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Brille, Kontaktlinsen und Laser-OP im Vergleich

Durchblick bewahren, aber wie? Brille, Kontaktlinsen und Laser-OP im Vergleich

"Esst eure Möhren auf" hieß es früher bei vielen Familien bei Tisch, davon bekäme man gute Augen. Doch wenn die Sehschwäche, die das Tragen eines Hilfsmittels erforderlich macht, sich nicht mit einer Karotten-Mangelernährung erklären lässt, muss man sich mit den angebotenen Möglichkeiten auseinandersetzen.

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Dreckwäsche zieht Bettwanzen an

Gutes Sehen bedeutet Lebensqualität – im Zweifelsfall eben mit Hilfsmitteln.           

Quelle: fotolia.com © Ramona Heim

Verschiedene Ursachen, verschiedene Symptome – verschiedene Mittel

Mangelnde Sehschärfe und Sehleistung haben unterschiedliche Ursachen, die bisweilen genauso unbemerkt bleiben wie die Folgen. Angesichts der heutigen Möglichkeiten bei der Diagnose von Fehlsichtigkeit und der Verbesserung der Sehleistung ist das überaus bedauerlich. Denn das fehlerfreie Sehen ist ein erhebliches Stück Lebensqualität. Zu Unsicherheiten bei den Betroffenen führen aber nicht nur die Fehlsichtigkeiten oder Erkrankungen an sich, sondern auch die richtige Diagnose und der daran anknüpfende Umgang mit den Beschwerden.

Welche Behandlung steht an, ist sie überhaupt möglich oder nötig, welche Hilfsmittel (Brillen, Kontaktlinsen, Laserbehandlungen, Medikamente) können helfen und wie? Das sind die üblichen Fragen, die mit der Feststellung einer Beeinträchtigung der Sehleistung einhergehen und die am besten von Ärzten oder Fachleuten der Branche beantwortet werden können. Schließlich sind die Folgen von Fehlsichtigkeit oder einer Erkrankung der Augen in den meisten Fällen wenn nicht vermeidbar, so doch wenigstens korrigierbar. Dennoch ist es dazu wichtig, die ersten Anzeichen von Mängeln rechtzeitig zu erkennen.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Alles in unmittelbarer Nähe ist ohne Einschränkung sichtbar, aber in der Ferne verschwimmt alles in einem unscharfen Einerlei. Kurzsichtigkeit tritt meistens während der Schulzeit zum ersten Mal auf, bei Erwachsenen bleibt sie dann über Jahre auf dem gleichen Niveau bzw. verstärkt sie sich nur noch sehr langsam. Ausnahme ist die progressive Myopie , bei der die Kurzsichtigkeit ständig schlimmer wird. Diese Form ist allerdings selten.

Die Ursachen sind jedoch in beiden Fällen gleich: Entweder ist das Auge so „gebaut“, dass die einfallenden Lichtstrahlen nicht auf der Netzhaut, sondern schon davor gebündelt werden. Dadurch wird das Bild unscharf; oder Hornhaut bzw. Augenlinse haben eine zu starke optische Wirkung.
 

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Quelle: Quelle: papahartmann.com

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Im Gegensatz zur Kurzsichtigkeit haben Weitsichtige keine Probleme mit dem Blick in die Ferne, allerdings ist alles in der Nähe unscharf. Das verursacht vor allem beim Lesen Probleme, im Alter kann außerdem auch das Fern-Sehen schlechter werden. Wird diese Form der Fehlsichtigkeit schon in jungen Jahren festgestellt, kann durch Akkommodation (dabei wird durch den Augenmuskel der Brechwert der Augenlinse verstärkt) ein gewisser Ausgleich erreicht werden – die Folge sind jedoch Beschwerden in Folge der Anspannung, vor allem Kopfschmerzen.

