Zusammenhang zwischen Glück und Gesundheit umstritten ist – einige Studien zeigen das, andere nicht –, hätte zumindest die Bewertung der eigenen Gesundheit einen Effekt auf die Lebensdauer.

„Selbst wenn es keinen Zusammenhang gibt, ist es doch angenehmer, glücklich zu sein. Man hat ein besseres Alltagsgefühl und nimmt seine Umgebung anders war. Mit einer rosafarbenen Brille sieht man schließlich andere Sachen als mit einer grauen“, sagt Bürgel. Und das wiederum mache es möglich, einen positiven Kreislauf aus Fühlen – Denken – Verhalten – Ergebnis zu starten.

Viele Bereiche in Sachen Selbstheilungskräfte sind inzwischen bereits erforscht. So konnten Studien zeigen, das Herzkreislauferkrankungen häufig mit Ärger einhergehen. Auch das sprichwörtliche „gebrochene Herz“ spielt auch in der Medizin eine Rolle. „Großer Kummer oder viel Leid kann das Herz krank machen und im schlimmsten Fall zum Tod führen“, erklärt die Diplom-Psychologin. Ein ebenfalls interessantes Ergebnis weist eine neue Studie auf: Unfreundlichkeit lässt das Gehirn altern. So hätten knurrige Menschen ein zehn Jahre älteres Gehirn als freundliche Personen.

Heilung ohne Wirkstoff

Welche Rolle unsere Gedanken und Erwartungen im Bereich der Medizin spielen, zeigt nicht zuletzt der sogenannte Placebo-Effekt. Der tritt dann auf, wenn Menschen genesen, obwohl sie ein Präparat ohne Wirkstoff eingenommen haben. „Der Effekt wurde viel untersucht, weil es natürlich eine preiswerte Behandlung ohne Nebenwirkungen ist. In verschiedenen medizinischen Gebieten lagen die Placebo-Ergebnisse zwischen 20 und 80 Prozent. Das zeigt: Nicht der Wirkstoff hilft, sondern die Erwartung der Patienten“, erklärt Bürgel. Hier kämen natürlich auch Ärzte und Schwestern ins Spiel, die mit der Art, wie sie ein Medikament überreichen, die Unsicherheit kranker Personen nehmen können.

Die amerikanische Psychologin Barbara Fredrickson hat die Gesundheitsformel 3:1 entwickelt. Die besagt: Negative Emotionen richten so viel Schaden an, dass sie nicht durch positive ausgeglichen werden können. Deshalb gelte die Faustregel, mindestens drei Mal so viel positive als unangenehme Gedanken zu haben, um gesund zu bleiben. „Das heißt aber nicht, dass man einem Schwerkranken sagen kann, er hätte nicht positiv genug gedacht. Nicht alle glücklichen Menschen sind gesund und umgekehrt“, sagt Ilona Bürgel. Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass sich Lebensqualität und Lebenserwartung eines Schwerkranken verbessern, wenn man ihm optimistische Aussichten mit auf den Weg gibt – selbst dann, wenn es sich dabei um Illusionen handelt.

Dankbarkeit statt Tadel

Das allerwichtigste sei laut Bürgel aber, liebevoll mit sich selbst umzugehen. „Wir missbrauchen unseren Körper den ganzen Tag, er macht alles allein, aber wir sehen das nicht. Anstatt dankbar zu sein, beschimpfen wir uns.“ Tatsächlich hat der Körper eigene Kräfte, das ist unumstritten. Was während einer Erkältung gemeinhin als unangenehm empfunden wird – Fieber, Schleim usw. –, sind Heilungsprozesse. Schon in der Antike wurde der Satz geprägt: Ärzte vertreiben dem Patienten die Zeit, bis der Körper die Krankheit heilt. Nicht selten werden diese Prozesse aber durch die Einnahme von Medikamenten unterdrückt, statt dem Körper die Ruhe zu geben, die er für die Gesundung braucht.

Bett statt Büro: Für viele undenkbar. „Wir leben in einer Überholspurwelt, sind den ganzen Tag gestresst. Und haben dann zu wenig Ausgleich“, sagt die Diplom-Psychologin. Die Folge: Das System – nach der Psychosomatik eine Einheit aus Körper und Seele – kommt aus dem Gleichgewicht. Und das macht uns schließlich empfindlicher für Krankheiten.

Von Christin Grödel

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