Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Gesundheit Einsatz gängiger Antibiotika beschränkt
Mehr Gesundheit Einsatz gängiger Antibiotika beschränkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:14 09.04.2019
Ärzte und andere Angehörige von Heilberufen wurden in einem Rote-Hand-Brief aufgefordert, bestimmte Antibiotika nur noch stark eingeschränkt zu verschreiben. Quelle: Julian Stratenschulte
Bonn

Ärzte sollen die weit verbreitete Antibiotikagruppe der Fluorchinolone wegen schwerer Nebenwirkungen nur noch stark eingeschränkt verschreiben. Das teilte das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit.

Die Medikamente sollen nach Möglichkeit nicht mehr bei "leichten und mittelschweren Infektionen" eingesetzt werden. Dabei geht es um die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin. Insgesamt sind Produkte von mehr als 30 Pharmaherstellern betroffen.

Die Zulassungsinhaber der Medikamente informieren nun Ärzte und andere Angehörige von Heilberufen mit einem sogenannten

Rote-Hand-Brief. Zudem werden die Packungsbeilagen der Medikamente geändert. Die neuen Regeln sind das Ergebnis eines europäischen Risikobewertungsverfahrens.

"Bestimmte schwerwiegende Nebenwirkungen von Fluorchinolonen können lang anhalten, die Lebensqualität beeinträchtigen und sind möglicherweise irreversibel", schreibt das BfArM. Betroffen seien vor allem Sehnen, Muskeln, Gelenke und das Nervensystem. Beim ersten Anzeichen einer dieser schwerwiegenden Nebenwirkungen solle die Behandlung beendet werden. Sie treten den Angaben zufolge sehr selten auf. Besondere Vorsicht sei unter anderem bei älteren Menschen und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion geboten, schreibt das BfArM.

Fluorchinolon-Antibiotika wurden in Deutschland bislang relativ häufig eingesetzt. Laut Wissenschaftlichem Institut der AOK wurden im Jahr 2015 knapp sechs Millionen Packungen solcher Antibiotika verordnet. Künftig sollen die Medikamente beispielsweise nicht mehr gegen akute Bronchitis, Mandelentzündung und zur Prävention von Reisedurchfall verwendet werden.

Das BfArM stellte aber auch klar: "Fluorchinolone sind eine wichtige Behandlungsoption gegen verschiedene Infektionserkrankungen, darunter einige lebensbedrohliche, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichend wirksam sind." Die ärztliche Entscheidung, Fluorchinolone zu verschreiben, sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Bewertung im Einzelfall getroffen werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Keine OP ohne Unterschrift - Patienten haben ein Recht auf umfangreiche Aufklärung. Doch ein Gerichtsurteil zeigt: Ärzte müssen nicht jede Detailinformation herausrücken.

08.04.2019

Eine Laktoseintoleranz geht meist mit dem Verzicht auf Milchprodukte einher. Diese sind jedoch ein wichtiger Kalzium-Lieferant. In welchen Lebensmitteln ist das Mineral also noch enthalten?

08.04.2019

Die meisten Menschen holen durch die Nase Luft. Doch es gibt auch welche, die durch den Mund atmen. Warum sie sich umgewöhnen sollten und was dabei hilft:

05.04.2019