Anders als bei Kurzsichtigkeit werden die Lichtstrahlen bei Weitsichtigkeit theoretisch erst hinter der Netzhaut gebündelt. Es entsteht daher nicht das übliche „Punktbild“. Die Gründe sind ein zu „kurzes“ Auge oder eine zu schwache optische Wirkung von Hornhaut / Augenlinse.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Diese auch unter dem Namen Stabsichtigkeit bekannte Fehlsichtigkeit kann sowohl eigenständig als auch gemeinsam mit Myopie oder Hyperopie auftreten. Durch die unregelmäßige Wölbung der Hornhaut werden in diesem Fall die Lichtstrahlen nicht gleich stark gebrochen. Das Bild auf der Netzhaut ist deshalb undeutlich – Punkte werden dann als Linien (oder „Stäbe“) abgebildet, Kreise werden zu Ellipsen.

Die Abweichungen fallen nur meistens nicht in dieser Deutlichkeit auf, was der Korrekturfähigkeit des Gehirns zu verdanken ist. Dennoch bleiben bei der Wahrnehmung Mängel, die allerdings eher als Undeutlichkeiten beim Sehen erscheinen.

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Nachlassende Sehkraft im Alter

Nachlassende Sehkraft im Alter ist eine natürliche Erscheinung.

Quelle: fotolia.com © dglimages

Das Alter bedingt im Körper einige „Verschleißerscheinungen“. Die Muskeln bauen ab, die Gelenke sind nicht mehr so belastbar und die Augenlinsen verlieren langsam, aber stetig ihre Elastizität . Das bedeutet, sie sind mit zunehmendem Alter (der Prozess setzt schon sehr viel früher ein, aber die Auswirkungen sind selten vor dem 40. Lebensjahr spürbar) weniger zur Akkommodation fähig, mit der die Brechkraft des Auges erhöht werden kann. Das Scharfsehen nahegelegener Dinge ist meist nicht mehr ohne Hilfsmittel („Lesebrille“) möglich.

Alterssichtigkeit ist ein fortlaufender Prozess , weswegen es vielfach nicht bei einer Lesebrille als Unterstützung bleiben wird. Den notwendigen Ausgleich bei Fehlsichtigkeiten auf mittlere Entfernungen besorgen dann Mehrstärken- oder Gleitsichtgläser.

Neben den Formen der Fehlsichtigkeit, die durch einen fehlerhaften „Aufbau“ des Auges entstehen, kann es zudem von verschiedenen Erkrankungen getroffen werden. Diese sind oft noch folgenschwerer für die Sehleistung, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Grauer Star (Katarakt)

Vorwiegend eine altersbedingte Erscheinung, kann diese Eintrübung der sonst klaren Augenlinse auch angeboren sein. Durch das Einsetzen einer künstlichen Augenlinse können die mit der Erkrankung verbundenen Beeinträchtigungen behoben werden.

Grüner Star (Glaukom)

Ein Glaukom verursacht einen Druckanstieg im Inneren des Auges , wodurch zuerst die Netzhaut beschädigt und letztlich der Sehnerv zerstört werden. Besonders problematisch an dieser Krankheit: Sie verursacht keine Schmerzen, braucht aber eine frühzeitige Diagnose und eine rasche medikamentöse Behandlung, um die Folgeschäden abzuwenden. Eine regelmäßige, vorsorgliche Augenuntersuchung ist bei der Früherkennung hilfreich.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Lupe als Sehhilfe

Bei einer Makuladegeneration reicht eine Brille als Sehhilfe womöglich nicht mehr aus beim Lesen.

Quelle: fotolia.com © Ingo Bartussek

Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich eine Schädigung der Netzhaut durch Ablagerungen von Stoffwechselprodukten (das sind Zelltrümmer und -abfälle) an der Netzhautmitte. Die Folgen der Erkrankung sind irreversibel, betroffen ist das zentrale Sehen, bei dem Verzerrungen auftreten. Das erschwert zunächst beispielsweise das Lesen, im Endstadium ist das dann gar nicht mehr möglich. Die Behandlung ist schwierig, eine Heilung bislang nicht möglich. Selbst Laserbehandlungen erreichen nur eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs, immerhin lässt sich die Lesefähigkeit mit vergrößernden Sehhilfen erheblich verbessern.

Diabetische Retinopathie

Diabetiker sollten unbedingt regelmäßige Augenkontrollen durchführen lassen, denn ihre Grunderkrankung kann sich tatsächlich in mehrfacher Weise auf die Sehorgane auswirken. Bei der Retinopathie werden die Gefäße der Netzhaut geschädigt . Dagegen helfen Laserbehandlungen, die eine weitere Schädigung der Netzhautgefäße verhindern. Trotzdem gibt es noch keine Möglichkeit einer vollständigen Heilung. Die Zuckerkrankheit kann darüber hinaus die Bildung eines Grauen Stars begünstigen oder zu vorübergehenden „Refraktionsanomalien“ führen.

Weitere Krankheitsbilder

Beschwerden beim Sehen verursacht daneben eine ganze Reihe anderer Erkrankungen. Trockene Augen zum Beispiel führen dazu, dass die Oberfläche des Augapfels aufgrund fehlender Tränenflüssigkeit nicht mehr befeuchtet oder gereinigt wird. Bei einer Retinitis Pigmentosa handelt es sich um eine angeborene Krankheit, an deren Anfang der Verlust von Sinneszellen in den äußeren Bereichen der Netzhaut steht. Im weiteren Krankheitsverlauf verengt sich das Gesichtsfeld zu einer Röhre, andere Symptome sind Ausfälle des Gesichtsfelds, Nachtblindheit oder Blendempfindlichkeit.

Ernstnehmen sollte man zudem Lichtblitze , insbesondere dann, wenn sie selbst bei Augenbewegungen bei geschlossenen Augen noch auftreten – im schlimmsten Fall handelt es sich hierbei um Anzeichen für Risse in der Netzhaut, die zu einer Ablösung führen können. Ein umgehendes Aufsuchen des Augenarztes ist daher die beste Entscheidung.

Zeitlos und bewährt: Die Brille

Sie ist keine neue Erfindung, lässt sich aber immer wieder neu erfinden - nicht nur hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes: Die Brille kann mit Fug und Recht behaupten, sich seit Jahrhunderten als Sehhilfe zu bewähren – nicht zuletzt deshalb ist sie das am häufigsten anzutreffende Hilfsmittel für eine Sehhilfe.

Brille in Detailaufnahme

Die klassischste aller Sehhilfen und immer noch aktuell: die Brille.

Quelle: fotolia.com © rcfotostock

Die Vorteile einer Brille

  • Vorbei sind die Zeiten von „Glasbausteinen“ und unangenehmen, schweren Brillengestellen. Brillen sind dank moderner Kunststoffe inzwischen komfortabel zu tragen , was für die Gläser wie die Fassungen gleichermaßen gilt. Daraus ergeben sich im Bereich des Designs ganz neue Möglichkeiten – selbst stark gebogene Fassungen können mit Gläsern ausgestattet werden, die über eine Stärke verfügen.
  • Apropos Brillengläser: Die lassen sich exakt auf das jeweils unterstützte Auge einstellen, das macht unter anderem das präzise Sehen auf alle Entfernungen wieder möglich. Mehr noch, fallen durch entspiegelte Brillengläser Störungen durch Lichtreflexionen weg. Mit selbsttönenden (phototropen) Gläsern , die sich durch UV-Licht dunkel einfärben, werden die Augen vor übermäßiger Sonnenbestrahlung geschützt.
  • Darüber hinaus schützt die Brille noch auf andere Weise, etwa indem sie Schmutz, Zugluft und Insekten abhält. Anders als Kontaktlinsen benötigen sie für ihre Aufgabe den Kontakt zum Auge nicht, stellen deshalb keine Belastung dar, die in Folge der ständigen Berührung entstehen kann – ein Punkt, der gerade in Zeiten, in denen Erkältungen oder Allergien vorherrschen, von großer Bedeutung ist. Mit Brille lassen sich sowohl Augentrockenheit als auch der direkte Kontakt des Auges mit Krankheitserregern vermeiden.
  • Brillen gibt es für jeden Anlass : Ganz gleich ob für die Büroarbeit, in der das Nah-Sehen besonders wichtig ist oder bei sportlicher Aktivität, die Sehhilfen können für alle Bedürfnisse entsprechend angepasst werden. Das gilt beispielsweise auch im Bereich der Robustheit, die durch spezielle Beschichtungen hergestellt werden kann.

Die Nachteile eine Brille

  • Trotz aller technischen Innovationen muss gerade bei hohen Dioptrien-Werten davon ausgegangen werden, dass die Brillengläser doch eine Dicke und ein Gewicht erreichen, die als störend empfunden werden.
  • Ähnlich verhält es sich mit den Gestellen, die in bestimmten Situationen – etwa beim Liegen auf der Seite – zum Störfaktor werden können, weil sie nicht mehr am vorgesehenen Platz bleiben.
  • Temperaturunterschiede lassen Brillen beschlagen, was gerade in den kalten Monaten mit relativ häufigen Wechseln zwischen kalter Außenluft und warmer Raumluft ein wiederkehrendes Problem ist.
  • Abhängig von der Geometrie und Qualität der Brillengläser kann es passieren, dass sie über Unschärfebereiche verfügen – was für das Sehen selbstverständlich sehr störend sein kann, je nachdem wie stark die Unschärfe ausgeprägt ist.
  • Die Flexibilität einer Brille ist Vorteil und Nachteil zugleich. Natürlich kann sie nach Bedarf oder Wunsch auf- und abgesetzt werden, wozu es deutlich weniger Fingerfertigkeit braucht als bei Kontaktlinsen. Andererseits bedeutet das Absetzen einen Verzicht auf die Unterstützung der Sehleistung.
Brille mit Wassertropfen

Bei nass-kaltem Wetter kann sich eine Brille doch als problematisch erweisen.

Quelle: fotolia.com © struvictory

Die Brille als Style-Accessoire und High-Tech-Gadget

Wurden Brillen früher gerne noch als Peinlichkeit empfunden, was nicht zuletzt an deren mangelnder Ästhetik lag, hat sich das Bild zunehmend gewandelt. Heute gehören sie als modisches Accessoire zum guten Ton, denn seit jeher sind Brillen den Mode-Trends der jeweiligen Zeit gefolgt. Deshalb attestiert Uta Geyer, Brillenexpertin und Unternehmerin aus Berlin, den Sehhilfen von einst heute die Rolle als wichtiges Gestaltungselement. Eine Fehlsichtigkeit ist dabei nicht mal mehr die Voraussetzung, zur Brille zu greifen. Oft geht es um die Veränderungen, die sie im Gesicht des Trägers bewirken können.

Dazu wird die Funktion der Brille im High-Tech-Bereich über die ursprüngliche als Sehhilfe hinaus erweitert. Google hatte schon vor etwa zwei Jahren versucht, seine „Glass“-Datenbrille massentauglich auf dem Markt zu etablieren, scheiterte mit diesem Vorhaben jedoch. Inzwischen wird die Computerbrille als Hilfsmittel im unternehmerischen Bereich vertrieben. Snapchat beschreitet hingegen einen anderen Weg und macht mit der „Spectacles“-Kamerabrille aus der App ein Wearable für die bisherigen Nutzer. Der Funktionsumfang ist dadurch deutlich geringer als etwa bei der Google Glass, allerdings ist der Zugang zu der technischen Spielerei womöglich auch leichter. Beide Modelle zeigen jedenfalls, dass die Brille längst nicht ausgedient hat und in Zukunft weiterhin eine Rolle spielen kann.

Austauschbar und passgenau: Die Kontaktlinse

Die verbreitetste Alternative zur Brille ist und bleibt die Kontaktlinse. Sie lassen sich ähnlich präzise an das Auge anpassen und können inzwischen bei fast allen Formen der Fehlsichtigkeit die Sehleistung verbessern. Selbst unterschiedliche Fehlsichtigkeiten zwischen den Augen können damit ausgeglichen werden.

Kontaktlinse einsetzen

Nicht ganz einfach zu handhaben, dafür unsichtbar: die Kontaktlinsen.

Quelle: fotolia.com © Photographee.eu

Die Vorteile der Kontaktlinse

  • Dank sogenannter multifokaler Kontaktlinsen sind sogar die Probleme im Zuge der Alterssichtigkeit im Prinzip keine mehr – diese Linsen funktionieren wie die Gleitsichtgläser einer Brille.
  • Kontaktlinsen verursachen im Vergleich zu manchen Brillen weder Bildvergrößerungen bzw. -verkleinerungen, noch muss mit Störungen und Unschärfen am Rand des Sichtfeldes gerechnet werden.
  • Ein weiterer Vorteil gegenüber der Brille: Die Linsen sind (so gut wie) nicht sichtbar . Wer also die Einstellung zur Brille als modisches Accessoire nicht teilen mag, muss deshalb nicht mit einer schlechteren Sehleistung leben.
  • Weil sie direkt im Auge sitzen, entfallen bei den Kontaktlinsen viele der Nachteile, die zum Tragen einer Brille dazugehören – darunter etwa das störende Beschlagen, was sowohl im Beruf als auch in der Freizeit (vor allem beim Sport) sehr hilfreich sein kann. Die Gefahr einer Beschädigung, wie sie Brillenträgern bei ihren sportlichen Aktivitäten bisweilen droht, besteht bei Kontaktlinsen ebenfalls nicht.

Die Nachteile der Kontaktlinse

  • Der häufigste Einwand gegen die Verwendung von Kontaktlinsen dürfte die notwendige Fingerfertigkeit und Übung sein, die es braucht, um sie überhaupt einzusetzen. Das ist sicherlich in erster Linie eine individuelle Erfahrungssache, dürfte aber unter Umständen etwas Überwindung kosten. Das gilt in ähnlicher Weise für die Verträglichkeit, die von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein kann.
  • Es gibt zwar Kontaktlinsen, die theoretisch einen ganzen Monat lang getragen werden können, allerdings gilt es hinsichtlich der Tragedauer doch verschiedene Aspekte zu beachten: Bleibt die Linse zu lange im Auge, kann sich das nachteilig auf die Sauerstoffversorgung auswirken. Hinzu kommt die Möglichkeit von Kontaktekzemen , weil etwa das Augenlid sich durch die verwendeten Kontaktlinsenflüssigkeiten oder Reinigungsmittel entzündet.
  • Andererseits ist die Hygiene ein extrem wichtiger Faktor, da mangelnde Pflege und Verunreinigungen zu Infektionen führen können.
  • Kontaktlinsenträger müssen außerdem auf die Versorgung ihrer Augen mit Flüssigkeit achten, da es in dieser Hinsicht zu verschiedenen Problemen kommen kann. Beispielsweise ist nicht jede Kontaktlinse gleich gut geeignet, wenn die Augen ohnehin häufiger von Trockenheit betroffen sind (empfohlen werden in diesem Fall harte Linsen). Auf der anderen Seite ist auch zu viel Tränenflüssigkeit – wie es etwa bei Heuschnupfen passieren kann – schwierig, da die Linse im ungünstigsten Fall aus dem Auge fällt oder das Auge beschädigt.
  • Allergiker sollten generell für eventuelle Allergieschübe eine Brille als Ersatz bereithalten. Sollte nämlich das Einträufeln von Augentropfen zur Behandlung gehören – was bei Pollenallergien nicht unüblich ist –, erweisen sich die Kontaktlinsen womöglich als hinderlich.
  • Langfristig sind Kontaktlinsen natürlich ein Kostenfaktor , da sie ständig und regelmäßig erneuert werden müssen. Unter Umständen kommen sie daher teurer als eine Brille, zumindest in der Perspektive betrachtet.
Kontaktlinsen pflegen

Pflege und Sauberkeit sind wegen des direkten Kontakts mit dem Auge extrem wichtig.

Quelle: fotolia.com © Africa Studio

Schmuck fürs Auge

Ähnlich wie Brillen sind Kontaktlinsen mittlerweile weit über den Status einer normalen Sehhilfe hinaus. Daher wurden und werden sie zunehmend eine modische Spielerei – farbige Linsen oder solche mit Motiven ermöglichen die Perfektionierung des Looks bis ins kleinste Detail. Getragen werden können sie bei verschiedenen Anlässen, als Bestandteil einer Kostümierung beispielsweise oder als – im wahrsten Sinne des Wortes – Eyecatcher für eine Party. Die Palette an Möglichkeiten reicht von natürlich bis verrückt. In den meisten Fällen gilt allerdings: Kosmetische Kontaktlinsen sollten nur ein paar Stunden lang getragen werden. Aber das dürfte normalerweise ausreichen.

Die muss ins Auge gehen: Die Laser-OP

Eine vergleichsweise neue Methode sind verschiedenen Verfahren – LASIK (Laser in situ Keratomileusis), Femto-LASIK, LASEK (laser-assistierte subepitheliale Keratektomie) und PRK (photorefraktive Keratektomie) – der Laserbehandlung. Mit rund 20 Jahren ist sie das zweitjüngste Mitglied unter den Möglichkeiten, die Einschränkungen von Sehschwächen zu beheben (der jüngste Ansatz wäre die implantierbare Multifokallinse) und inzwischen gar nicht mehr so selten – rund 100.000 bis 150.000 Eingriffe dieser Art werden in Deutschland jedes Jahr durchgeführt.

Augen Laser-OP

Ganz so einfach ist der Eingriff nicht, für einen erfahrenen Arzt aber auch kein Problem.

Quelle: fotolia.com © looking2thesky

Die Vorteile einer Augen-OP

  • Keine Brille mehr, keine Kontaktlinsen mehr, eine einmalige Angelegenheit . Das dürften die größten Vorteile einer Laser-OP sein. So lassen sich alle Nachteile der jeweiligen Sehhilfen umgehen, die Fehlsichtigkeit wird trotzdem korrigiert – sogar bei Alterssichtigkeit können die Verfahren Abhilfe schaffen.
  • Wird die Operation von einem erfahrenen Arzt durchgeführt, sind die Risiken minimal.

Die Nachteile einer Augen-OP

  • So verlockend die Aussicht klingt, die Sehleistung mit einer einzigen Behandlung wiederherzustellen, so sehr ist diese an eine Reihe von Voraussetzungen gebunden, die erfüllt sein müssen:

Nur ausgewachsene Augen (also grob gesagt von Patienten, die älter als 18 Jahre alt sind) können operiert werden. Der Grad der Fehlsichtigkeit darf sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre nicht verändert haben. Außerdem muss die Hornhaut über eine bestimmte Dicke verfügen.

  • Fehlsichtigkeiten sind keine Erkrankung des Auges, der Eingriff erfolgt also an einem eigentlich gesunden Organ . Erschwerend kommt hinzu, dass selbst nach einem erfolgreichen Eingriff ein gewisses Maß der Fehlsichtigkeit zurückbleiben kann, es also keine vollständige „Heilung“ gibt.
  • Wenn auch nur vorübergehend ist die Laser-OP durchaus von Beschwerden begleitet. Bis zu 12 Wochen können Nebenwirkungen wie trockene Augen spürbar sein, bevor sich das Organ wieder völlig erholt hat.
  • Bestimmte Personen sind von der Behandlung aufgrund der Risiken ausgeschlossen bzw. sollten diese Methode besser nicht wählen. Das sind zum einen Menschen mit Autoimmunerkrankungen und Diabetiker .

Nicht immer nur eine medizinische Entscheidung

Mit einer Fehlsichtigkeit leben zu müssen, dafür gibt es schon lange keinen Grund mehr. Und es werden stetig weniger, weil die Entwicklungen im Bereich der Augenoptik immer bessere und komfortablere Sehhilfen und operative Methoden hervorbringen. Abgesehen von medizinischen Ausschlusskriterien, die etwa eine Laserbehandlung im Falle bestimmter Grunderkrankungen unmöglich machen, liegt die Entscheidung letztlich bei den Betroffenen selbst.

Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – Kostenfragen können ebenso ausschlaggebend sein wie ästhetische Gründe (das klassische „mit Brille sehe ich doof aus“-Argument) oder etwa Sorge wegen der Handhabung. Das betrifft vor allem Kontaktlinsen, die im Umgang etwas Übung und Überwindung kosten. Die Ergebnisse unterscheiden sich kaum voneinander, dafür sind die qualitativen Fortschritte bei allen zu groß. Daher muss jeder selbst abwägen, welches Hilfsmittel in der jeweiligen Lebenssituation die individuellen Bedürfnisse am besten erfüllen kann.

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